Offenburg schließt Modernisierung des Hochwasserrückhaltebeckens Sahlesbach ab

Mehr Speichervolumen, modernisiertes Auslassbauwerk und zusätzliche Maßnahmen für Starkregen- und Hochwasserschutz

Modernisiertes Auslassbauwerk am Hochwasserrückhaltebecken Sahlesbach
Modernisiertes Hochwasserrückhaltebecken Sahlesbach© AZV

Die Stadt Offenburg hat die Modernisierung des Hochwasserrückhaltebeckens Sahlesbach auf der Gemarkung Fessenbach abgeschlossen. Nach Angaben der Stadt verbessert die erneuerte Anlage den Schutz der Wohngebäude in Zell-Weierbach bei hohen Zuflussmengen aus dem natürlichen und landwirtschaftlich genutzten Einzugsgebiet des Sahlesbachs.

Speichervolumen deutlich vergrößert

Für einen langfristig verbesserten Hochwasserschutz wurde die Rückhalteanlage umfassend erweitert. Durch die Erhöhung des Absperrdamms und einen gezielten Geländeabtrag wuchs das Speichervolumen des Beckens von 2.300 auf 3.700 Kubikmeter. Damit kann eine Abflussmenge zurückgehalten werden, wie sie theoretisch einmal in einhundert Jahren auftritt.

Im Zuge der Arbeiten wurde auch das Auslassbauwerk modernisiert. Bei starken Niederschlägen nimmt die Anlage die Wassermengen des Sahlesbachs auf und gibt sie gedrosselt an den nachfolgenden Bachlauf ab.

Das Land Baden-Württemberg hat das Projekt nach Angaben der Stadt maßgeblich unterstützt.

Weitere Schutzmauer notwendig

Die Stadt weist darauf hin, dass der Umbau des Beckens allein wegen der topografischen Lage und des felsigen Untergrunds nicht ausreicht, um den angestrebten Schutzgrad vollständig zu erreichen. Deshalb ist entlang des unterhalb liegenden Gewässers zusätzlich eine Hochwasserschutzmauer erforderlich.

Erst das Zusammenspiel von Rückhaltebecken und Schutzmauer soll nach Angaben der Stadt die Wohnbebauung in diesem Bereich sowie das im Bau befindliche Feuerwehrhaus Rebland verlässlich vor Extremwetterereignissen schützen.

Da der Sahlesbach unterhalb des Beckens über Privatgrundstücke verläuft und die geplante Mauer auf privatem Boden gebaut werden muss, begann die Planung bereits vor dem Start der Umbauarbeiten am Hochwasserrückhaltebecken. Die betroffenen Eigentümerinnen und Eigentümer wurden laut Stadt frühzeitig informiert und in die Planung einbezogen.

Digitale Überwachung und Starkregen-Gefahrenkarte

Zur weiteren Erhöhung der Sicherheit lässt die Stadt Offenburg eine Starkregen-Gefahrenkarte erstellen. Diese Maßnahme steht den Angaben zufolge kurz vor dem Abschluss und soll wertvolle Daten für die Zukunft liefern.

Hinzu kommt eine digitale Fernüberwachung der Rückhaltebecken mit präzisen Radarsonden. Dadurch können die Wasserstände im Becken rund um die Uhr automatisch gemessen werden. Zeichnet sich ein kritischer Pegel ab und droht ein Überlaufen des Hochwasserrückhaltebeckens, kann die Feuerwehr Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung ergreifen.

Die Stadt verweist in diesem Zusammenhang auf zunehmende Starkregenereignisse und bezeichnet die Investitionen als vorausschauend und notwendig.

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