Kälteschutz für Wohnungslose in Lahr startet
Ab 17. November öffnet die Schutzstätte mit Betreuung und separatem Frauenschutz – Anmeldung im Café Löffel erforderlich
Mit dem Einbruch der kalten Jahreszeit wächst die Sorge um wohnungslose Menschen in Lahr. Das Landratsamt Ortenaukreis, die Stadtverwaltung Lahr und das Diakonische Werk stellen deshalb auch in diesem Winter gemeinsam ein umfassendes Angebot zum Kälte- und Erfrierungsschutz sicher. Ab Montag, 17. November 2025, öffnet in der Martin-Luther-Straße 22 – im ehemaligen Buswartehäuschen – wieder der Kälteschutz für obdachlose Menschen seine Türen.
Erweiterte Hilfen bei Kälte: Kälteschutz öffnet in Lahr
Der Kälteschutz in Lahr steht wohnungslosen Menschen täglich von 15 bis 9 Uhr offen, an Wochenenden und Feiertagen sogar durchgehend. Für Frauen ist ein separater Raum vorgesehen, was die Sicherheit und Privatsphäre zusätzlich stärkt. Die Einrichtung bleibt je nach Witterungsbedingungen bis ins Frühjahr geöffnet.
Laut Ulrike Häusler vom Diakonischen Werk ist in diesem Jahr erstmals eine persönliche Anmeldung im Café Löffel notwendig. Möglich ist dies montags bis freitags zwischen 10 und 13 Uhr. Die abgestimmten Öffnungszeiten ermöglichen einen nahtlosen Wechsel zwischen Tagesaufenthalt und Kälteschutz – niemand muss sich in der Kälte aufhalten.
Tagesstrukturierende Angebote im Café Löffel
Das Café Löffel hat sich seit mehr als 20 Jahren als zentrale Anlaufstelle etabliert. Tagsüber werden hier warme Getränke, ein warmes Mittagessen, Duschmöglichkeiten und Wäschewaschplätze geboten. Ergänzend findet in den Räumen des Cafés die Beratung zur Wohnungsbeschaffung durch den AGJ-Fachverband statt.
Hintergrund: Situation wohnungsloser Menschen
Eine beträchtliche Zahl von Menschen lebt in Deutschland ohne festen Wohnsitz. Schätzungen zufolge sind es zwischen 37.500 und 50.000 Personen. Während ein Teil sich bewusst für ein Leben ohne Wohnung entschieden hat, steigt mit dem Winter die Gefahr von gesundheitlichen Schäden deutlich an. Trotz bestehender Unterbringungsangebote in städtischen Notunterkünften werden diese aus unterschiedlichsten Gründen nicht immer genutzt.
Der Erfrierungsschutz in Lahr richtet sich explizit an Menschen, die andere Hilfen nicht in Anspruch nehmen können oder wollen. Die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Lahr, dem Ortenaukreis und dem Diakonischen Werk macht es möglich, dieses Angebot erneut zu realisieren.
Stimmen der Verantwortlichen
Lucia Vogt, Leiterin des Ordnungsamts der Stadt Lahr, hebt hervor: „Auch in diesem Jahr kann diese Einrichtung für obdachlose Menschen aufgrund der guten Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung, Ortenaukreis und dem Diakonischen Werk angeboten werden.“ Für Ingrid Oswald, Sozialamtsleiterin des Landratsamts Ortenaukreis, ist der Kälteschutz ein herausragendes Beispiel für das gelungene Zusammenwirken verschiedener Akteure. „Für mich ist es ein schönes Beispiel dafür, wie durch das Zusammenwirken verschiedener Akteure ein flächendeckendes Angebot für die Menschen geschaffen wird“, so Oswald.
Der Ortenaukreis stellt sicher, dass Betroffene in Kehl, Offenburg und Lahr unkomplizierte und direkte Hilfen finden. Mitarbeitende des Diakonischen Werks begleiten die Nutzerinnen und Nutzer während des Aufenthalts im Kälteschutz und vernetzen sie mit weiteren Hilfeangeboten.
Weitere Unterstützungs- und Notunterkünfte das ganze Jahr
Über den saisonalen Kälteschutz hinaus stellt die Stadt Lahr ganzjährig Notunterkünfte bereit. Wer in Lahr von Wohnungslosigkeit betroffen ist, kann sich an die städtische Abteilung „Öffentliche Sicherheit und Ordnung“ wenden.
Soziale Begleitung und Beratung
Mitarbeitende des Diakonischen Werks sichern die soziale Betreuung der Menschen im Erfrierungsschutz und stehen als zentrale Bezugspersonen während der kalten Monate zur Verfügung. Durch diese direkte Ansprache werden Barrieren abgebaut und Hilfen passgenau vermittelt.
Unterstützungsstruktur im Ortenaukreis
Ein gemeinschaftlicher Ansatz
Durch die enge Kooperation zwischen verschiedenen Ämtern und sozialen Trägern entsteht ein Netzwerk, das in der kalten Jahreszeit Leben schützt und Perspektiven eröffnet. Das gezeigte Engagement ist ein Zeichen kommunaler Verantwortung und gesellschaftlicher Solidarität.
Der Start des Kälteschutzangebots am 17. November ist ein deutlicher Appell für Solidarität und Menschlichkeit – und für mehr Aufmerksamkeit gegenüber Menschen, die besonders im Winter auf Unterstützung angewiesen sind.
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