Lesung im Lahrer Bürgerzentrum: Frauenpower nach 1945
Cornelia Koepsell liest aus ihrem preisgekrönten Roman ‚Die Unbezähmbaren‘ über Frauenkämpfe für Selbstbestimmung und Gleichberechtigung
Am Dienstag, den 6. Mai 2025, eröffnet das Lahrer Bürgerzentrum Treffpunkt Stadtmühle seine Türen für eine besondere Lesung: Die bekannte Autorin Cornelia Koepsell liest ab 15 Uhr aus ihrem vielbeachteten Roman „Die Unbezähmbaren“, der im September 2023 erschienen ist. Im Mittelpunkt des Werks stehen Frauen in der Nachkriegszeit, ihre persönlichen Herausforderungen und ihr Streben nach Selbstbestimmung.
Der Roman: Frauenleben nach 1945
„Die Unbezähmbaren“ erzählt bewegende Geschichten von Ausgrenzung, Benachteiligung und dem Wunsch nach einem freien Leben. Die Handlung spielt in Guben an der Neiße und begleitet eine junge Frau auf ihrer Flucht im Jahr 1945 nach Schleswig-Holstein. Dort versucht sie, gemeinsam mit ihrer Familie, deren Textilfabrik verstaatlicht wurde, eine neue Existenz zu finden.
Koepsells Erzählung macht deutlich, wie tief Diskriminierung und Benachteiligung das Leben der Protagonistin und ihrer Familie prägen, da sie als Flüchtlinge und Habenichtse gelten. Julia, die Tochter, widersetzt sich den gesellschaftlichen Erwartungen und kämpft gegen die erfahrene Ungerechtigkeit an. Ihre Freundschaft mit der Hauptfigur, die nach persönlichen Verlusten und familiären Zerwürfnissen neuen Mut finden muss, steht im Zentrum des Romans.
Das Buch beleuchtet darüber hinaus die schwierige Situation vieler Frauen nach dem Krieg. Trotz eines deutlichen Frauenüberschusses in der Gesellschaft bleiben Ehe und Familie das erstrebte Leitbild, während Kriegerwitwen, Geschiedene und Ledige – wie Tante Frieda – weiterhin mit Vorurteilen zu kämpfen haben.
Autorin Cornelia Koepsell
Cornelia Koepsell, geboren 1955, widmet sich seit 2002 mit Leidenschaft dem Schreiben. Ihr Portfolio umfasst drei Romane sowie über 100 Beiträge in Literaturzeitschriften und Anthologien. 2020 wurde sie mit dem Frauen-Literaturpreis des Kunsthauses Lisa geehrt – eine Anerkennung ihres Beitrags zur deutschsprachigen Literatur.
Informationen zur Lesung
Mit der Lesung bietet das Bürgerzentrum eine Gelegenheit, sich intensiver mit den Themen Emanzipation, gesellschaftlicher Wandel und weibliche Widerstandskraft in der Nachkriegszeit auseinanderzusetzen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht notwendig – Literaturinteressierte und alle, die sich für Frauengeschichte begeistern, sind herzlich eingeladen.
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