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Unbeliebte Naturbewohner überraschen Lahr

Mit humorvollen Plakaten sensibilisiert die Stadt für die Folgen von wildem Müll – ausgezeichnet mit dem Werkbund Label 2024

Unbeliebte Naturbewohner überraschen Lahr
Bild zum Beitrag© Neues aus Lahr/Schwarzwald

Mit einer neuen Plakataktion macht die Stadt Lahr auf die Folgen unsachgemäß entsorgten Mülls aufmerksam. Unter dem Titel „Unbeliebte Naturbewohner“ werden alltägliche Abfälle wie Plastikverpackungen, Zigarettenkippen und Einwegbecher mit ironisch-wissenschaftlichen Namen als fiktive Tiere oder Pflanzen dargestellt. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Problematik der wilden Müllablagerung in der Natur auf originelle und unterhaltsame Weise zu schärfen.

Hintergrund und Zielsetzung der Aktion

Abfall gehört in die Tonne – daran erinnert die Stadt Lahr mit ihrer neuen Plakatkampagne. Wilde Müllentsorgung verschandelt nicht nur das Landschaftsbild, sondern stellt auch eine Gefahr für die Umwelt und die Gesundheit von Menschen und Tieren dar. Zigarettenkippen etwa können Kinder gefährden; Plastik und andere Abfälle belasten Boden, Wasser und Luft.

Das Plakatprojekt wurde von der Gemeinde Baiersbronn übernommen und bringt das Thema Abfallverrottung anschaulich näher: Beispielsweise benötigt ein „Pappiges Becherlein“ (coffea warmicum) rund 100 Jahre, eine Getränkedose („Alter Dosenhopf“, dosis knitter) 500 Jahre und eine Glasflasche („Kleiner Schluckspecht“, liquior cadaveri) sogar bis zu 50.000 Jahre, um zu verrotten.

Umsetzung im Stadtgebiet und im Wald

Laut Sachgebietsleiter für Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit, Manfred Kaiser, sollen die Plakate an zahlreichen Orten im gesamten Stadtgebiet aufgestellt werden – etwa in Grünanlagen, an Gewässern sowie an Freizeit- und Tourismusstandorten. Die wechselnden Standorte sollen möglichst viele Menschen erreichen und zur Reflexion sowie zum korrekten Entsorgen ihres Abfalls bewegen.

Auch der Stadtwald bleibt von illegalem Müll nicht verschont. Revierleiter Matthias Hummel kündigt daher an, dauerhaft zehn Plakate an Waldrändern, Hütten und Erholungseinrichtungen zu platzieren. Durch diese freundlichen Hinweise soll insbesondere bei Waldbesuchenden das Bewusstsein dafür geschärft werden, dass Abfall nach dem Aufenthalt wieder mitgenommen oder ordnungsgemäß entsorgt wird.

Reaktionen und Auszeichnungen

Die Plakataktion ist ein Ergebnis von Anregungen aus der Bürgerschaft, wie Diana Frei, Ortsvorsteherin von Mietersheim, betont. Sie freut sich, dass das erste Plakat der Reihe nun am Eingang des Seeparks Mietersheim zu sehen ist. Die kreative Umsetzung wurde mit dem Werkbund Label 2024 ausgezeichnet – einem Preis des Deutschen Werkbunds, der innovative gesellschaftliche Projekte prämiert.

Bewusstsein schaffen statt belehren

Die Plakatmotive setzen bewusst auf Humor und Ironie, um Aufmerksamkeit zu gewinnen, ohne belehrend zu wirken. Die Initiatoren hoffen, so mehr Menschen zum Nachdenken und zur Eigenverantwortung bewegen zu können.

Weiterführende Kontaktmöglichkeit

Weitere Informationen sind bei der Stadtverwaltung Lahr erhältlich. Die Aktion zeigt: Für mehr Sauberkeit in der Natur ist nicht nur Humor gefragt, sondern auch verantwortungsvolles Handeln jedes Einzelnen.

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