Offenburg macht Verwaltung sichtbar
Mitarbeitende berichten auf LinkedIn unter #UnsichtbaresSichtbarMachen und stärken so Transparenz und Recruiting

Die Stadt Offenburg hat vor gut einem Jahr ein Corporate-Influencer-Programm ins Leben gerufen, das sowohl innovativ als auch wegweisend für den öffentlichen Dienst ist. Ziel war es, die Arbeitswelt der Stadtverwaltung transparenter zu machen und Offenburg als moderne Arbeitgeberin zu positionieren. Was als Pilotprojekt im November 2024 mit 14 engagierten Mitarbeitenden begann, hat sich inzwischen etabliert und zeigt spürbare Wirkung – sowohl innerhalb der Verwaltung als auch für die Öffentlichkeit.
Einblicke aus erster Hand: Authentizität auf LinkedIn
Derzeit berichten 13 Corporate Influencer*innen aus unterschiedlichsten Bereichen wie Friedhofswesen, Sozialarbeit, Mobilität, Winterdienst, Baumschutz, Personal, Organisation sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit regelmäßig auf LinkedIn unter dem Hashtag #UnsichtbaresSichtbarMachen. Mit sechs Männern und sieben Frauen ist das Team breit aufgestellt und repräsentiert die Vielfalt der städtischen Aufgaben.
Die Beiträge reichen von Erfahrungen im Rahmen des Sommerferienprogramms über Baumpatenschaften bis hin zu städtischen Veranstaltungen, kuriosen Radwegen und persönlichen Eindrücken aus dem Arbeitsalltag. Der Mix aus beruflichen Themen und privaten Sichtweisen sorgt für Authentizität und Resonanz. Im Jahresverlauf wurden so 355 Beiträge veröffentlicht – im Schnitt rund 6,8 pro Woche. Die Accounts erreichen inzwischen 17.528 Follower*innen, die regelmäßig Einblicke hinter die Kulissen der Verwaltung erhalten.
Mehr Sichtbarkeit und neue Formen der Ansprache
Christine Koch, HR Business Partner, hebt hervor, wie LinkedIn neue Möglichkeiten im Recruiting eröffnet:
„LinkedIn ermöglicht, gezielt potenzielle Bewerberinnen und Bewerber anzusprechen und die Stadt als attraktive Arbeitgeberin zu präsentieren. Viele Menschen wissen nicht, wie umfangreich die Möglichkeiten einer Stadtverwaltung sind – allein in Offenburg gibt es 83 verschiedene Berufsbilder.“
Auch im Bereich Vielfalt und Außenwahrnehmung zeigen sich Erfolge. Ines Werrn aus dem Fachbereich Personal & Organisation verweist auf den messbar gestiegenen Bekanntheitsgrad und das Interesse anderer Organisationen am Offenburger Weg. Leitlinien für die Beitragserstellung sorgen dafür, dass Inhalte im Einklang mit den Werten der Stadt stehen, ohne die Authentizität einzuschränken.
Der Wert des Austauschs: Vernetzung und Wissensgewinn
Die Offenburger Corporate Influencer*innen profitieren nicht nur von der gesteigerten Aufmerksamkeit nach außen, sondern auch intern. So konnte Mobilitätsmanager Martin Maldener fachlichen Input zum Thema Radverkehr aus anderen Kommunen gewinnen, Baumbeauftragter Wolfram Reinhard erhielt wertvolle Anregungen zum Stadtgrün, und Sozialarbeiterin Thekla Fey knüpfte neue Kontakte über LinkedIn.
David Lehmann, Mitarbeitender der Friedhofsverwaltung, berichtet:
„Ich kann meinen Arbeitsalltag sensibel sichtbar machen und so einen Einblick in eine Aufgabe geben, die viele Menschen nur in besonderen Lebensmomenten wahrnehmen.“
Fazit: Ein Gewinn für Verwaltung und Öffentlichkeit
Durch die offene und nahbare Darstellung ihrer Arbeit leisten die Corporate Influencer*innen einen wichtigen Beitrag zur Imagebildung der Stadtverwaltung. Die Vielfalt wird sichtbarer, der Austausch gefördert und die Rolle der Verwaltung als Arbeitgeberin modern interpretiert.
Simone Appel, Fachbereichsleitung Personal & Organisation, zieht eine positive Bilanz des ersten Jahres:
„Es war viel Arbeit, das Programm aufzubauen – aber es hat sich wirklich gelohnt. Uns war wichtig, sichtbar zu machen, was unsere Mitarbeitenden – Spurenhinterlasserinnen und -hinterlasser – tagtäglich für die Stadt und die Bürgerschaft leisten. Über das Netzwerk LinkedIn wird deutlich, welchen Beitrag jede und jeder Einzelne in ihrem/seinem Aufgabenbereich leistet.“
Ausblick: Kommunikation auf neuen Wegen
Mit dem Corporate-Influencer-Programm schlägt Offenburg einen neuen Kurs in der Kommunikation ein – authentisch, modern und nahbar. Das erste Jahr hat gezeigt, dass solche Einblicke das Bild des öffentlichen Dienstes modernisieren und potenziell auch Menschen ansprechen, die bislang keine Berührungspunkte mit einer Verwaltung sahen.
Für die kommenden Monate ist geplant, weiterhin echte, spontane Einblicke aus dem Offenburger Stadtleben zu teilen und so das Verständnis für die vielfältigen Aufgaben der Verwaltung zu stärken.
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