Offenburg: Performance macht Magersucht sichtbar
In der Kunstschule zeigt Rica Lata Matthes am 24. April „Evanescet – ein performativer Hungerstreik“ mit Tanz, Sprache und persönlichem Bezug.
Mit einer Tanzperformance in der Kunstschule Offenburg rückt am Freitag, 24. April, ein schweres und zugleich hochsensibles Thema in den Mittelpunkt: Magersucht. Unter dem Titel "Evanescet - ein performativer Hungerstreik" setzt sich das Stück um 20.15 Uhr in der Weingartenstraße 34b mit den Erfahrungen von Betroffenen auseinander.
Ein Stück über Verlust, Kontrolle und Leere
Die Produktion geht nach Angaben der Pressemitteilung über eine bloße Darstellung der Krankheit hinaus. Im Zentrum steht nicht nur das körperliche Verschwinden, sondern auch das langsame Verstummen von Emotionen. Das Stück erkundet die stille Sehnsucht nach sich selbst sowie das komplexe Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Leere.
Besonders hervorgehoben wird dabei der bewusste Verzicht auf ästhetische Verklärung. Statt Magersucht zu idealisieren, will die Performance die rohen und oft verborgenen Erfahrungen von Betroffenen in Bewegung und Sprache sichtbar machen.
Choreografie mit persönlichem Bezug
Entwickelt wurde die Tanzperformance von der Choreografin Rica Lata Matthes, die selbst ehemals betroffen war. Gemeinsam mit vier Tänzerinnen sowie einem interdisziplinären Team aus Therapeuten und Künstlern entstand ein Stück, das den Blick auf das Thema bewusst erweitert.
Die Kombination aus Tanz, Sprache und interdisziplinärer Zusammenarbeit verleiht der Performance nach eigener Darstellung eine besondere Tiefe. Im Mittelpunkt steht dabei die Auseinandersetzung mit einer Erfahrung, die körperlich sichtbar sein kann, sich zugleich aber oft auch im Inneren der Betroffenen abspielt.
Ort, Zeit und Eintritt
Mit dem offenen Zugang und dem freiwilligen Spendenmodell setzt die Veranstaltung ein niedrigschwelliges Zeichen für Interesse an Kunst und für die Beschäftigung mit einem Thema, das selten leicht zugänglich ist. Gerade deshalb dürfte der Abend für ein Publikum relevant sein, das sich für zeitgenössische Performanceformen und gesellschaftlich sensible Inhalte interessiert.
Einordnung des Projekts
"Evanescet - ein performativer Hungerstreik" versteht sich als künstlerische Auseinandersetzung mit Magersucht, die weder distanziert noch beschönigend angelegt ist. Die Performance will Erfahrungen von Betroffenen nicht glätten, sondern in ihrer Belastung und Komplexität sichtbar machen.
Damit rückt das Stück nicht nur eine Krankheit in den Fokus, sondern auch die Frage, wie Kunst Emotionen, innere Konflikte und Verletzlichkeit auf der Bühne ausdrücken kann.
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