Alles nur geklaut?!
Vortrag zu kolonialen Sammlungen in Offenburg und Ortenau im Stadtmuseum Lahr
Das Stadtmuseum Lahr widmet sich in einem Vortrag am 27. November 2025 einem brisanten und hochaktuellen Thema: Unter dem Titel " Koloniale Sammlungen in Offenburg und Ortenau" nehmen Expertinnen und Experten die kolonialen Hintergründe von Museumsobjekten aus der Region in den Fokus. Die Veranstaltung beginnt um 18:30 Uhr und richtet sich an ein interessiertes Publikum, das mehr über die Herkunft und Geschichte der ausgestellten Exponate erfahren möchte.
Koloniale Spuren in Offenburger und Lahrer Sammlungen
Die Ethnologin Susanne Leiendecker-Piegsda teilt in ihrem Vortrag Einblicke aus ihrem mehrjährigen Forschungsprojekt am Offenburger Museum im Ritterhaus. Dort untersuchte sie zahlreiche Objekte aus ehemaligen Kolonialgebieten – darunter chinesische Bronzefiguren und afrikanische Großwild-Präparate. Die genaue Herkunft dieser Stücke, ihre Bedeutung und die Umstände ihrer Aufnahme in die Sammlung stehen dabei im Mittelpunkt.
Auch die Stadt Lahr sieht sich mit ähnlichen Fragen konfrontiert. Bereits im 19. Jahrhundert erhielt das Museum vermeintlich „verdächtige“ Schenkungen, deren Hintergrund und Erwerbsumstände heute kritisch beleuchtet werden. Einige dieser Exponate sind aktuell Teil der laufenden Sonderausstellung des Stadtmuseums.
Rahmen und Ablauf der Veranstaltung
Der Vortrag wird durch Bastian Kussin, Kurator der Lahrer Sammlung, ergänzt. Gemeinsam beleuchten sie, wie Objekte aus den Kolonien ihren Weg in deutsche Museen fanden, welch unterschiedliche Geschichten sie erzählen und mit welchen Herausforderungen die Forschung an diesem Bestand verbunden ist.
Kritische Auseinandersetzung und neue Perspektiven
Die Veranstaltung ist Teil des Rahmenprogramms zur Sonderausstellung "Tatsachen. Verbrechen und Strafe in der Lahrer Geschichte", die noch bis 22. Februar 2026 im Stadtmuseum zu sehen ist. Der Diskurs rund um koloniale Sammlungsgegenstände und deren Umgang ist für Museen relevanter denn je. Wie gehen Institutionen heute mit Objekten um, deren Erwerbsgeschichte Fragen aufwirft? Was bedeuten Restitutionsdebatten für die regionale Museumslandschaft?
Die Suche nach Antworten auf diese Fragen ist nicht nur wissenschaftlich anspruchsvoll, sondern auch voller Überraschungen und unerwarteter Erkenntnisse – wie die Erfahrungen der Referent:innen verdeutlichen.
Öffnungszeiten und weitere Informationen
Interessierte werden gebeten, sich im Vorfeld für den Vortrag anzumelden. Die Veranstaltung bietet neue Impulse für einen bewussten Umgang mit dem kolonialen Erbe in der Region und zeigt, wie sich Museen heute kritisch mit ihrer eigenen Geschichte auseinandersetzen.
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