Drei Städte, ein Ziel: Europäische Solidarität leben

Lahr, Dole und Kalusch stärken Partnerschaft mit neuen Projekten und Unterstützung für die Ukraine

Drei Städte, ein Ziel: Europäische Solidarität leben
Bild zum Beitrag© Neues aus Lahr/Schwarzwald

Anlässlich der Eröffnung der Chrysanthema 2025 stand Lahr im Zentrum einer bemerkenswerten tri-nationalen Begegnung: Delegationen aus der französischen Partnerstadt Dole und der ukrainischen Stadt Kalusch waren auf Einladung von Oberbürgermeister Markus Ibert zu Gast. Im Fokus stand dabei die Vertiefung und Weiterentwicklung bestehender Städtepartnerschaften zu einem aktiven, europäischen Netzwerk der Solidarität.

Neue trilaterale Verbindungen: Die Städtepartnerschaft als Modell

Mit 45 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Dole und sechs Gästen aus Kalusch wurde nicht nur ein Zeichen der Freundschaft gesetzt – es wurde ein neuer Weg eingeschlagen. Ziel der trilateralen Partnerschaft ist es, die langjährige Verbindung zwischen Lahr und Dole sowie die jüngere Solidarpartnerschaft mit Kalusch zu bündeln und daraus gemeinsame Projekte zu initiieren.

Ein bedeutender Schritt war die Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung durch die Bürgermeister Markus Ibert (Lahr), Jean-Baptiste Gagnoux (Dole) und Andrii Naida (Kalusch). In diesem Dokument bekennen sich die Städte dazu, ihre Freundschaft und Solidarität durch persönlichen Austausch, Projekte und Begegnungen weiter zu vertiefen. Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit die Ukraine auf ihrem Weg in die Europäische Union stärken.

Stimmen der Oberhäupter: Solidarität und Zukunft

Oberbürgermeister Markus Ibert hob die Signalwirkung solcher Partnerschaften hervor: „In einer Zeit zunehmender internationaler Spannungen wird die Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene immer wichtiger. Städtepartnerschaften und -freundschaften sind ein bedeutendes Symbol gelebter Solidarität. Sie sind nicht nur Brücken zwischen Kulturen, sondern auch konkrete Unterstützung in schwierigen Zeiten – ein klares Bekenntnis zu den Werten von Demokratie, Freiheit und einem vereinten Europa.“

Jean-Baptiste Gagnoux, Bürgermeister von Dole, unterstrich: „Die Partnerschaft zwischen Lahr und Dole ist seit Jahrzehnten ein Modell für erfolgreiche europäische Zusammenarbeit. Mit Kalusch erweitern wir diese Freundschaft um eine Stadt, die für ihre Widerstandskraft und ihren europäischen Geist steht.“

Andrii Naida, Bürgermeister von Kalusch, zeigte sich dankbar: „Diese Zusammenarbeit ist für uns sehr wichtig. Sie bringt nicht nur Hilfe in einer schwierigen Zeit, sondern auch Hoffnung und Perspektive für die Zeit nach dem Krieg. Die Unterstützung unserer europäischen Freundinnen und Freunde ist von unschätzbarem Wert.“

Historische und aktuelle Hintergründe der Partnerschaften

Die Partnerschaft zwischen Lahr und Dole besteht bereits seit 1962 und bildet ein bewährtes Fundament des europäischen Dialogs. Die Solidarpartnerschaft mit Kalusch entstand 2024 als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Aus der neuen Vereinbarung soll nun ein trilaterales Kooperationsprojekt erwachsen, das nicht nur symbolische, sondern auch praktische Dimensionen aufweist.

Oberbürgermeister Ibert betont, dass die Auszeichnungen, die ihm im Rahmen der Treffen verliehen wurden, „eine Würdigung der Verdienste der Stadt Lahr um die Partnerschaft mit Kalusch“ darstellen. Neben Ibert erhielt auch Gabriele Rauch, stellvertretend für den Verein Gemeinsam Europa e.V., eine Ehrenurkunde für das Engagement.

Programmpunkte und persönliche Begegnungen

Das Rahmenprogramm zur Eröffnung der Chrysanthema 2025 bot zahlreiche Möglichkeiten für persönlichen Austausch: Neben dem Besuch der Chrysanthemengala und der Stadtkapelle Lahr standen Stadtführungen, Empfänge und ein gemeinsames Abendessen auf dem Programm. So konnten Beziehungen zwischen den Delegationen weiter vertieft werden.

Konkrete Unterstützung und Fördermaßnahmen

Bereits 2024 reiste eine Delegation aus Lahr nach Kalusch, um die Lieferung von Hilfsgütern wie Solarmodule, Batteriespeicher und solarbetriebene Straßenleuchten zu begleiten – finanziert durch Fördermittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung. Für das Jahr 2026 soll das Förderprogramm fortgeführt werden. Welche Hilfsgüter im kommenden Jahr angeschafft werden, ist allerdings noch offen.

Ausblick: Aufbau eines europäischen Netzwerks

Die Initiative für die trilaterale Zusammenarbeit ging von Lahr aus und begann bereits im Juli 2025 mit einem ersten Gespräch per Onlinekonferenz. Der persönliche Austausch anlässlich der Chrysanthema 2025 markiert nun den Start für gemeinsame Projekte und einen intensiveren Dialog zwischen den drei Städten. Damit setzen Lahr, Dole und Kalusch ein starkes Zeichen für europäischen Zusammenhalt und Solidarität.

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