Freudenstadt setzt auf gestaffelte Mahd für mehr Natur im Straßenbegleitgrün
Grünstreifen bleiben teils bis in den Oktober stehen – Ziel ist Artenschutz, Nahrungsketten und Lebensräume für Insekten und Wildtiere.

Entlang von Straßen und Wegen in Freudenstadt bleiben Grünstreifen teilweise bewusst stehen. Wie die Stadt mitteilt, ist das Teil eines Konzepts zum Natur- und Artenschutz. Ziel ist es, Wildblumen zu erhalten und Insekten sowie anderen Wildtieren mehr Lebensraum und Nahrung zu bieten.
Gestaffelte Mahd als Prinzip
Das Baubetriebsamt setzt dabei auf das Prinzip der „gestaffelten Mahd“. Grünflächen zwischen Straßen, zwischen Straßen und Radwegen sowie an Seitenstreifen werden demnach frühestens im Juni gemäht. Auch dann dürfen noch rund zehn Prozent des Grases und der Wildblumen stehen bleiben.
So bleibt ein Bewuchs mit Blüten und Samen im Herbst bis in den Oktober hinein erhalten. Nach Angaben der Stadt profitieren davon vor allem Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge. Auch Vögel und andere Wildtiere finden dort Lebensraum und Nahrung.
Stadt verweist auf nachhaltige Pflege
Nach Darstellung der Stadt können teilweise ungemähte Flächen zunächst ungewohnt wirken. Sie seien jedoch kein Zeichen mangelnder Pflege, sondern Ausdruck einer nachhaltigen Grünflächenbewirtschaftung. Die angepasste Pflege der Blumenwiesen soll nach Angaben des Baubetriebsamts zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen und zugleich ein gesundes Ökosystem fördern.
Rund 6000 Quadratmeter in städtischer Bewirtschaftung
Mittlerweile werden laut Mitteilung rund 6000 Quadratmeter städtische Flächen auf diese Weise bewirtschaftet. Hinzu kommen im Christophstal viele Flächen aus dem Nachgang zur Gartenschau, die nur extensiv bewirtschaftet werden dürfen, darunter Bereiche in den Forbachgärten.
Für diese Flächen gilt die Vorgabe, dass sie maximal zwei Mal im Jahr gemäht werden dürfen und das Mähgut abgetragen werden muss. Dabei wird die Stadt nach eigenen Angaben von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern unterstützt.
Einheimisches Saatgut und positive Rückmeldungen
In Zusammenarbeit mit dem Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord wurden die Flächen mit Saatgut einheimischer Wildblumen bestellt. Das anfallende Mähgut wird abgefahren und kompostiert.
Nach Angaben der Stadt kommt das Konzept bei den meisten Freudenstädterinnen und Freudenstädtern gut an. Die Reaktionen seien überwiegend positiv.
Stadt ruft auch Einwohner zur Unterstützung auf
Die Idee könne auch im privaten Umfeld unterstützt werden. Nach Angaben des Baubetriebsamts trägt jeder stehen gelassene Wiesenabschnitt dazu bei, wertvolle Lebensräume zu erhalten und bedrohten Tierarten das Überleben zu erleichtern.
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