Innovatives Sanitätshaus setzt auf Digitalisierung
Wurster in Freudenstadt nutzt moderne Technologien, engagiert sich für barrierefreies Wohnen und fordert Reformen im Gesundheitssystem

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Das Sanitätshaus Wurster in Freudenstadt steht seit seiner Gründung im Jahr 1963 für die Versorgung und Unterstützung von Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Im Rahmen eines kürzlichen Firmenbesuchs informierte sich Oberbürgermeister Adrian Sonder über die Entwicklung des Unternehmens, das mit individuellen Lösungen und moderner Technik ein Stück Lebensqualität für viele Patienten in halb Baden-Württemberg ermöglicht.
Tradition trifft auf Innovation: Die Geschichte des Sanitätshauses Wurster
Ursprünglich wurde das Sanitätshaus gegründet, um Kriegsversehrte mit Prothesen zu versorgen. Mit dem Einstieg von Stefan Wurster in den 1990er-Jahren, der das Unternehmen in zweiter Generation führt, setzte das Familienunternehmen seine Entwicklung stetig fort. Mithilfe von Fördermitteln wurde ein neues Gebäude im Industriegebiet Freudenstadt errichtet, das 2023 um eine weitere Etage erweitert wurde. Heute ermöglicht die moderne Unternehmensstruktur ein effizienteres Arbeiten für die mittlerweile 70 Mitarbeiter.
Individuelle Unterstützung im Alltag
Das Angebot des Sanitätshauses geht weit über klassische Orthopädietechnik hinaus. Neben individueller Beratung werden Prothesen, Orthesen und Rollstühle mittels modernster Technologien wie dreidimensionalen Körperscans und CAD-Programmen passgenau für die Patienten entwickelt. Auch das Wohnumfeld der Betroffenen wird einbezogen, um Barrieren im Alltag abzubauen – beispielsweise, damit Patienten den Aufzugsknopf im eigenen Haus erreichen können.
Die Dienstleistungen des Unternehmens erstrecken sich auf Kliniken und Einrichtungen bis in den Bodenseeraum. Insgesamt werden kontinuierlich rund 2500 Aufträge bearbeitet – die Digitalisierung ist dabei längst Standard, von der Modellierung bis zur Fertigung. Lediglich die Abrechnung mit den Krankenkassen erfolgt weiterhin in Papierform.
Herausforderung Bürokratie im Gesundheitssystem
Während die technische Entwicklung im Unternehmen zukunftsweisend ist, sieht Stefan Wurster im administrativen Bereich noch erhebliches Verbesserungspotenzial: „Es gibt rund 120 Krankenkassen in Deutschland, jede hat eigene Standards, Abläufe und einen eigenen Leistungskatalog. Der administrative Aufwand ist sehr groß. Hier wäre viel Potenzial für den Abbau von Bürokratie und Kosten.“
Aus diesem Grund wandte sich Wurster bereits direkt an den Bundesgesundheitsminister, um auf die Herausforderungen aufmerksam zu machen, die durch die Vielzahl unterschiedlicher Regelungen und Prozesse im Gesundheitssystem entstehen. Auch Oberbürgermeister Adrian Sonder sieht die Notwendigkeit von Reformen und sprach sich nach seinem Besuch für Vereinfachungen und eine stärkere Digitalisierung aus, um den Aufwand für Unternehmen und Betroffene zu minimieren.
Gesellschaftliche Bedeutung: Lebensqualität und Entlastung
Das Sanitätshaus Wurster trägt nicht nur zur Versorgung der Patienten bei, sondern ist auch ein bedeutender Akteur im Wandel des Gesundheitssystems. Durch die Unterstützung der häuslichen Pflege leistet das Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung des demografischen Wandels und zur Entlastung der Sozialkassen. Wie Stefan Wurster betont, kann ein Anstieg des Durchschnittsalters auch Chancen bieten: „Früher waren die Menschen im Alter von 60 Jahren körperlich abgearbeitet. Heute radeln viele 70-Jährige auf Mallorca.“
Hinter jedem Auftrag stehen oftmals bewegende Einzelschicksale und Herausforderungen, denen Wurster und sein Team mit Empathie und Professionalität begegnen. Ziel ist es immer, die Selbstständigkeit und Lebensqualität der Betroffenen so weit wie möglich zu erhalten oder wiederherzustellen.
Ausblick und Kontakt
Der Besuch des Oberbürgermeisters unterstreicht die bedeutende Rolle, die das Sanitätshaus Wurster in der Region spielt. Für weitere Informationen und Anfragen steht die Pressestelle der Stadtverwaltung Freudenstadt als Ansprechpartner bereit.
title="Stadtverwaltung Freudenstadt"
subtitle="Dezernat I | Pressestelle und Referent des OB"
phone="+49 7441 890 217"
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Das Beispiel des Sanitätshauses Wurster zeigt, wie wichtig die Verbindung von Tradition, Innovation und persönlicher Beratung im Gesundheitswesen ist – und wie sehr Bürokratieabbau und Digitalisierung den Alltag der Betroffenen wie auch der Dienstleister erleichtern könnten.
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