Baumpatenschaften bleiben seltene Engagements

Nach drei Jahren haben nur neun Bürger städtische Bäume übernommen – Stadt unterstützt mit Beetpatenschaften und Beratung

Baumpatenschaften bleiben seltene Engagements
Bild zum Beitrag© Offenburgs Redaktion

Stadtbäume sind in Zeiten des Klimawandels unverzichtbare Verbündete: Sie binden klimaschädliches Kohlendioxid, produzieren Sauerstoff und sorgen für ein angenehmes Stadtklima. Doch die zunehmenden Trockenperioden setzen dem städtischen Grün enorm zu. Um dem entgegenzuwirken, rief die Stadt vor rund drei Jahren die Aktion „Baumpatenschaft“ ins Leben. Ein Gespräch mit Wolfram Reinhard, dem städtischen Baumschutzexperten, gibt Einblick in die Entwicklung und Herausforderungen des Projekts.

Ernüchternde Bilanz nach drei Jahren Patenschafts-Aktion

Die Idee hinter der Aktion war es, Bürgerinnen und Bürger als Baumpatinnen und -paten für die Pflege von Stadtbäumen zu gewinnen. „Ehrlich gesagt leider nicht so, wie wir uns erhofft hatten. Die Anzahl unserer Baumpaten liegt aktuell bei neun Personen nach drei Jahren. Dafür, dass das Thema Baum im öffentlichen Diskurs immer so hochemotional geführt wird, ist die Resonanz ernüchternd, wenn es darum geht, tatsächlich etwas zu tun. Umso dankbarer bin ich den Baumpaten, die sich für unsere Stadtbäume stark machen“, erklärt Wolfram Reinhard.

Welche Aufgaben übernehmen Baumpatinnen und -paten?

Die Hauptaufgabe besteht darin, Stadtbäume in den Sommermonaten zusätzlich zu bewässern – mit 100 Litern Wasser pro Woche. Darüber hinaus sollen etwaige Beschädigungen oder Totholz in der Baumkrone gemeldet und die

gesäubert werden.

Wichtig: Die Hauptverantwortung für die Verkehrssicherheit und den Großteil der Pflege verbleibt bei der Stadt. Die Technischen Betriebe führen weiterhin regelmäßige Baumkontrollen und Bewässerungsgänge durch.

Wahlfreiheit und Vorbereitung auf die Patenschaft

Interessierte können sich den zu pflegenden Baum in der Regel selbst aussuchen. „Der Baum sollte im Idealfall nicht weit entfernt sein, damit die Wassergabe noch leistbar ist. Aber auch für weiter entfernte Bäume kann auf Wunsch eine Patenschaft übernommen werden“, so Reinhard.

Zur Vorbereitung findet vor Übernahme einer Patenschaft stets ein Vor-Ort-Termin mit dem Baumschutzexperten statt. Dabei werden offene Fragen geklärt und der Patenbaum direkt ins städtische Baumkataster aufgenommen. Als Anerkennung lädt die Stadt die Baumpaten einmal im Jahr zum Austausch ein – eine Tradition, die künftig wieder regelmäßiger stattfinden soll.

Beetpatenschaften: Pflege mit Blüten und Vielfalt

Alternativ können sich Bürgerinnen und Bürger auch für eine Beetpatenschaft entscheiden. Die Aufgaben ähneln denen der Baumpatenschaft. Zusätzlich bietet die Stadt Pflanzenware an, mit der die Baumscheiben gestaltet werden können. Die anschließende Pflege und Betreuung des Beetes liegt dann ebenfalls in den Händen der Patinnen und Paten. Sollte die Pflege aus zeitlichen Gründen nicht mehr möglich sein, übernimmt die Stadt wieder die Verantwortung.

Engagement willkommen – So einfach wird man Baumpatin oder Baumpate

Wolfram Reinhard macht Mut zur Beteiligung: Jede und jeder kann helfen, das Stadtgrün zu bewahren. Neue Interessierte werden persönlich eingewiesen und erhalten Unterstützung. Der städtische Baumschutzexperte freut sich über jede weitere Patenschaft, die das Stadtbild bereichert und zum ökologischen Gleichgewicht beiträgt.

Stadtbäume sind mehr als Bestandteile des Stadtbilds – sie sind Lebensgrundlage und Klimaschützer zugleich. Mit einer Patenschaft leisten Bürgerinnen und Bürger einen aktiven Beitrag für eine lebenswerte, grüne Stadt. Die Aktion bleibt eine Einladung, Verantwortung zu teilen und gemeinsam für die Zukunft der Stadtnatur einzustehen.

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