Eva Mendelsson wird Ehrenbürgerin von Offenburg
Feier mit Musik, Film und symbolischem Kunstgeschenk erinnert an Geschichte und Engagement
Die Stadt Offenburg bereitet sich auf eine besondere Ehrung vor: Eva Mendelsson wird zur Ehrenbürgerin ernannt. Die Festveranstaltung findet am 29. November statt und setzt der jahrzehntelangen Verbindung Mendelssons zur Stadt ein feierliches Zeichen. Die Zeremonie ist von musikalischen Darbietungen, einer Dokumentation sowie mehreren symbolträchtigen Akten geprägt.
Ablauf der Festveranstaltung
Der Festakt beginnt um 15:00 Uhr. Für die musikalische Umrahmung sorgt das Ensemble Musenspiel mit Angelika Bellin und Katharina Rettberg an den Violinen, Franziska Finckh am Cello sowie Michael Diefenbacher am Cembalo. Neben der Musik bildet die Laudatio von Oberbürgermeister Steffens einen Höhepunkt des Nachmittags.
Im Verlauf der Veranstaltung wird die englisch untertitelte Filmdokumentation „Ihr habt einen Auftrag“ gezeigt. Nach weiteren musikalischen Beiträgen folgt die feierliche Übergabe der Ehrenbürger-Urkunde an Eva Mendelsson, begleitet vom Eintrag ins Goldene Buch der Stadt. In einem kurzen Talk zwischen Oberbürgermeister und Ehrenbürgerin werden persönliche und historische Perspektiven beleuchtet.
Im Anschluss an die Bühnenprogrammpunkte folgt ab 16:30 Uhr ein Empfang im Foyer, bei dem Gelegenheit zum persönlichen Austausch besteht.
Prominente und familiäre Gäste
Die Liste der geladenen Gäste liest sich wie ein Querschnitt aus Politik, Gesellschaft und Erinnerungsarbeit. Neben Persönlichkeiten wie Staatssekretär Volker Schebesta und Landrat Thorsten Erny nehmen auch Carola Grasse von der jüdischen Gemeinde Emmendingen Ortenau sowie zahlreiche Mitglieder des Gemeinderats teil. Besonders emotional ist die Anwesenheit mehrerer Urenkel Mendelssons – zwei von ihnen sind noch unter einem Jahr alt und begegnen ihrer Urgroßmutter zum ersten Mal.
Künstlerisches Gastgeschenk mit historischer Tiefe
Im Zentrum der symbolischen Gesten steht das Gemälde „Die Wäsche am Stacheldraht im Lager Gurs“. Eva Mendelsson überreicht dieses Werk von Elise Wetzlar, geborene Oberbrunner, als Gastgeschenk an die Stadt Offenburg. Elise Wetzlar, eine Tante Mendelssons, wurde wie viele andere ins Lager Gurs deportiert, konnte jedoch in die USA fliehen.
Das Gemälde wird künftig in der Ausstellung im Salmen gezeigt, wo bereits ein von Eva Mendelsson angefertigter Torah-Mantel, ein früheres Geschenk, zu sehen ist.
Das Kunstwerk ist mit einem Gedicht versehen, das die Hoffnung und den Durchhaltewillen der Frauen in der Lagerhaft einfängt:
Auf dem stachelbewehrten Zaun trocknet zarteste Wäsche von Frau'n und wirkt wie eine Fanfare der Freude.
Morgen – ich fühle – vielleicht auch schon heute trifft die ersehnte Botschaft ein.
Dann wird uns're Not zu Ende sein.
Ausblick und Abschluss
Mit der Aufnahme des Gemäldes in die Dauerausstellung und dem Eintrag ins Goldene Buch würdigt die Stadt Offenburg das Lebenswerk von Eva Mendelsson. Die Feier hebt nicht nur die historische Bedeutung der Ehrenbürgerin hervor, sondern schlägt auch einen Bogen zu künstlerischem und gesellschaftlichem Engagement in der Gegenwart.
Die Veranstaltung steht stellvertretend für die lebendige Erinnerungskultur in Offenburg und setzt ein Zeichen für die generationsübergreifende Weitergabe von Geschichte und Hoffnung.
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