Demenz hautnah erleben: Interaktives Theater in Lahr
Am 25. September lädt ein kostenloses Stück zum Mitdiskutieren über das Leben mit Demenz ein

Das interaktive Theaterstück „Ich will hier nicht mehr bleiben“ nimmt sich dem Thema Demenz auf besondere Weise an und wird am 25. September 2025 im Schlachthof Lahr zur Aufführung gebracht. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr, der Einlass startet bereits ab 17:30 Uhr. Interessierte können sich den Theaterabend kostenlos ansehen, wobei zur Kostendeckung um Spenden gebeten wird.
Einblick in das Leben mit Demenz
Im Zentrum des Stücks steht Dr. Schreiner, ein ehemaliger Geschäftsführer, der seit einiger Zeit an Demenz erkrankt ist. Nachdem seine Ehefrau Gerda die Pflege zu Hause nicht mehr leisten konnte, zieht Dr. Schreiner in ein Pflegeheim um. Diese neue Umgebung stellt für ihn eine große Herausforderung dar – er fühlt sich entwurzelt, desorientiert und wünscht sich sehnlichst, nach Hause zurückzukehren. Die Situation führt zu Spannungen nicht nur zwischen ihm und seiner Ehefrau, sondern auch mit dem Pflegepersonal.
Besonders bemerkenswert an dem Theaterstück ist sein bewusst offenes und provokantes Ende, das viele Fragen unbeantwortet lässt.
Interaktive Mitgestaltung durch das Publikum
Im Anschluss an die Aufführung setzt das interaktive Format des Abends an: Unter der Leitung erfahrener Theaterpädagogen sind die Zuschauerinnen und Zuschauer eingeladen, aktiv am Geschehen teilzunehmen. Sie können eigene Perspektiven einbringen und gemeinsam kreative Lösungsansätze für die dargestellten Konflikte erarbeiten. So entsteht ein lebendiger Austausch, der nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt.
Kooperationspartner und Unterstützung
Das Netzwerk Demenz veranstaltet den Theaterabend gemeinsam mit LahrKultur, der Lahrer Rockwerkstatt und der Dreyspring Bar. Darüber hinaus wird das Projekt durch die Stadt Lahr, das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg sowie aus Mitteln der gesetzlichen Pflegeversicherung finanziell gefördert.
Demenz in der Gesellschaft: Herausforderungen und Chancen
Demenz ist ein Thema, das in den vergangenen Jahren stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt ist. Immer mehr Menschen begegnen im Alltag Betroffenen, doch Unsicherheit und Berührungsängste bleiben bestehen. Häufig ist fehlendes Wissen eine Ursache dafür, dass Demenzkranke übersehen werden und ihre Angehörigen in soziale Isolation geraten. Pflegekräfte und Familienmitglieder sind oft überlastet und stehen vor der Herausforderung, die beste Betreuung zu gewährleisten.
Ein Theaterstück mit gesellschaftlicher Wirkung
Anlässlich des Welt-Alzheimertages am 21. September 2025 setzt das Theaterprojekt bewusst auf die Auseinandersetzung mit Demenz. Durch das Theaterspiel sollen die Besucherinnen und Besucher ermutigt werden, sich einzufühlen und neue Wege der Kommunikation mit Betroffenen zu entdecken. Das Ziel: Unsicherheiten abbauen, Empathie fördern und so einen Beitrag zu mehr Offenheit und gesellschaftlichem Zusammenhalt leisten.
Mit dieser besonderen Herangehensweise an ein sensibles Thema möchte das Netzwerk Demenz nicht nur informieren, sondern vor allem zur aktiven Teilhabe und zum Dialog in der Gesellschaft anregen.
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