DOSB-Mitgliederversammlung entscheidet über deutsche Bewerberregion für Olympische und Paralympische Spiele
Vor der Entscheidung über die deutsche Bewerberregion für Olympische und Paralympische Spiele wächst bei zahlreichen deutschen Spitzenathletinnen und Spitzenathleten die Spannung. Am kommenden Samstag will die DOSB-Mitgliederversammlung in Baden-Baden festlegen, ob Berlin, München oder KölnRheinRuhr für Deutschland ins Rennen geht. Für viele steht dabei vor allem eines im Mittelpunkt: Die Spiele sollen nach Deutschland kommen.
Die Stiftung Deutsche Sporthilfe verweist darauf, dass zahlreiche von ihr geförderte Athletinnen und Athleten ihre Unterstützung für eine deutsche Bewerbung bereits bekundet haben. Die Entscheidung wird beim Sporthilfe Club der Besten im Aldiana Club Naga Bay in Ägypten gemeinsam verfolgt. Dort sind nach Angaben der Sporthilfe mehrere Olympia- und Paralympics-Siegerinnen und -Sieger sowie Weltmeisterinnen und Weltmeister zusammengekommen.
Bob-Olympiasiegerin Laura Nolte blickt der Live-Übertragung mit Spannung entgegen und betont, wichtig sei vor allem, dass die Spiele nach Deutschland kommen. Kanu-Olympiasieger Jacob Schopf fordert ein „ganz großes Ausrufezeichen“ für Olympische Spiele in Deutschland. Taliso Engel, Paralympicssieger im Schwimmen, sagt, ihm sei der genaue Standort zunächst zweitrangig, entscheidend sei die Rückkehr der Spiele nach Deutschland.
Auch über den Spitzensport hinaus sehen Athletinnen und Athleten mögliche Effekte. Turn-Europameisterin Helen Kevric verweist auf die Bedeutung für den Nachwuchs und die Aufmerksamkeit, die die Spiele in Paris erzeugt hätten. Weitsprung-Paralympicssieger Markus Rehm nennt Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland eine „unfassbar große Chance“ für Sport, Nachwuchs, Stellenwert des Sports und Infrastruktur.
Die Sporthilfe unterstützt den Anlauf, Olympische und Paralympische Spiele erstmals seit 1972 wieder nach Deutschland zu holen. Vorstands-Sprecher Max Hartung sagt, die Sporthilfe sei für Olympische und Paralympische Spiele zuhause. Sie fördere rund 2.000 Nachwuchssportlerinnen und Nachwuchssportler, die später möglicherweise dabei sein könnten.
Hartung verweist zudem darauf, dass sich auch Unterstützer der Sporthilfe bereits erkundigt hätten, wie sie Sportlerinnen und Sportler im Falle einer erfolgreichen Bewerbung später helfen könnten. Zunächst sei nun aber abzuwarten, welche Region für Deutschland ins Rennen gehe. Danach wolle die Sporthilfe die Bewerbung mit ganzer Kraft unterstützen.
Unterschiedliche Präferenzen bei den Bewerberregionen
Obwohl die Unterstützung für eine deutsche Bewerbung groß ist, gehen die Präferenzen auseinander.
Berlin
Für Berlin sprechen sich unter anderem Eiskunstläuferin Minerva Hase und Basketball-Nationalspielerin Alexandra Wilke aus. Hase bezeichnet Berlin als Weltstadt mit international hohem Ansehen und sieht darin eine gute Ausgangslage. Wilke nennt Berlin eine „extrem tolle, vielseitige, große Stadt“ und würde sich die Hauptstadt als Gastgeberstadt wünschen.
München
Bob-Olympiasieger Johannes Lochner und Hammerwerfer Merlin Hummel unterstützen München. Lochner verweist auf die Anlage am Olympiapark und hält sie für perfekt. Hummel sieht Vorteile in allen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen und nennt München als seine favorisierte Bewerberstadt.
KölnRheinRuhr
Für KölnRheinRuhr werben unter anderem Paralympicssieger Markus Rehm und Fecht-Weltmeisterin Larissa Eifler. Rehm sagt, KölnRheinRuhr habe alles, was es für großartige Olympische und Paralympische Spiele brauche. Er kündigt an, am 26. September im besten Fall auch vor Ort sein zu wollen. Eifler würde sich zwar für alle Städte freuen, am meisten aber über Köln, das sie als begeisterte Sportstadt beschreibt.
Weitere namentlich genannte Athletinnen und Athleten
In der Stimmensammlung des Sporthilfe Club der Besten 2026 werden außerdem Jacob Schopf, Minerva Hase, Larissa Eifler, Taliso Engel, Johannes Lochner, Laura Nolte, Deborah Levi, Adam Ammour, Max Hartung, Julia Taubitz und Jacqueline Pfeifer genannt. Zusätzlich wurden vorab weitere Statements von Helen Kevric, Alexandra Wilke, Markus Rehm, Merlin Hummel, Sophia Junk, Anne Kleibrink, Ela Konstantinidis, Flora Kliem, Ousainou Hansen und Anna-Lena Forster aufgenommen.
Die Bekanntgabe der deutschen Bewerberregion soll am Samstag bei der DOSB-Mitgliederversammlung in Baden-Baden erfolgen. Aus der Sporthilfe heißt es, mit besonderer Spannung werde die Entscheidung beim gemeinsamen Verfolgen in Ägypten erwartet.
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