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Lahr verteidigt historisches Krematorium

Stadt betont Traditionsbindung, rechtmäßige Verträge und geplanten Eigenbetrieb – Neuer Standort erst 2027 vorgesehen

Lahr verteidigt historisches Krematorium
Lahr verteidigt historisches Krematorium
Bild zum Beitrag© Neues aus Lahr/Schwarzwald

Die aktuelle Debatte um das Krematorium auf dem historischen Bergfriedhof in Lahr hat mit der Stellungnahme des Lahrer Baubürgermeisters neue Impulse erhalten. Hintergrund der Diskussion sind öffentliche Aussagen eines einzelnen Bestatters, die nach Ansicht des Baubürgermeisters der Komplexität und Sensibilität des Themas nicht gerecht werden.

Historischer Bergfriedhof und seine Bedeutung

Der Baubürgermeister betont die Wichtigkeit des Bergfriedhofs, der als Ort der Tradition und Erinnerung für viele Bürgerinnen und Bürger in Lahr und der Region eine zentrale Rolle spielt. Der Friedhof soll weiterbetrieben und das Krematorium in einer moderneren und zeitgemäßen Form ausgebaut werden. Diese Entwicklung erfolgt in enger Abstimmung mit den lokalen Bestattern.

Vertrags- und Vergaberegelungen

Die Stadt Lahr stellt klar, dass alle vertraglichen Schritte rund um das Krematorium rechtmäßig seien. Verträge können im Interesse einzelner Unternehmen angepasst oder verlängert werden, solange es sich um ein reguläres Verfahren handelt. Nicht zulässig seien dagegen direkte Absprachen oder exklusive Vorteile ohne ein transparentes Verwaltungsverfahren.

Fremdvergabe und wirtschaftliche Folgen

Wäre die Stadt nicht selbst Betreiberin, müsste das Krematorium europaweit ausgeschrieben werden. Bereits jetzt gibt es zahlreiche nationale und internationale Anfragen. Eine Fremdvergabe wurde jedoch vom Gemeinderat abgelehnt. Grund dafür ist die Sorge, dass lokale Bestatter wirtschaftlich ins Hintertreffen geraten und gewachsene Strukturen sowie die regionale Trauerkultur geschwächt werden.

Eine rein vertragliche Bewirtschaftung des Bergfriedhofs würde den Einfluss der gewählten Vertreterinnen und Vertreter stark einschränken.

Wirtschaftliche Bedeutung und Zukunftsplanung

Die Einnahmen aus dem Krematorium sind ein wichtiger Pfeiler für den langfristigen Erhalt des Standorts. Deshalb hat der Gemeinderat den Eigenbetrieb des Krematoriums beschlossen. Notwendige Planungen, wie Bebauungsplanänderungen, Fachgutachten und Ausgleichsmaßnahmen für einen möglichen neuen Standort in einer Nachbargemeinde, sind bereits angelaufen. Dennoch soll der Start eines möglichen neuen Standorts erst Ende 2027 erfolgen – mit keinen besseren Bedingungen als am bestehenden Bergfriedhof.

Der aktuelle Standort bietet laut Stellungnahme Vorteile in Lage und wirtschaftlicher Absicherung, während Zweifel daran bestehen, dass ein weiter entfernter Standort von den Bürgerinnen und Bürgern angenommen werden würde. Ebenso bleibt fraglich, wie Nachbarkommunen auf potenzielle Einnahmeverluste durch abnehmende Nutzung ihrer Anlagen reagieren würden.

Resonanz und offene Fragen

Die Stadt Lahr sieht keine Anzeichen dafür, dass viele Bestatter den historischen Bergfriedhof meiden möchten – zumindest nicht gegen die Wünsche der Kundschaft. Gleichzeitig bleibt die Verwaltung weiterhin gesprächsbereit und appelliert an den Erhalt des Stellenwerts des Bergfriedhofs für die Region.

Am Ende steht das Ziel, die Bedeutung des Bergfriedhofs in Lahr zu bewahren und für künftige Generationen zu sichern.

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