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Betreff: Preisgericht kürt Siegerentwurf für Öhringer Bahnhofsareal
Wettbewerb zur freiraumplanerischen Neugestaltung erfolgreich abgeschlossen - 15 Entwürfe eingereicht. Präsentation auf oehringen.de und Vorstellung der Entwürfe und Modelle am 6. Januar beim Bürgerempfang der Stadt.
Sehr geehrte Redaktion,
am Donnerstag, 9. Oktober, tagte das Preisgericht zum städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerb "Bahnhofsareal" in der Öhringer KULTURa in nicht-öffentlicher Sitzung. Nach intensiver Beratung wurden aus insgesamt 15 eingereichten Entwürfen von der 23-köpfigen Jury die Preisträger ermittelt. Die Wettbewerbssumme von 65.000 Euro wurde auf drei Preise und eine Anerkennung verteilt.
Gesucht wurden Ideen und Planungsvorschläge, wie die Bereiche nördlich und südlich des Bahnhofs miteinander und mit den angrenzenden Quartieren verbunden werden können, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und das Ankommen in Öhringen attraktiv zu gestalten. Dabei sollte aufgezeigt werden, wie u.a. ein "Skywalk" (oberirdischer Gleisübergang) vom Netto/BAG-Gelände zum südlich gelegenen Bahnhofsgelände mit Zugängen zum Bahnsteig geplant werden kann. Für die Jugendmusikschule sollten neue Räume entstehen und ein Kino weiterhin möglich sein. Die verkehrliche Neuordnung des Bereiches am Bahnhof Öhringen war als Leitprojekt ein zentrales Element des im Jahre 2023 entwickelten Mobilitätskonzeptes der Stadt. Dafür sollte der motorisierte Individualverkehr künftig nahezu vollständig aus dem südlichen Platz vor dem Bahnhofsgelände herausgehalten werden, um die Aufenthaltsqualität auf dem Bahnhofsplatz zu verbessern. Die Zufahrt in den Bahnhofsbereich sollte nur noch dem ÖPNV, Taxen, dem Radverkehr und dem Lieferverkehr möglich sein. Wichtig war ebenfalls ein Mobilitätshub und die Neugestaltung des Busbahnhofs zu mehr Leistungsfähigkeit, u.a. mit einer Neuordnung der Haltebuchten. Das vom privaten Autoverkehr stark belastete südliche Bahnhofsareal sollte durch eine Verlagerung der öffentlichen Stellplätze in das Bahnhofsparkhaus und den Mobilitätshub nördlich der Bahn entlastet werden.
Mittels des Skywalks war das Ziel, die fuß- und radläufige Verbindung zwischen dem nördlichen Mobilitätshub und dem Bahnhofsbereich herzustellen.
Siegerentwurf überzeugt mit "Ankommen, Verweilen und Verbinden"
Den ersten Preis (32.000 Euro) erhielt das Team von LEHENdrei Architektur Stadtplanung, Stuttgart mit [freiraumconcept] sinz-beerstecher + böpple Landschaftsarchitekten PartGmbB. Die Verfasser überzeugten die Jury mit ihrer städtebaulichen Leitidee "Ankommen, Verweilen und Verbinden". Auch wenn ihre Grundidee, die Schillerstraße einspurig befahrbar zu machen aufgrund der zentralen Verkehrsführung von 20.000 Fahrzeugen täglich nicht realisiert werden kann, überzeugte der Entwurf mit einem harmonischen und ausgewogenen Gesamtbild.
Das Preisgericht würdigte besonders die gelungene Integration von Bestand und Neuplanung. Der Entwurf entwickelt ein robustes Muster aus Vor- und Rücksprüngen, Plätzen und Gassen, in das die freiraumplanerischen und verkehrlichen Anforderungen geschickt eingebunden werden. Die Baufelder vermitteln sensibel zwischen den unterschiedlichen Maßstäben südlich und nördlich der Bahnlinie und schaffen sowohl am Bahnhofsplatz als auch am neuen Platz nördlich der Bahn Räume mit hoher Aufenthaltsqualität.
Besondere Anerkennung fand die Inszenierung des Skywalks als eigenständige, skulpturale Figur im zentralen Verbindungskorridor. Der geplante Mobility Hub im Südwesten ersetzt das bestehende Parkhaus und schafft zeitgemäße Lösungen für Fahrradparken, Service-Stationen und Stellplätze in direkter Anbindung an die Bahn.
Mit vorgeschlagenen Maßnahmen zur Retention, kompakten Baumhainen, Verschattung und extensiven Grünstreifen zwischen den Baufeldern berücksichtigt der Entwurf zudem Aspekte der Klimaanpassung und Nachhaltigkeit. Die Arbeit lässt sich unter Berücksichtigung unterschiedlicher Grundstückseigentümer abschnittsweise realisieren.
Oberbürgermeister Patrick Wegener ist begeistert vom Ergebnis und der intensiven Abstimmung mit klarem Ergebnis: "Wichtig war, nördlich und südlich des Bahnhofs Mobilitätsschwerpunkte zu legen, die unter anderem Park- und Abstellmöglichkeiten für PKW und Fahrräder vorsehen. Insgesamt sollte die Aufenthaltsqualität vor dem Bahnhofsgebäude wesentlich verbessert werden. Ich freue mich, dass wir nun eine tolle Perspektive haben, wie das Areal weiterentwickelt werden kann. Sicherlich werden punktuell noch einige Stellschrauben gesetzt werden müssen, da jetzt die Eigentümer der Grundstücke für das Vorhaben begeistert werden sollen. Aber wir sind mit diesem Aufschlag einen großen Schritt weiter und haben für die nächsten Jahre eine starke Perspektive, diesen zentralen Bereich wesentlich zu modernisieren und zu verschönern."
Der Vorsitzende des Preisgerichts Dipl.-Ing. Klaus Elliger stellte fest, dass der Wettbewerb ein sehr gutes Ergebnis erbracht hat. "Das Konzept des mit dem ersten Preis ausgezeichneten Entwurfs bildet eine überzeugende Grundlage sowohl für die Weiterbearbeitung zum städtebaulichen Entwurf als auch für die mittel- und langfristige Entwicklung des Bahnhofsumfelds. Das Preisgericht empfiehlt der Stadt Öhringen einstimmig, die Verfasser des Siegerentwurfs mit der weiteren Bearbeitung zu beauftragen."
Weitere Preisträger
Den zweiten Preis (16.000 Euro) erhielt Hähnig | Gemmeke Architekten und Stadtplaner Partnerschaft, Tübingen. Der dritte Preis (11.000 Euro) ging an Thomas Schüler Architekten Stadtplaner, Düsseldorf mit faktorgruen. Eine Anerkennung (6.000 Euro) erhielt Schirmer Architekten + Stadtplaner GmbH, Würzburg mit DE BUHR LA Landschaftsarchitektur und planetz architektenpartnergesellschaft mbB.
Hochkarätige Jury
Der Jury gehörten als Fachpreisrichter mit Stimmrecht an: Dipl.-Ing. Klaus Elliger (Stadtplaner/Architekt, Mannheim), Dipl.-Ing. Elke Ukas (Landschaftsarchitektin, Karlsruhe), Dipl.-Ing. Tom-Philipp Zoll (Stadtplaner/Architekt, Stuttgart), Axel Lohrer (Stadtplaner/Landschaftsarchitekt, München), Prof. Dr. Ilka Mecklenbrauck (Stadtplanerin, Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen) sowie Prof. Dita Leyh (Stadtplanerin/Architektin, Stuttgart).
Als Sachpreisrichter mit Stimmrecht wirkten aus dem Gemeinderat mit: Ulrich Schimmel (Fraktion CDU), Markus Hassler (Fraktion LBÖ), Petra Tyderle-Vogt (Fraktion FWV) und Katharina Krehl (Fraktion UNS/Grüne) sowie Stadtbaumeister Frank Hildebrand. Ergänzend dazu nahmen stellvertretende Fach- und Sachpreisrichter sowie weitere Beraterinnen und Berater an der Sitzung teil.
Veröffentlichung der Ergebnisse
Alle Einreichungen und der Siegerentwurf werden von der Stadt Öhringen beim Bürgerempfang "Begegnung" am Dienstag, 6. Januar 2026 (Heilige Drei Könige) der Öffentlichkeit in der KULTURa von 11 bis 14 Uhr präsentiert werden. Vorab sind alle 15 Wettbewerbseinreichungen auch online unter oehringen.de/leben-wohnen/bauen-und-wohnen/wettbewerb-bahnhofsareal vorgestellt.
Hintergrund
Der Öhringer Gemeinderat hatte in seiner Sitzung am 19. November 2024 der Durchführung des städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerbs "Bahnhofsareal" zugestimmt. Bereits seit Jahren gibt es Überlegungen von Investoren und Stadt das Bahnhofsareal nördlich und südlich der Gleise städtebaulich aufzuwerten und ein attraktives Bahnhofsumfeld als Willkommenspunkt und "Mobility-Hub" zu schaffen. Das Wettbewerbsgebiet umfasst inkl. der Bahnflächen insgesamt eine Fläche von ca. 7,9 ha. Der Gemeinderat hatte bereits am 25.07.2023 im Rahmen des Maßnahmenkatalogs des Mobilitätskonzeptes beschlossen, einen solchen Wettbewerb zur Umgestaltung des Bahnhofsareals, des ehemaligen Kubiz-Geländes am Krankenhaus und der Flächen um den BAG/Netto durchzuführen. Damit beauftragt wurde das Büro schreiberplan, Stuttgart.
Mit Bitte um Veröffentlichung, vielen Dank.
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Bildunterschrift: Punkt 18.30 Uhr fiel die Entscheidung für den Sieger des städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerbs zum Bahnhofsareal. Im Bild sind die Sitzung
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