Offenburg ehrt Holocaust-Überlebende Eva Mendelsson

Ehrenbürgerwürde für ihr Engagement in Erinnerung, Aufklärung und Versöhnung

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Die Stadt Offenburg hat Eva Mendelsson, geborene Offenburgerin und Überlebende des Holocaust, zur Ehrenbürgerin ernannt. Im Rahmen eines bewegenden Festaktes wurde ihr damit die höchste Auszeichnung der Stadt zuteil. Die Zeremonie würdigte sowohl Mendelssons Engagement für Mitmenschlichkeit und Versöhnung als auch ihr lebenslanges Wirken als Zeitzeugin.

Ein Leben im Zeichen der Erinnerung und Versöhnung

Eva Mendelsson wurde als Kind 1940 in das Lager Gurs deportiert. Von dort gelang ihr später die Flucht in die Schweiz. Ihre Mutter Sylvia und ihre Schwester Esther wurden im Vernichtungslager Auschwitz ermordet. Seit 1986 setzt sich Mendelsson mit großem persönlichen Einsatz für die Erinnerung an die Opfer des Holocaust ein, insbesondere durch ihre Begegnungen mit Schulklassen und anderen Gruppen in Offenburg.

Für diese Aufklärungsarbeit und ihre Bereitschaft, ihre Geschichte zu teilen, reiste sie regelmäßig von ihrem Wohnort in England nach Offenburg. Bereits 2022 wurde Eva Mendelsson für ihr Wirken mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Feierliche Ehrung am historischen Ort

Die Verleihung der Ehrenbürgerwürde fand im Raum der ehemaligen Synagoge statt – ein geschichtlich bedeutsamer Ort, an dem 1847 der erste Grundrechtekatalog in deutscher Sprache veröffentlicht wurde. In der Pogromnacht 1938 wurde die Synagoge geschändet und verwüstet, später war hier die jüdische Gemeinde angesiedelt.

Im Rahmen der Ehrungszeremonie wurde die Dokumentation „Ich bin die – ihr habt einen Auftrag“ aufgeführt, die Einblick in Mendelssons Leben und ihren Auftrag an zukünftige Generationen gibt.

Eine internationale Familie vereint in Offenburg

Bei der feierlichen Auszeichnung wurde Eva Mendelsson von vielen Familienmitgliedern begleitet – darunter Kinder und Enkel aus Israel, Großbritannien und den USA. Für besondere Emotionen sorgte das Wiedersehen mit einigen ihrer vier Urenkel, die sie in Offenburg zum ersten Mal traf.

Bedeutung der Gedenkstätte und aktueller Bezug

Mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde möchte die Stadt Offenburg ein Zeichen für Erinnerung, Aufklärung und eine offene Gesellschaft setzen. Die Gedenkstätte am Ort der ehemaligen Synagoge steht sinnbildlich für das Bewahren der Geschichte und die Mahnung zu Toleranz.

Weiterführende Materialien und Dokumentation

Für alle Interessierten stehen unterhalb dieses Artikels weitere Materialien wie das Redemanuskript von Oberbürgermeister Marco Steffens, die Transkription der Film-Dokumentation sowie Fotos vom Festakt zum Download bereit.

Bildmaterial zur Veranstaltunghttps://cloud.offenburg.digital/s/TrbrQioitZ8mbnF

Verfügbare Anhänge

  • pressemitteilung_nr_615_29.11.2025.pdf
  • film-deutsch-transcript-mendelsson.pdf
  • rede-ob-steffens-mendelsson.pdf
  • Die Geschichte und das Engagement von Eva Mendelsson erinnern eindrücklich an die Verantwortung der heutigen Generationen, sich aktiv für Toleranz, Erinnerungsarbeit und Versöhnung einzusetzen.

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