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Betreff: Pressemitteilung neues Exponat Stadthaus
Werte Redaktionen,
im Museum im Stadthaus Freudenstadt gibt es ein neues Exponat mit einem besonderen Hintergrund.
Näheres dazu entnehmen sie bei Interesse gerne beigefügter Pressemitteilung.
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Pressemitteilung
6. Februar 2026
Wertvolles neues Exponat für das Heimatmuseum im Stadthaus Freudenstadt
Freudenstadt. Wie sah die Stadt Freudenstadt im 19. Jahrhundert aus? Ein neues Ausstellungsstück im Museum im Stadthaus vermittelt einen detaillierten Einblick - eine historische eingerahmte Kupferplatte aus dem Nachlass von Horst Bäuerle.
Mitglieder der Familie, der Stadt Freudenstadt, des Heimat- und Museumsvereins, des Kreisarchivs und des Vermessungsamts waren am Montag in den Ludwig-Schweizer-Saal zu einem besonderen Augenblick gekommen: die offizielle Übergabe des seltenen Stücks als Exponat für das Stadtmuseum, wo es für die Öffentlichkeit zugänglich ist.
Oberbürgermeister Adrian Sonder bedankte sich bei der Familie von Horst Bäuerle, der am 27. Dezember 2024 gestorben war, insbesondere bei seiner Witwe Sieglinde und den beiden Söhnen Hans-Jörg und Matthias. "Es ist für uns als Stadt eine außerordentliche Ehre, heute dieses besondere Exponat entgegennehmen zu dürfen, und hoffentlich auch ein Zeichen für die Würdigung des außergewöhnlichen Lebenswerks von Horst Bäuerle", so Sonder. Die Erinnerung an ihn im kollektiven Gedächtnis der Stadt bleibe auf diese Weise erhalten. Mit seiner heimatkundlichen Arbeit habe er der Stadt und ihren Einwohnern einen herausragenden Dienst erwiesen.
Reinhold Beck, Vorsitzender des Heimat- und Museumsvereins, sagte, dass er sich "außerordentlich" freue. Die Schenkungszusage von Horst Bäuerle an den Verein sei ihm bereits 2017 gemacht worden, seinerzeit bei einem Besuch im Hause Bäuerle. Die Einblicke in die Sammlung von Horst Bäuerle, die er bei dieser Gelegenheit bekommen habe, seien "sehr beeindruckend" gewesen.
Kreisarchivar Dr. Louis-David Finkeldei ordnete das neue Ausstellungsstück im Stadthaus von seiner geschichtskundlichen Bedeutung her ein. Die Kupferplatte sei nicht nur durch ihr Alter und die kunstvolle Arbeit, in der die erschaffen worden wurde, eine Rarität. Sie habe auch einen großen praktischen Nutzen für alle, die sich für die Geschichte der Stadt interessieren. "Das Vermessungswesen hat mit seinen Karten nicht nur Städte und Landschaften mathematisch erfasst, was damals wie heute von einem großen Wert war und ist. Es sind auch die ersten visuellen Darstellungen unserer Heimat, dazu sehr präzise und überaus reich an Details", so Finkeldei. Betrachter und Historiker könnten sich ein klares Bild machen, wie Freudenstadt im 19. Jahrhundert und bis zur Zerstörung der Innenstadt am 16. April 1945 ausgesehen hatte. Darüber hinaus sei das Exponat "eine wunderschöne Arbeit".
Für die Familie war die Übergabe ebenfalls ein emotionaler Moment. Die Söhne und die Witwe betonten, dass es Horst Bäuerle ganz bestimmt mit Freude erfüllen würde, dieses Unikat im städtischen Museum sehen zu dürfen, die ihm bei der Verabschiedung als Vorsitzender des Hauptpersonalrats beim Innenministerium Baden-Württemberg vom Innenminister Dietmar Schlee und dem seinerzeitigen Präsidenten des Landesvermessungsamts Baden-Württemberg, Dr. Victor Eisele, als Geschenk überreicht worden war.
Hintergrund: Der Vermessungsingenieur Horst Bäuerle trug über viele Jahre eine einmalige Sammlung von Grenzsteinzeugen zusammen. Diese umfasst unter anderem Exponate aus dem Königreich Württemberg, insbesondere aus den ehemaligen Kreisen Horb und Freudenstadt, die auch in seinem Buch "Geheime Grenzsteinzeugen" (2011) beschrieben sind. Die Platte, die jetzt im Stadthaus ausgestellt ist, war Teil dieser Sammlung. Dabei handelt es sich um einen Kupferstich der topografischen Karte im Maßstab 1:25.000, Blatt 7516 Freudenstadt, herausgegeben vom Württembergischen Topografischen Bureau und erstellt 1861 sowie 1869. Sie basiert auf den Ergebnissen der Landesvermessung und wurde fortlaufend an topografische Veränderungen angepasst. Die Karte diente bis zur Einführung neuer Druckträger als Vorlage für den Druck der topografischen Karten. Am 23. Mai 2017 legte Horst Bäuerle in einer schriftlichen Schenkungszusage fest, die er gemeinsam mit der damaligen Bürgermeisterin Dr. Stephanie Hentschel unterzeichnete, dass diese Kupferplatte nach seinem Tod als Schenkung an den Heimat- und Museumsverein Freudenstadt übergehen und an herausragender Stelle präsentiert werden soll. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurde vereinbart, dass der Kupferstich in Vitrine Nummer elf im Ludwig- Schweizer-Saal ausgestellt und mit einem Hinweis auf den Spender versehen wird. Horst Bäuerle, am 17. April 1936 in Chemnitz geboren und viele Jahre Vorsitzender des Beamtenbunds Baden-Württemberg, wurde für sein Engagement vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande, dem Verdienstkreuz erster Klasse und der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg.
Bildbeschreibung:
Herzenssache: Bei der Übergabe mit (von links) Oberbürgermeister Sonder, Kreisarchivar Dr. Finkeldei, Reinhold Beck, Sieglinde Bäuerle und ihre beiden Söhne Matthias und Hans-Jörg. Die Kupferplatte, die Freudenstadt im 19. Jahrhundert darstellt, fand ihren Platz in Vitrine Nummer elf des Heimatmuseums. Fotos: Rath/Stadtverwaltung
Freundlich grüßt Sie
Volker Rath
Stadtverwaltung Freudenstadt
Dezernat I | Pressestelle und Referent des OB
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Telefon: +49 7441 890 217
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