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Lahr plant deutliche Erhöhung der Kita-Gebühren bis 2030

Ab 2025 steigen die Beiträge schrittweise, doch neue Geschwisterermäßigungen und Förderungen sollen Familien entlasten

Die Stadt Lahr plant eine umfassende Anpassung der Elternbeiträge für die Kindertagesbetreuung. Angesichts steigender Betriebskosten und eines niedrigen Kostendeckungsgrades empfiehlt die Stadtverwaltung, die Gebühren bis 2030 schrittweise zu erhöhen. Ziel ist es, das Gebührenniveau an die Empfehlungen der Kommunalen Landesverbände und der Kirchen anzupassen und damit die Kosten für die Betreuung nachhaltiger zu gestalten.

Geplante Gebührenerhöhungen im Überblick

Am 23. Juni 2025 entscheidet der Gemeinderat öffentlich über die vorgeschlagenen Anpassungen. Nach aktuellen Plänen sollen die Beitragsanpassungen folgendermaßen umgesetzt werden:

  • Ab dem 1. September 2025: Erhöhung der Gebühren um durchschnittlich 15 Prozent, bei Ganztagsplätzen etwas mehr.
  • Ab 1. September 2026: Eine weitere Anhebung um 15 Prozent.
  • In den Jahren 2027 und 2028: Jeweils eine weitere Steigerung der Beiträge um 20 Prozent pro Jahr.
  • Parallel sollen auch die Verpflegungspauschalen im gleichen Umfang steigen, um die erhöhten Essens- und Sachkosten aufzufangen.

    Hintergründe der Beitragserhöhungen

    In den vergangenen Jahren sind die Betriebskosten der Kitas in Lahr unter anderem durch Tarifabschlüsse, gestiegene Sachkosten und höhere Energiepreise deutlich angestiegen. Aktuell decken die Elternbeiträge weniger als zehn Prozent der tatsächlichen Gesamtkosten. Das angestrebte Ziel ist ein Kostendeckungsgrad von 20 Prozent, womit Lahr auch künftig im regionalen Vergleich eher niedrige Gebühren anbieten würde.

    Familienfreundlichere Beitragsstruktur durch das „Württemberg-Modell“

    Ab dem 1. September 2027 soll zudem das sogenannte „Württemberg-Modell“ eingeführt werden. Während derzeit nur Geschwisterkinder mit kostenpflichtigem Betreuungsplatz bei Ermäßigungen berücksichtigt werden, sollen künftig alle Kinder einer Familie unter 18 Jahren angerechnet werden. Dies schafft eine gerechtere und familienfreundlichere Beitragsstruktur. Experten schätzen, dass sich durch dieses Modell die Zahl der voll zahlenden Familien nahezu halbieren könnte.

    Soziale Entlastung und Schutz für Familien mit geringem Einkommen

    Besonders Familien mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten profitieren weiterhin von gesetzlichen Förderansprüchen: Bereits jetzt übernimmt die Jugendhilfe in etwa einem Fünftel der Fälle die vollständigen Betreuungskosten. Auch die Verpflegungskosten können auf Antrag erstattet werden, sofern die Voraussetzung dafür gegeben ist. Die Stadt Lahr hält an der sozialen Ausgewogenheit fest und prüft zudem weitere Maßnahmen zur Kostensenkung, um betroffene Familien zusätzlich zu entlasten.

    Bestehende und zukünftige Geschwisterermäßigungen

    Bis zur geplanten Umstellung 2027 bleibt die bisherige Allgemeine Geschwisterermäßigung bestehen, bei der aktuell nur Geschwisterkinder mit kostenpflichtigem Betreuungsplatz berücksichtigt werden. Das neue Modell bringt eine deutliche Verbesserung für Familien.

    Ausblick und Entscheidungsfindung

    Die vorgeschlagenen Anpassungen sind Teil einer breiteren Strategie zur Bewältigung finanzieller Herausforderungen im Bereich der Kinderbetreuung. Weitere Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung werden ebenfalls in Betracht gezogen. Die endgültige Entscheidung fällt am 23. Juni 2025 im Gemeinderat.

    Kontakt und weitere Informationen

    Sicherer Datenaustausch mit der Stadt Lahrhttps://cryptshare.lahr.de

    Für formlose Mitteilungen steht die angegebene Plattform zur Verfügung. Eine E-Mail-Adresse ist derzeit nur für informelle Mitteilungen ohne elektronische Signatur vorgesehen.

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