Offenburg kämpft gegen Hitze und Starkregen

31 Maßnahmen für mehr Klimaresilienz – von Coole Orten bis Baumpflanzungen

Offenburg kämpft gegen Hitze und Starkregen
Bild zum Beitrag© Offenburgs Redaktion

Die Stadt Offenburg reagiert entschlossen auf die Herausforderungen des Klimawandels. Mit einem integrierten Klimaanpassungskonzept und 31 priorisierten Maßnahmen möchte Offenburg gezielt auf Extremwetterereignisse wie Hitze, Trockenheit und Starkregen reagieren. Ziel ist es, das Leben der Einwohnerinnen und Einwohner nachhaltig zu verbessern und die Stadt klimaresilienter zu gestalten.

Neue Maßnahmen für mehr Klimaresilienz

Seit März koordiniert Klimaanpassungsmanagerin Alexandra Dreyer die Umsetzung der Maßnahmen des integrierten Klimaanpassungskonzepts. Dieses Konzept umfasst unter anderem eine Analyse der Starkregenereignisse im Stadtgebiet sowie einen umfangreichen Maßnahmenkatalog mit 31 priorisierten Projekten.

Zu den für 2024 vom Gemeinderat beschlossenen Maßnahmen gehören:

  • Erarbeitung eines Notfallplans Hitze
  • Konzept für „Coole Orte“ in der Stadt
  • Beratungs- und Imagekampagne für lokale Unternehmen
  • Entsiegelung und Begrünung von Gewerbeflächen
  • Besonders die Entsiegelung und Begrünung werden durch die Stadt- und Freiraumplanung sowie den Hoch- und Tiefbau vorangetrieben. Die Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen externen Partnern.

    Die Rolle der Klimaanpassungsmanagerin

    Alexandra Dreyer ist die zentrale Ansprechpartnerin im Bereich Klimaanpassung in der Stadtverwaltung. Sie koordiniert nicht nur die Maßnahmenumsetzung und Projektinitierung, sondern ist auch für die Information und Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger verantwortlich. Dreyer betont: „Einmal im Jahr präsentieren wir den städtischen Gremien den aktuellen Stand unserer Arbeit.“

    Klimaschutz und Klimaanpassung – Zwei Seiten einer Medaille

    Immer wieder wird nach dem Unterschied zwischen Klimaschutz und Klimaanpassung gefragt. Alexandra Dreyer stellt klar: „Maßnahmen des Klimaschutzes bekämpfen die Ursachen über die Reduzierung der Treibhausgase, während Klimaanpassung den Umgang mit den bereits unvermeidlichen Folgen des Klimawandels zur Schadensbegrenzung zum Ziel hat. So sind wir besser gerüstet für Ereignisse wie Hitzewellen und Starkregen.“

    Stadtklimaanalyse als Ausgangspunkt

    Der Maßnahmenkatalog der Stadt basiert auf einer detaillierten Stadtklimaanalyse. Diese ergab, dass vor allem die Offenburger Kernstadt, große Gewerbegebiete und zahlreiche sommerliche Hotspots von Überhitzung betroffen sind. Die östlichen Ortsteile profitieren nachts von kühler Luft aus angrenzenden Landschaftsräumen und dem Schwarzwald. Der 2023 veröffentlichte Rahmenplan Stadtklimawandel mit Schwerpunkt Hitze dient als zentrale Orientierung für die künftige Stadtplanung und verschiedene Bauprojekte.

    Starkregenrisikomanagement und Nutzungskonflikte

    Erstmals wurde im neuen Konzept auch das Thema Starkregen umfassend betrachtet. Die Stadt baut gemeinsam mit externen Partnern ein Starkregenrisikomanagement auf, um auf die zunehmenden Extremwetterereignisse angemessen reagieren zu können.

    Stadtplanerin Vera Dreher weist auf Nutzungskonflikte bei der Umsetzung von Maßnahmen hin: „Bei Baumpflanzungen besteht beispielsweise Nutzungskonkurrenz im Straßenbereich, wo unter anderem verlaufende Leitungen und die Verkehrssicherheit, insbesondere für Fuß- und Radverkehr, berücksichtigt werden müssen.“

    Vorbildrolle in der Region

    Daniel Ebneth, Fachbereichsleiter für Stadtplanung und Baurecht, hebt hervor, dass Offenburg in Sachen Klimaanpassung bereits einige Schritte weiter ist als andere Städte. Er verweist auf Pflanzungen in der Ritterstraße im Frühjahr 2024 sowie auf geplante Baumpflanzungen am Stadtbuckel, auf dem Marktplatz und in der Werderstraße.

    Beispielhafte Maßnahmen aus 2024

    • Pflanzung von drei Ahorn- und zwei Zierapfelbäumen in der Ritterstraße
    • Installation von sechs Trinkstelen, die gut angenommen werden
    • Diese sichtbaren Veränderungen unterstreichen die laufenden Bemühungen der Stadt, für mehr Grün und Schatten im öffentlichen Raum zu sorgen.

      Weitere Informationen und Beteiligung

      Weitere Informationen zum Klimawandel in Offenburghttp://www.offenburg-klimaschutz.de/klimawandel

      Mit klaren Zielen und zahlreichen Projekten zeigt Offenburg, dass Klimaanpassung und Klimaschutz Hand in Hand gehen müssen – ein engagierter Kurs, der Vorbildcharakter für andere Kommunen haben könnte.

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