Inklusiver Kinonachmittag in Lahr
Event fördert Teilhabe von Menschen mit Behinderung mit barrierefreien Angeboten und Film über gehörlose Familie

Im Forum Kino Lahr fand kürzlich ein besonderer Kinonachmittag statt, der vom Beirat der Stadt Lahr für die Belange von Menschen mit Behinderung organisiert wurde. Die Veranstaltung unterstrich die Bedeutung von Teilhabe und Gleichstellung für Menschen aller Altersgruppen – von den Jüngsten bis zu den Seniorinnen und Senioren. Beiratssprecherin Margot Wagner und Beiratssprecher Heinz Kuhn zeigten sich zufrieden mit dem zweiten erfolgreichen Kinonachmittag, der Besucherinnen und Besucher im Alter von neun bis knapp 90 Jahren anlockte.
Engagement für Gleichstellung
Der Kinonachmittag wurde anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung ausgerichtet. Nach der offiziellen Begrüßung durch die Geschäftsstelle für die Belange von Menschen mit Behinderung, vertreten durch die Kommunale Inklusionsvermittlerin, erhielten die Gäste einen kurzen Einblick in die Arbeit des Beirats. Als Expertin für die Belange gehörloser Menschen wurde die Vorsitzende des Vereins "Ortenau" e.V. eingeladen, die im Vorfeld mit Antworten auf wichtige Fragen unterstützte, auch wenn eine persönliche Anwesenheit nicht möglich war.
Inklusive Kinowelt
Im Fokus der Veranstaltung stand der Film von Regisseur Eric Lartigau, der die Geschichte eines 16-jährigen Mädchens erzählt, das mit einer gehörlosen Familie auf einem Bauernhof lebt. Die Hauptfigur Paula meistert den Alltag zwischen den Welten der Hörenden und Gehörlosen, übernimmt Verantwortung im Haushalt und erfährt eine große persönliche Entwicklung durch ihre Liebe zur Musik. Die besondere Herausforderung: Sie muss lernen, für ihre eigenen Träume einzustehen und Verantwortung für die eigene Zukunft zu übernehmen.
Kulturelle Teilhabe ohne Barrieren
Der Filmnachmittag wurde mit Rücksicht auf verschiedene Bedürfnisse gestaltet: So gab es keine Werbeeinspielungen, die Lichtverhältnisse waren gedimmt, die Lautstärke reduziert – und es standen zehn Rollstuhlplätze zur Verfügung. Die Atmosphäre im Kinosaal war geprägt von gespannter Erwartung und Vorfreude.
Erfahrungsaustausch und Dialog
Nach dem Kinofilm nutzten zahlreiche Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, sich im Foyer des Kinos über die Belange von Menschen mit Behinderung auszutauschen. Beatrice Meyer berichtete eindrucksvoll von Antje Dieterle-Schönsteins Erfahrungen mit Mediennutzung, technischen Hilfsmitteln und der Rolle von Gebärdendolmetscherinnen und -dolmetschern im Alltag.
Ein besonderer Dank des Organisationsteams galt auch Jana Nastasi, der Theaterleitung des FORUM CINEMAS Multiplex Lahr GmbH & Co. KG, sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die den Kinonachmittag möglich gemacht haben.
Der Beirat im Porträt
Der Beirat für die Belange von Menschen mit Behinderung der Stadt Lahr ist ein auf einem Gemeinderatsbeschluss basierendes Gremium, das seit 2014 aktiv ist. Ziel ist es, Lahr als barrierefreie Stadt weiterzuentwickeln. Die Mitglieder engagieren sich dafür, dass Menschen mit Behinderung am wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben vollumfänglich teilhaben können. Der Beirat tagt dreimal jährlich öffentlich und arbeitet in unterschiedlichen Arbeitskreisen.
Perspektive und Ausblick
Mit Aktionen wie dem barrierearmen Kinonachmittag setzt der Beirat ein Zeichen für mehr Gemeinschaft und Teilhabe in Lahr. Bereits heute bringen die Mitglieder ihre Expertise in die Stadtentwicklungsprozesse ein und sensibilisieren die Öffentlichkeit für die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung. Der Beirat bleibt auch in Zukunft eine wichtige Anlaufstelle und treibt die Vision einer inklusiven Stadt weiter voran.
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