Offenburgs Wirtschaft am Limit
Mangel an Gewerbeflächen bremst Unternehmen und gefährdet Arbeitsplätze

Artikel anhören
Die Stadt Offenburg steht vor einer zentralen Herausforderung: Die fehlenden Gewerbeflächen gefährden laut Wirtschaftsförderer Marco Butz die Entwicklung der lokalen Wirtschaft und damit die Zukunftsfähigkeit der gesamten Region. Unternehmen, die expandieren möchten, finden kaum noch Möglichkeiten vor Ort. Dies könnte nicht nur zu Unternehmensabwanderungen führen, sondern auch langfristige gesellschaftliche Folgen nach sich ziehen.
Offenburgs wirtschaftliche Stärke und ihre Grenzen
Irmgard Sachsenmaier, Vorständin der Volksbank eG – Gestalterbank, lobte erst kürzlich die wirtschaftliche Stabilität Offenburgs. Die Stadt verfüge über eine breit gefächerte Unternehmenslandschaft, die auch in schwierigen Zeiten für Krisenresilienz sorge. Handwerk, Handel und Industrie tragen dabei gleichermaßen zur positiven Entwicklung bei.
Trotz dieser soliden Ausgangslage warnt Marco Butz vor Selbstzufriedenheit. Die ausgereizte Flächenpolitik der Stadt sei ein ernstes Hindernis für weiteres Wachstum. Fast alle nutzbaren Flächen sind bereits vergeben, reserviert oder befinden sich in Privatbesitz. Damit bleiben immer mehr Unternehmen ohne Spielraum für Expansion.
Der Einfluss auf lokale Firmen
Marco Geiler, Geschäftsführer des Offenburger Traditionsunternehmens J. Schneider Elektrotechnik, schildert die Folgen aus Sicht der Praxis. Das Unternehmen konnte seinen Umsatz seit 2020 nahezu verdoppeln und beschäftigt stetig mehr Mitarbeitende. Doch Expansion ist in Offenburg kaum noch möglich, weshalb der Blick ins Umland gelenkt wird.
Der Mangel an Gewerbeflächen zwingt wachsende Unternehmen, Alternativen außerhalb Offenburgs zu suchen. Das birgt das Risiko, dass langfristig nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Steuereinnahmen aus der Stadt abwandern.
Finanzielle Folgen für die Kommune
Marco Butz hebt hervor, dass die Gewerbesteuer eine tragende Säule der kommunalen Finanzen ist. Diese Einnahmen finanzieren zentrale Leistungen der Stadt – von Bildungseinrichtungen und Sportanlagen bis zu sozialen und kulturellen Angeboten. Geht ein Unternehmen, entgehen der Stadt essentielle Einnahmen, die für das Gemeinwohl benötigt werden.
Perspektiven für künftige Generationen
Die Sicherung und Schaffung neuer Arbeitsplätze ist für Offenburg mehr als reine Wirtschaftspolitik. Wie Marco Butz betont, bilden Arbeitsplätze die soziale Grundlage der Stadtgesellschaft. Sie sorgen nicht zuletzt für Ausbildungs- und Berufsperspektiven junger Menschen.
Auch die Hochschule Offenburg ist darauf angewiesen, dass Unternehmen vor Ort aktiv und innovativ bleiben. Gerade duale Studiengänge erfordern verlässliche Kooperationspartner aus der regionalen Wirtschaft.
Appell für mehr Gewerbeflächen
Wirtschaftsförderer Marco Butz macht deutlich: „Sicherung bestehender und Schaffung neuer Arbeitsplätze für Offenburgerinnen und Offenburger ist nicht nur reine Wirtschaftspolitik. Arbeitsplätze schaffen auch die soziale Grundlage unserer Stadt.“ Deshalb fordert er Entwicklungsmöglichkeiten für Unternehmen in Form neuer Gewerbeflächen, um die wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft der Stadt zu sichern.
Die Diskussion um die Bereitstellung neuer Gewerbeflächen bleibt damit ein zentrales Thema für Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Bürgerschaft in Offenburg.
Eigene Anzeige
Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen
Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.