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Betreff: Nach dem Sammeln kommt die Detailarbeit: Zufallsbürger erarbeiten Handlungsempfehlungen fürs Klimaschutzkonzept

Pressestelle der Stadt Kehl Norman Mummert Telefon 07851/88-1110 Fax 07851/88-1102 E-Mail: •••@••• 07.05.2025 Pressemitteilung Klimawerkstatt Nach dem Sammeln kommt die Detailarbeit: Zufallsbürger erarbeiten Handlungsempfehlungen fürs Klimaschutzkonzept Kehl - 111 Vorschläge für Maßnahmen, um den Klimawandel in Kehl auszubremsen, waren bei der Klimawerkstatt im April zusammengekommen. Am Folgetermin am Dienstagabend (7. Mai) ging es nun an die Detailarbeit. Rund 20 zufällig ausgewählte Einwohnerinnen und Einwohner hatten sich unter dem Dach der Villa RiWa eingefunden, um die vorliegenden Vorschläge zu vertiefen und zu präzisieren. Diese dienen als Grundlage für einen Maßnahmenkatalog, der in das neue Klimaschutzkonzept aufgenommen wird. Ein Überblick über die vorgeschlagenen Maßnahmen: Mobilität Die per Zufallsgenerator ausgewählten Kehlerinnen und Kehler wünschen sich eine fahrradfreundliche Stadt. Dazu schlagen sie vor, die Radwege weiter auszubauen und Sicherheitszonen, beispielsweise rings um Schulen, in denen ein Halteverbot für Autos gilt, einzurichten. Außerdem wünschen sie sich zusätzliche kostenfreie und diebstahlsichere Abstellmöglichkeiten. Doch nicht nur das Radwegenetz, sondern auch das ÖPNV-Angebot soll nach dem Vorschlag der zufällig ausgewählten Einwohnerinnen und Einwohner ausgeweitet werden. Das Ziel ist es, die Nutzerzahlen in den Bussen zu steigern. Dazu soll, so die Idee, die Taktung in den Abendstunden (ab 23 Uhr) optimiert und digitale Tafel, die Verspätungen und Busausfälle anzeigen, aufgestellt werden. Gebäude und erneuerbare Energien Mehr Dach- und Fassadenbegrünung und mehr Entsiegeln wünschen sich die Teilnehmenden. Um Privateigentümer von Gebäuden und Grundstücken zu motivieren, soll die Stadt mit einem eigenen Beispielsprojekt veranschaulichen, was es an Möglichkeiten gibt. Zusätzlich wird ein Aktionstag in Zusammenarbeit mit den Grundschulen vorgeschlagen, um auf vorhandene Angebote hinzuweisen. Ein weiterer Vorschlag zielt darauf ab, bei Eigentümerinnen und Eigentümern von Altbauten das Interesse an einer energetischen Sanierung oder einem Heizungstausch zu wecken. Hierzu soll die Stadt auf die Eigentümer zugehen, beispielsweise mit Infomaterial oder einem Fragebogen zu möglichen Sanierungsplänen. Die Stadt fördert bereits Sanierungsvorhaben mit bis zu 3000 Euro pro Gebäude und Jahr durch das Programm "Klimafreundlich Leben". Land- und Forstwirtschaft Das Thema Land- und Forstwirtschaft ist eng mit dem Bereich Klimaanpassung verknüpft. Viele der in diesem Bereich diskutierten Ideen werden sich deshalb nicht in dieser Form im Klimaschutzkonzept wiederfinden. Trotzdem sind die entwickelten Ideen für die Stadt wertvoll - auch Klimaanpassung ist ein wichtiger Aufgabenbereich. Die Anwesenden schlagen vor, dass die Stadt ihre Waldflächen und ihren Baumbestand vergrößern könnte. Um dafür geeignete Flächen zu finden, soll die Stadt brachliegende Grundstücke sowohl in kommunalem als auch in Privatbesitz erheben. Auf diesen Flächen könnten, so der Vorschlag der Zufallsbürgerinnen und -bürger, Mischwälder entstehen. Um die Akzeptanz für die Maßnahme in der Bevölkerung zu stärken, könnte die Stadt eine Demonstrationsfläche anlegen und bewalden. Konsum Ein Vorschlag zu nachhaltigem Konsumverhalten: Selbstbedienungsautomaten für regionale Produkte. Die Stadt soll dabei in die Rolle der Koordinatorin schlüpfen, die gut erreichbare Aufstellflächen in der Kernstadt und in den Ortschaften bereitstellt. Vorgeschlagen wird auch eine Nachbarschaftshilfe-App, die allerdings nicht nur hilfesuchende und hilfeanbietende Kehlerinnen und Kehler zusammenbringt, sondern auch Angebote lokaler Erzeugerinnen und Erzeuger ausweist und aktuelle Projekte und Initiativen vorstellt. Ein weiteres Handlungsfeld beschäftigt sich mit einer Mediathek der Dinge, in der statt Büchern, Zeitschriften oder Filmen Haushaltsgegenstände und Geräte ausgeliehen werden können. In einer Art Online-Katalog könnten die Wunschgeräte vorgemerkt werden. Für die Mediathek der Dinge wünschen sich die Teilnehmenden einen separaten Standort. Wirtschaft Welche Anreize lassen sich für Firmen schaffen, damit sich diese stärker für das Thema Nachhaltigkeit engagieren? Auch hier setzen die Teilnehmenden insbesondere auf Überzeugungsarbeit durch gute, lokale Beispiele. Die finanziellen Aspekte derartiger Investitionen sollen, so der Vorschlag, keineswegs ausgeblendet werden. Vielmehr soll den Firmen verdeutlicht werden, welche Kapitalrendite (im Fachjargon ROI oder Return on Investment genannt) bei Nachhaltigkeitsprojekten zu erwarten ist. Zudem empfehlen die zufällig ausgewählten Einwohnerinnen und Einwohner den Unternehmen, vermehrt auf Sharing-Angebote zu setzen, beispielsweise indem Dienstwagen mit den Kolleginnen und Kollegen geteilt werden oder indem auf Carsharing-Angebote zurückgegriffen wird. Als weitere Alternative wird in den Handlungsempfehlungen das Konzept des Poolings genannt, also eines durch unterschiedliche Firmen gemeinsam genutzten Fuhrparks. Zusätzlich können sich die Zufallsbürgerinnen und -bürger vorstellen, Mobilitätsstationen, wie es sie bereits in der Kernstadt und in Kork gibt, auch in Gewerbegebieten zu installieren, die von Firmenmitarbeitenden mitgenutzt werden können. Eine wiederkehrende Frage, die in sämtlichen der fünf Handlungsfelder aufgeworfen wurde, war jene nach der Informationsvermittlung. Nach eigenem Bekunden fällt es den Anwesenden schwer, Wissen über Beratungsangebote oder Förderprogramme im Internet zu finden. Als Positivbeispiel wurde in diesem Zusammenhang der städtische Infocast genannt, in dem Umwelt- und Klimaschutz sowie Nachhaltigkeitsprojekte der Stadt regelmäßig thematisiert werden. Die beiden städtischen Klimaschutz- und Klimaanpassungsmanagerinnen Sofia Späth und Christine Gerardin fungieren außerdem als Anlaufstelle und helfen weiter oder vermitteln bei Fragen an die passenden Stellen. Die Bürgerinnen und Bürger können bei Fragen stets an die Email-Adresse •••@••• schreiben. Bildunterschrift: In Kleingruppen wurden die Handlungsempfehlungen für die einzelnen Themenfelder diskutiert und konkretisiert. Bildrechte: Stadt Kehl | Norman Mummert Mit

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