Mehr Geld für Fundtiere in Lahr
Neuer Vertrag sieht höhere Pauschalen vor – Entscheidung bis Dezember 2025
Die Stadt Lahr sowie die Gemeinden des Altkreises Lahr stehen vor einer neuen Weichenstellung im Umgang mit Fundtieren: In den kommenden Wochen entscheiden die kommunalen Gremien über einen neuen Fundtiervertrag mit dem Tierschutzverein Umgebung e.V. Dieser soll die Finanzierung der Unterbringung, Pflege und Ernährung von Fundtieren für die Jahre 2026 bis 2028 auf eine neue Grundlage stellen.
Einwohnerbezogene Pauschalen für das Tierheim
Der neue Kompromiss sieht vor, dass die beteiligten Städte und Gemeinden eine nach Einwohnerzahl gestaffelte Pauschale an das Tierheim Lahr entrichten.
Zur Einordnung: Die Vergütungen liegen damit erstmals deutlich über dem unveränderten Satz von 1,50 Euro, der seit 2018 galt.
Kompromiss nach schwierigen Verhandlungen
Im Januar 2025 hatte der Tierschutzverein Umgebung e.V. den bisherigen Vertrag zum Jahresende gekündigt. Hintergrund waren eine spürbar gestiegene Zahl von Fundtieren und stark erhöhte Kosten für Tierarzt, Personal, Energie und Tierfutter. Der Aufwand für den Betrieb des Tierheims hat sich laut Verein seit dem letzten Vertragsabschluss Ende 2017 mit einem Plus von 98,54 Prozent nahezu verdoppelt.
In mehrwöchigen Gesprächen, zuletzt im Oktober und Anfang November, haben Stadt, Gemeinden und Verein einen Kompromiss gefunden, der die finanzielle Lage aller Beteiligten im Blick behält.
Stimmen aus Politik und Verein
Lahrs Oberbürgermeister Markus Ibert unterstreicht die Partnerschaft: "Stadt, Gemeinden des Altkreises und der Tierschutzverein arbeiten seit vielen Jahren gut und vertrauensvoll zusammen. Der Kompromiss, den wir nun erzielt haben, ist dafür ein weiterer Beleg. Mein Dank gilt allen Haupt- und Ehrenamtlichen, die sich im Verein im Tierheim Lahr mit viel Einsatz und Herzblut für das Tierwohl in unserer Region engagieren."
Auch aus Sicht der Gemeinden zeigt sich Zufriedenheit: „Der gefundene Kompromiss ist aus meiner Sicht sowohl für die Kommunen im südlichen Ortenaukreis als auch für das Tierheim vertretbar und eine gute Basis für die weitere Zusammenarbeit“, betont Matthias Gutbrod, Bürgermeister von Kippenheim, der die Verhandlungen für die Gemeinden im Altkreis Lahr führte.
Martin Spirgatis, Erster Vorstand des Tierheims und des Tierschutzvereins, macht deutlich: "Zwar ist die vorgesehene Erhöhung der Pauschale nicht kostendeckend, wir können aber die finanziell schwierige Lage nachvollziehen. Es ist jedoch sowohl für das Tierheim als auch für die Kommunen wichtig, dass eine gesicherte Finanzierung erfährt. Aktuell wird das Tierheim weiterhin aus Vereinsmitteln bezuschusst, der Tierschutzverein trägt die Hauptlast des Betriebs. Mit dem nun gefundenen Kompromiss für die nächsten drei Jahre kommen wir der Pflicht zur Kostendeckung aber einen Schritt näher."
Kommunale Pflichtaufgabe
Die Versorgung und Unterbringung von Fundtieren ist eine gesetzlich geregelte Aufgabe der Kommunen. Bisher zahlten die Städte und Gemeinden des Altkreises Lahr eine jährliche Pauschale pro Einwohner. Angesichts der gestiegenen Kosten und Fallzahlen war eine Anpassung der Zahlungen unumgänglich.
Nächste Schritte: Entscheid in den Gremien
Der Lahrer Gemeinderat wird im Dezember 2025 über den neuen Vertrag abstimmen. Auch in den weiteren kommunalen Gremien steht das Thema in den kommenden Wochen auf der Tagesordnung. Der Kompromiss gilt als wichtiger Schritt für Planungssicherheit und Tierwohl in der Region.
Der Ausgang der Abstimmung in den kommunalen Gremien wird zeigen, ob das neue Modell zur mittelfristigen Sicherung des Tierheimbetriebs beiträgt und die Herausforderungen der kommenden Jahre gemeistert werden können.
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