Historische Kupferplatte zeigt Freudenstadt vor 1945
Neues Exponat im Heimatmuseum dokumentiert die Stadt anhand alter Vermessungsdaten und ehrt Vermessungsingenieur Horst Bäuerle

Das Heimatmuseum im Stadthaus Freudenstadt erweitert seine Sammlung um ein besonders wertvolles Exponat: Eine historische Kupferplatte, die die Stadt Freudenstadt im 19. Jahrhundert zeigt, wurde offiziell am Montag im Ludwig-Schweizer-Saal übergeben. Die feierliche Übergabe vereinte Mitglieder der Familie Bäuerle, Vertreter der Stadt, des Heimat-Museumsvereins, des Kreisarchivs sowie des Vermessungsamtes.
Seltene Kupferplatte bereichert die Ausstellung
Die neuerworbene Kupferplatte stammt aus dem Nachlass von Horst Bäuerle, einem renommierten Vermessungsingenieur, und gibt einen detailgetreuen Einblick in die Stadt Freudenstadt, wie sie im 19. Jahrhundert vor der Zerstörung der Innenstadt im Jahr 1945 aussah. Das Exponat ist ab sofort in Vitrine Nummer elf im Ludwig-Schweizer-Saal des Museums für die Öffentlichkeit zugänglich.
Oberbürgermeister Adrian Sonder nahm die Schenkung zum Anlass, um insbesondere der Witwe Sieglinde Bäuerle sowie den Söhnen Hans-Jörg und Matthias für die Weitergabe dieses einzigartigen Kulturguts zu danken. In seiner Ansprache unterstrich er die Bedeutung des Exponats als bleibende Würdigung des Lebenswerks von Horst Bäuerle.
Würdigung und Hintergrund der Sammlung
Die Kupferplatte war ein Geschenk an Horst Bäuerle, das ihm bei seiner Verabschiedung vom damaligen Innenminister Dietmar Schlee sowie Dr. Victor Eisele, Leiter des Landesvermessungsamts Baden-Württemberg, überreicht wurde. Sie zeigt die Stadt Freudenstadt auf einer Karte im Maßstab 1:25.000 (Blatt 7516) und basiert auf Daten der Landesvermessung von 1861 und 1869.
Reinhold Beck, Vorsitzender des Heimat- und Museumsvereins, erinnerte daran, dass bereits 2017 bei einem Besuch im Hause Bäuerle eine Schenkungszusage gemacht wurde. "Die Sammlung von Horst Bäuerle war sehr beeindruckend", betonte Beck bei der Übergabe.
Kreisarchivar Dr. Louis-David Finkeldei hob die historische und künstlerische Bedeutung des Stücks hervor. Nicht nur der praktische Wert für die Stadtgeschichte sei herausragend, auch die kunstvolle Machart mache die Kupferplatte zu einer besonderen Rarität.
Ein emotionaler Moment für die Familie
Für die Familie Bäuerle hatte die Schenkung einen emotionalen Stellenwert. Die Witwe und die beiden Söhne betonten, dass Horst Bäuerle große Freude daran gehabt hätte, seine Kupferplatte im Museum der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Übergabe trägt dazu bei, sein Andenken und Lebenswerk in der Stadt lebendig zu halten.
Zur Person Horst Bäuerle
Historische Stadtansicht für Generationen zugänglich
Die Kupferplatte bietet Betrachtern und Historikern ein klares Bild davon, wie Freudenstadt im 19. Jahrhundert gestaltet war. Durch ihren Platz im Museum bleibt dieses Wissen erhalten und für zukünftige Generationen zugänglich. Ein Hinweis auf den Spender würdigt zusätzlich das Engagement der Familie Bäuerle für die Stadtgeschichte.
Besucherinnen und Besucher des Museums sind eingeladen, sich dieses außergewöhnliche Zeitdokument selbst anzusehen. Die Kupferplatte kann im Ludwig-Schweizer-Saal in Vitrine Nummer elf betrachtet werden.
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