Ameisenplage in Offenburg
Die invasive Große Drüsenameise breitet sich aus – die Stadt setzt auf Heißwasser und bittet Bürger um Meldungen.

Die Große Drüsenameise Tapinoma magnum breitet sich seit Jahren in der Ortenau aus und ist inzwischen auch in Offenburg angekommen. Die ursprünglich aus Afrika stammende Art kann nach Angaben der Stadt erhebliche Schäden verursachen. Genannt werden unter anderem unterhöhlte Terrassen, beschädigte Fassaden und defekte Stromkästen.
Problem mit invasiver Art
Heimische Ameisen erfüllen wichtige Funktionen im Ökosystem. Invasive Arten hingegen können laut Mitteilung erhebliche Schäden anrichten. Für Laien ist eine sichere Unterscheidung nicht ohne Weiteres möglich. Deshalb rät die Stadt dazu, verdächtige Beobachtungen ernst zu nehmen und zunächst prüfen zu lassen.
Auffällig breite Ameisenstraßen oder massenhaftes Ausschwärmen können ein Hinweis auf einen Befall sein. In solchen Fällen können sich Betroffene an die Abteilung Grünflächen und Umweltschutz wenden. Mitarbeitende der Technischen Betriebe Offenburg können die Art bestimmen. Im Zweifelsfall können Proben auch an die Naturkundemuseen in Stuttgart und Karlsruhe geschickt werden.
Erst sicher bestimmen, dann handeln
Die Stadt betont, dass erst nach zweifelsfreiem Nachweis einer Tapinoma magnum-Kolonie gegen die Tiere vorgegangen werden sollte. Für die Bekämpfung werden verschiedene Wege genannt. Im öffentlichen Raum setzt Offenburg die Heißwassermethode ein. Dabei wird mit einer speziellen Lanze heißes Wasser möglichst tief in das Erdreich eingebracht. So werden Gänge beschädigt und Brutstätten nachhaltig beeinträchtigt.
Bekämpfung im Innen- und Außenbereich
Als weiteres Mittel wird Kieselgurpulver genannt. Es schädigt den Chitinpanzer der Tiere und setzt sich in ihren Gelenken fest, sodass sie nach kurzer Zeit bewegungsunfähig werden. Wichtig ist laut Mitteilung, das Mittel gezielt in Gänge oder auf Ameisenstraßen einzubringen und nicht nur oberflächlich zu verstreuen.
Kieselgur eignet sich besonders für Innenräume und überdachte Bereiche, bei Trockenheit auch für den Garten. Es ist im Heimtierbedarf erhältlich. Gleichzeitig weist die Stadt darauf hin, die Herstellerangaben zur sicheren Verwendung zu beachten. Frei verkäufliche Mittel können bei unsachgemäßer Anwendung Gesundheit und Umwelt schädigen. Nützliche Insekten könnten getötet und das Grundwasser belastet werden. Eine vollständige Beseitigung etablierter Superkolonien ist mit frei erhältlichen Mitteln ohnehin nicht möglich.
Vorsicht bei frei verkäuflichen Mitteln
Die Stadt empfiehlt, auf Pestizide zu verzichten und im Bedarfsfall eine Fachfirma für Schädlingsbekämpfung zu beauftragen. Tapinoma magnum-Kolonien können sehr groß werden und reagieren flexibel auf Störungen. Nach Angaben der Mitteilung verlagern sie innerhalb weniger Stunden ihre Zugänge. Dadurch können auf ein einzelnes Grundstück beschränkte Maßnahmen leicht verpuffen.
Wer einen Befall feststellt, sollte sich mit den Nachbarn abstimmen und das Vorgehen koordinieren. Die Stadt bittet außerdem nach dem Nachweis eines Befalls um Meldung, damit Fundorte kartiert und bei Bedarf Maßnahmen im öffentlichen Raum eingeleitet werden können.
Wie die Ameisen nach Deutschland kommen
Als häufiger Eintragsweg werden importierte Pflanzen genannt. In deren Erde können sich Eier oder lebende Tiere befinden. Deshalb sollten Käufer beim Pflanzenkauf möglichst Topf und Wurzelballen auf einen möglichen Befall überprüfen.
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