Römische Spuren am Oberrhein entdecken
Vortrag und Ausstellung in Lahr zeigen multikulturelle Verbindungen vor 2000 Jahren

Im Rahmen der Sonderausstellung "Multikulti Oberrhein – Römer, Germanen und die Gräber von Diersheim" lädt das Stadtmuseum Lahr zu einem besonderen Vortrag ein: Prof. Dr. Alexander Heising, renommierter Experte für römische Provinzialarchäologie, spricht am Dienstag, 1. Juli 2025, um 18 Uhr, über die römische Grenzpolitik am Oberrhein und das komplexe Verhältnis zwischen Römern und Germanen in der Region.
Einblick in die römische Grenzpolitik
Der Vortrag widmet sich der Frage, weshalb Germanen in Diersheim Teil der römischen Grenzpolitik waren und wie Rom am Rhein seine politischen Interessen durchsetzte. Ausgrabungen in Diersheim brachten Grabbeigaben aus dem ersten Jahrhundert n. Chr. ans Licht. Diese Funde und der Bestattungsritus lassen darauf schließen, dass sich auf der gegenüberliegenden Seite zum Legionslager Straßburg sogenannte Oberrheingermanen niederließen. Eine Ansiedlung germanischer Gruppen in diesem strategisch bedeutsamen Gebiet ohne Zustimmung der römischen Verwaltung gilt als ausgeschlossen.
Die Bedeutung der Grabfunde von Diersheim
Die Grabinventare, die aktuell in der Sonderausstellung präsentiert werden, liefern wertvolle Hinweise auf die kulturelle und politische Situation am Oberrhein zur Römerzeit. Sie zeugen von der engen Verbindung und den Wechselwirkungen zwischen römischer Militärpräsenz und germanischer Bevölkerung.
Der Referent: Prof. Dr. Alexander Heising
Prof. Dr. Alexander Heising leitet die Abteilung für Provinzialrömische Archäologie an der Universität Freiburg und gilt als Spezialist für römische Provinzverwaltung und Grenzpolitik. Als Projektleiter der Ausgrabungen des oberrheinischen Grabfeldes Gewann "Fachheu" ist er maßgeblich an der Erforschung und Interpretation der Funde beteiligt, die derzeit im Stadtmuseum ausgestellt sind.
Rahmenbedingungen der Veranstaltung
Ausstellungsimpressionen
Ein begleitendes Bild zeigt die Freilegung eines Grabes in Diersheim, durchgeführt von Archäologiestudierenden der Universität Freiburg. Dies verdeutlicht den praxisnahen Ansatz der beteiligten Forschungsgruppen.
Ein Blick hinter die Kulissen der Forschung
Die Kombination aus archäologischen Funden und wissenschaftlicher Analyse ermöglicht neue Perspektiven auf das Zusammenleben und die Grenzpolitik am Oberrhein. Innerhalb der Ausstellung wird deutlich, wie multikulturell und dynamisch diese Region bereits vor 2000 Jahren war.
Interessierte haben bis Ende September Gelegenheit, die spannende Sonderausstellung und ihre Exponate im Stadtmuseum Lahr zu besuchen.
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