Krebsprävention für syrische Geflüchtete: Neue Studie enthüllt Hürden
Sprachbarrieren und fehlende Angebote erschweren Zugang – DKFZ setzt auf mehrsprachige Aufklärung und mobile Dienste

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) präsentierte am 22. September im Kulturhaus Sachsenheim gemeinsam mit dem Institute of Global Health die Ergebnisse eines bedeutenden Projekts zur Krebsprävention. Im Fokus stand dabei das Thema „Barriers and facilitators to accessing and using cancer prevention services among Syrian refugees in Germany“. Angesprochen wurden vor allem Herausforderungen und Chancen im Zugang zu Präventionsleistungen für Geflüchtete.
Forschung zur Krebsprävention für Geflüchtete
Unter der Leitung von Prof. Dr. Connie, verantwortlich für Implementierungsforschung am DKFZ, hatte das Forschungsteam mit Unterstützung des Institute of Global Health eine qualitative Studie durchgeführt. Zwischen Mai und Juni 2025 befragte Sara, Master-Studierende der Universität Heidelberg, insgesamt 25 geflüchtete Personen syrischer Herkunft im Alter zwischen 24 und 57 Jahren. Ihr besonderes Engagement wurde für das Projekt hervorgehoben.
Ziel der Studie war es zu analysieren, weshalb Menschen mit Migrationshintergrund Präventionsangebote deutlich seltener in Anspruch nehmen – obwohl Krebs nach wie vor eine der häufigsten Todesursachen darstellt und rund 40 % der Erkrankungen als vermeidbar gelten.
Zentrale Studienergebnisse und Empfehlungen
Die Untersuchung identifizierte sowohl fördernde als auch hemmende Faktoren auf mehreren Ebenen:
Als erschwerend wurden insbesondere das Fehlen arabischsprachiger Angebote, Sprachbarrieren, lange Wartezeiten und eingeschränkte Terminverfügbarkeiten genannt. Die Teilnehmenden empfahlen daher eine intensivere, mehrsprachige Aufklärungsarbeit sowie einen verbesserten Zugang zu relevanten Informationen.
Ausbau der Informationsangebote und nächste Schritte
Im Zuge der Ergebnispräsentation wurde bekannt gegeben, dass der Krebsinformationsdienst (KID) zusammen mit dem DKFZ erste Materialien ins Arabische übersetzt. Langfristig ist eine Ausweitung des Angebots auf weitere Geflüchtetengruppen in Deutschland geplant. Darüber hinaus werden die Entwicklung sprachlich zugänglicher Materialien, hybride Informationsveranstaltungen, eine stärkere Einbindung von ärztlichem Personal sowie mobile Screening-Dienste empfohlen.
Integrationsbeauftragter Abdoul Issaka würdigte die Kooperationsbereitschaft der syrischen Community und hob den nachhaltigen Nutzen des Projekts hervor:
„Die Studie macht die Lebensrealitäten vieler Geflüchteter sichtbar und leistet einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Integrationsarbeit. Ich sehe einen dringenden Bedarf einer Multiplikatorenschulung zur Krebsprävention, denn laut Statistik sind rund 40 % der Krebserkrankungen vermeidbar.“
Ausblick und Kontaktaufnahme
Städte, die Interesse an einer Beteiligung an derartigen Projekten haben, können sich direkt an die Abteilung „Policy und Implementierungsforschung in der Krebsprävention“ beim DKFZ wenden.
title="Abteilung Policy und Implementierungsforschung in der Krebsprävention (DKFZ)"
subtitle="Information und Anfragen für interessierte Städte"
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Die Stadtverwaltung Sachsenheim dankt insbesondere der syrischen Gemeinschaft für das entgegengebrachte Vertrauen und dem Team der Stadt für die engagierte Zusammenarbeit.
Weitere Informationen
Das Projekt trägt zur Förderung von Integration und Gesundheit in Deutschland bei, indem Barrieren abgebaut und Zugänge zu Präventionsangeboten verbessert werden sollen.
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