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Betreff: Medieninformation: Maria-Montessori-Schule in Weinheim: Containerklassenzimmer gesperrt / Schadstofffunde schränken Nutzung des Außengeländes ein

Medieninformation des Landratsamts Rhein-Neckar-Kreis vom 16. Oktober 2026 Maria-Montessori-Schule in Weinheim: Containerklassenzimmer gesperrt / Schadstofffunde schränken Nutzung des Außengeländes ein An der Maria-Montessori-Schule in Weinheim, ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum in der Trägerschaft des Rhein-Neckar-Kreises, sorgen zwei unterschiedliche Schadstoffbelastungen für Einschränkungen im Schulalltag. Zum einen können vier Containerklassenzimmer wegen einer Belastung der Raumluft mit flüchtigen organischen Verbindungen nicht genutzt werden. Zum anderen wurden bei Bodenuntersuchungen auf Teilen des Außengeländes PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) nachgewiesen. Der Rhein-Neckar-Kreis als Schulträger hat deshalb auf Empfehlung des Gesundheitsamtes Teile des Schulgeländes vorsorglich sperren lassen. Weitere Untersuchungen sind bereits beauftragt. Über die Situation und die Maßnahmen hat der Landkreis die Schulgemeinschaft bereits in einem Elternbrief informiert. Containerklassenzimmer: Sanierung erforderlich Schon vor den Sommerferien war besonders während der Hitzewellen in den Containerklassenzimmern ein deutlicher Geruch nach Lösungsmitteln, Weichmachern oder ähnlichen Substanzen wahrnehmbar. Der Eigenbetrieb Bau, Vermögen und Informationstechnik des Rhein-Neckar-Kreises (EBVIT) veranlasste Raumluftmessungen durch ein Fachbüro, die später auf flüchtige organische Verbindungen (VOC) ausgeweitet wurden. Dabei wurden mehrere Stoffe nachgewiesen, insbesondere eine erhöhte Konzentration von 2-Ethylhexanol. Obwohl keine konkreten Grenzwerte überschritten wurden, untersagte der Landkreis auf Empfehlung des Gutachters vorsorglich die Nutzung der vier Containerklassenzimmer. Betroffen sind auch zwei erst in den Sommerferien errichtete Einheiten. Nach Einschätzung des Gesundheitsamtes und eines unabhängigen Arbeitsmediziners sind durch die bisherige Nutzung aller Wahrscheinlichkeit nach keine gesundheitlichen Schäden über Geruchsbelästigungen oder kurzfristige Schleimhautreizungen hinaus zu erwarten. Dennoch rieten beide Stellen von einer weiteren Nutzung ab. Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Schadstoffe durch eine chemische Reaktion von Feuchtigkeit, Kleber und Bodenbelag entstanden sind. Ein am 14. Oktober vorgelegter Abschlussbericht bestätigt diese Vermutung im Wesentlichen und empfiehlt eine Sanierung. Eine kurzfristige Wiederaufnahme des Unterrichts in den Containern ist nicht möglich. Auch Luftreinigungsgeräte, ein angepasstes Lüftungskonzept oder eine einfache Bodenversiegelung scheiden als kurzfristige Lösungen aus. Schadstofffunde im Boden: Teile des Außengeländes vorsorglich gesperrt Unabhängig davon ergaben Untersuchungen des Außengeländes weitere Schadstofffunde. Anlass war die geplante Umgestaltung einer Spielfläche mit Erdmaterial eines seit Jahrzehnten bestehenden Walls entlang der südlichen Grundstücksgrenze. Der Eigenbetrieb ließ daraufhin vorsorglich sowohl das Erdmaterial als auch die vorgesehene Fläche untersuchen. In einer Mischprobe des Erdmaterials wurde der Prüfwert für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) überschritten. Ein unmittelbarer Handlungsbedarf ergibt sich daraus laut gutachterlicher Bewertung nicht. Für die geplante Gestaltung der Spielfläche darf das Material jedoch nicht verwendet werden. Auf der untersuchten Spielfläche im Nordosten des Schulgrundstücks wurden zudem PFAS nachgewiesen. Hinsichtlich der gesetzlich festgelegten Prüfwerte der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung ergaben sich bei den Untersuchungen keine Auffälligkeiten. Für PFAS im Wirkungspfad Boden-Mensch liegen allerdings seit April 2026 rechtlich noch nicht verbindliche Prüfwertvorschläge des Umweltbundesamtes vor, die eine Einzelfallbewertung erfordern. Das Gesundheitsamt bewertet die Fläche aufgrund ihrer Nutzung als Kinderspielfläche und legt vorsorglich die strengsten Prüfwertvorschläge zugrunde. Es empfiehlt, die Bodenfläche und den angrenzenden Schulgarten bis auf Weiteres zu sperren. Diese Bereiche wurden mit Bauzäunen und Absperrbaken abgetrennt. Die befestigten Flächen, darunter die asphaltierte Spiel- und Bewegungsfläche sowie die Sandspielflächen, bleiben uneingeschränkt nutzbar. Ergebnisse weiterer Bodenuntersuchungen voraussichtlich im November Da bisher nur der nordöstliche Grundstücksbereich untersucht wurde, hat der EBVIT weitere Bodenproben veranlasst. Sie betreffen die Flächen neben dem Schulhof im Südwesten, die Flächen des Kindergartens sowie eine genauere Untersuchung der bereits gesperrten Bereiche. Die Probenahmen sollen schnellstmöglich beginnen. Mit Laborergebnissen und gutachterlicher Bewertung wird voraussichtlich im November gerechnet. Landrat Manuel Just betont, dass der Landkreis die Situation sehr ernst nehme: „Uns ist bewusst, dass die derzeitigen Einschränkungen für die Kinder, ihre Familien und die Beschäftigten der Schule eine erhebliche Belastung darstellen. Wir können und werden die bestehenden Probleme nicht kleinreden. Entscheidend ist jetzt, dass wir die Ursachen sorgfältig klären und tragfähige Lösungen finden. Die gesamte Schulgemeinschaft darf darauf vertrauen, dass wir mit Nachdruck daran arbeiten, die Situation Schritt für Schritt und dauerhaft zu verbessern. Der Gesundheitsschutz hat dabei oberste Priorität.“ Der Rhein-Neckar-Kreis steht hierzu in engem Austausch mit der Schulleitung, dem Gesundheitsamt, der Unteren Bodenschutzbehörde und den Fachbüros. Über neue Ergebnisse und daraus folgende Maßnahmen wird die Schulgemeinschaft kontinuierlich informiert. Ziel ist, die gesperrten Räume und Außenflächen so bald wie möglich wieder sicher nutzbar zu machen. Hintergrundinformationen: Was sind PFAS? PFAS sind per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, eine große Gruppe industriell hergestellter Chemikalien. Wegen ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften werden sie etwa in Textilien, Beschichtungen und bestimmten Löschschäumen eingesetzt. Viele bauen sich in der Umwelt kaum ab und werden daher „Ewigkeitschemikalien“ genannt. Einige PFAS können sich im menschlichen Körper anreichern und gesundheitsschädlich wirken. Das Risiko hängt von der Substanz, ihrer Konzentration sowie Art und Dauer der Aufnahme ab. Ein Nachweis im Boden bedeutet nicht automatisch eine unmittelbare Gesundheitsgefahr. Erforderliche Schutzmaßnahmen sind anhand der Untersuchungsergebnisse zu bewerten. Herzlichen Dank für die Veröffentlichung. Kontakt: Silke Hartmann Pressesprecherin Kurfürsten-Anlage 38 – 40 69115 Heidelberg Tel. +49 6221 522-1421 E-Mail: •••@••• Aktuelle Nachrichten aus dem Rhein-Neckar-Kreis finden Sie unter www.rhein-neckar-kreis.de Folgen Sie uns auf Social Media: www.rhein-neckar-kreis.de/socialmedia

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