Kindergärten retten Lebensmittel spielerisch
Freudenstadt und Courbevoie fördern nachhaltiges Bewusstsein bei Vorschulkindern

Der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung steht aktuell im Fokus der kommunalen Kindergärten von Freudenstadt. In Zusammenarbeit mit der Partnerstadt Courbevoie werden vielfältige Projekte umgesetzt, um bereits die Jüngsten für den bewussten Umgang mit Nahrungsmitteln zu sensibilisieren. Die Kindergartenkinder entdecken spielerisch, wie wertvoll Lebensmittel sind und wie einfach es sein kann, sie zu retten.
Vielfältige Projekte fördern Wertschätzung von Lebensmitteln
In den Einrichtungen Theodor Gerhard, "Schatzkiste", Musbach, Dietersweiler sowie in der Kinderkrippe "Pusteblume" fanden spezielle Projektwochen zum Thema Lebensmittelwertschätzung statt. Das zieht eine durchweg positive Bilanz: Die Mädchen und Jungen zeigten sich interessiert und engagiert. Im Mittelpunkt der Projekte standen praktische Erfahrungen sowie das bewusste Wahrnehmen von Lebensmitteln im Alltag.
Kreative Ansätze in den Kindergärten
Berta-Huss-Kindergarten:
Die Kinder wurden zu "Lebensmittelrettern", besuchten einen Supermarkt, retteten Backwaren und „Rettertüten“ mit übrig gebliebenen Schokoladen-Nikoläusen. Diese verarbeiteten sie weiter zu Schokofrüchten. Außerdem dokumentierten sie, was bei Mahlzeiten übrig bleibt, um künftig besser planen zu können.
"Schatzkiste":
Hier achten die Kinder gemeinsam mit den Erzieherinnen vermehrt auf sinnvolle Bestellmengen und lernten den Wert regionaler Lebensmittel kennen. Ein selbst angelegtes Hochbeet ermöglicht es, Gemüse und Kräuter eigenständig anzubauen – die Ernte wird direkt zu gemeinsamen Mahlzeiten verarbeitet.
"Pusteblume":
Die Kinder beschäftigten sich intensiv mit Äpfeln und lernten, dass Obst auch mit kleinen Makeln noch verwertbar ist. Aus Obstresten bereiteten sie Apfelmus zu, das sie gemeinsam genossen.
Musbach:
Die Gruppen erforschten, wie Lebensmittel am besten gelagert werden, um deren Haltbarkeit zu verlängern. Praktische Tipps – wie das Lagern von Brot im Brotkasten oder das Prüfen von Eiern im Wasserglas – wurden ausprobiert.
Dietersweiler:
Hier lag der Fokus darauf, wie Eltern und Kinder gemeinsam Essensmengen portionieren können. Reste werden mit nach Hause genommen und neue Ideen, wie Joghurt im Glas zur Müllvermeidung beiträgt, fanden Anklang. Für Feste helfen Listen, Essensmengen besser zu planen.
Theodor-Gerhard-Kindergarten:
Die Kinder besuchten den Wochenmarkt und lernten so mehr über gesunde Ernährung und regionale Produkte. Das Backen von Brot und die Verarbeitung von Früchten standen ebenso auf dem Programm wie der Besuch eines Imkers, der selbst produzierten Honig mitbrachte.
Das Konzept hat Kinder und Pädagoginnen überzeugt
„Die Kinder waren interessiert und konnten sehr gut für das Thema Lebensmittelverschwendung sensibilisiert werden“, sagt Laura-Sophie Herr, Leiterin des Berta-Huss-Kindergartens. Auch die Botschaft sei bei den Kindern angekommen: Zu wissen, dass Essen wertvoll ist und nicht einfach weggeschmissen werden darf, bleibt hängen.
Die Projekte verbinden Wissensvermittlung mit praktischer Erfahrung: Die Mädchen und Jungen entdecken beispielsweise, wie Obst noch verwertet werden kann oder dass kleine Mengen an Essen übrig bleiben dürfen, aber nicht im Müll landen müssen.
Praktisches Lernen an realen Beispielen
Die Besuche im Supermarkt, das Anlegen von Hochbeeten, die Verarbeitung von Resten und das Erleben von regionalen Märkten schaffen für die Kinder wertvolle, nachhaltige Eindrücke. Die Verantwortung für den Umgang mit Lebensmitteln wird auf diese Weise spielerisch und kindgerecht übermittelt.
Gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung
Das Engagement in Freudenstadt zeigt, dass bereits im Vorschulalter ein wichtiger Grundstein gelegt werden kann, um Lebensmittelverschwendung langfristig zu reduzieren. Die Stadt und die teilnehmenden Kindergärten setzen damit ein Zeichen für einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln und fördern ein nachhaltiges Verhalten, das über die Kindergartengrenzen hinaus Wirkung zeigt.
Das Konzept bietet Potenzial, zum Vorbild für weitere Kommunen zu werden, die ähnliche Projekte anstoßen möchten.
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