Öffentliche Artikelquelle
E-Mail an die Redaktion
Von: Redaktion LK Lörrach
Absender: •••@loerrach-landkreis.de
An: Unsere Redaktion
Betreff: Medieninformation 185/2026 - Klimaschutz im Landkreis Lörrach: Emissionen sinken, Abstand zum Zielpfad bleibt
MEDIENINFORMATION 185/2026
Klimaschutz im Landkreis Lörrach: Emissionen sinken, Abstand zum Zielpfad
bleibt
Klima-Reporting für das Jahr 2025 veröffentlicht
Landkreis Lörrach. Der Landkreis Lörrach hat den neuen Klimaschutz-Report
veröffentlicht. Der jährliche Bericht erscheint seit vier Jahren und
zeigt, wie sich die Treibhausgasemissionen entwickeln, welche Bereiche
besonders viele Emissionen verursachen und wie weit der Landkreis von
seinen Klimazielen entfernt ist. Auch die Entwicklungen in den Städten und
Gemeinden werden erfasst. Die Daten hat die Energieagentur Südwest erhoben
und ausgewertet. Grundlage ist der Datenstand von September 2026. Da
bisher noch nicht alle Daten vorliegen, sind die Ergebnisse für 2025
vorläufig.
Emissionen sinken, bleiben aber auf hohem Niveau
Im Jahr 2025 wurden im Landkreis Lörrach 1,34 Millionen Tonnen CO₂
-Äquivalente, also Kohlendioxid und andere Treibhausgase, ausgestoßen. Das
sind fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Der Gesamtenergieverbrauch sank
um zwei Prozent, der Stromverbrauch um vier Prozent. Der Zielpfad sah für
2025 Emissionen von 1,18 Millionen Tonnen vor. Die Entwicklung zeigt zwar
in die richtige Richtung, aber die tatsächlichen Emissionen lagen etwa
167.000 Tonnen beziehungsweise 14 Prozent über dem Zielwert. Um die
Klimaziele zu erreichen, muss sich der Rückgang in den kommenden Jahren
weiter verstärken.
Den größten Anteil an den Emissionen verursacht der Wärmesektor mit
667.000 Tonnen, das ist knapp die Hälfte der Gesamtemissionen. Es folgen
der Verkehr mit 451.000 Tonnen (etwa ein Drittel), Industrieprozesse mit
115.000 Tonnen (8,5 Prozent) sowie Landwirtschaft und Landnutzung mit
96.000 Tonnen (7,1 Prozent). Auf den Stromsektor entfallen dank des hohen
Anteils erneuerbarer Energien mit 16.500 Tonnen nur 1,2 Prozent.
Niedrigwasser bremst die Wasserkraft
Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen ging 2025 gegenüber dem
Vorjahr um etwa 20 Prozent zurück. Ursache war das Niedrigwasser infolge
der langanhaltenden Dürreperiode. Dadurch konnten die Wasserkraftwerke
deutlich weniger Strom erzeugen. Zudem war 2024 ein außergewöhnlich
starkes Jahr für die Wasserkraft, wodurch der Rückgang im Jahresvergleich
besonders deutlich ausfällt. Den eigenen Strombedarf konnte der Landkreis
dennoch vollständig aus erneuerbaren Energiequellen decken. 906.000
Megawattstunden Ökostrom standen einem Verbrauch von 861.000
Megawattstunden gegenüber.
Die Wasserkraft ist eine tragende Säule der Stromversorgung im Landkreis.
Sie hängt jedoch davon ab, wie viel Wasser die Flüsse führen.
Trockenperioden und Niedrigwasser werden mit dem Klimawandel häufiger und
der Strombedarf wird in den kommenden Jahren aufgrund der notwendigen
Umstellung der Sektoren Wärme und Verkehr auf erneuerbaren Strom steigen.
Deshalb ist es wichtig, die erneuerbare Stromerzeugung auf mehrere
Standbeine zu stellen. Erfreulich ist, dass der Ausbau der Photovoltaik im
Landkreis weiterhin gut vorankommt. Im Jahr 2025 sind rund 37.000 MWp
Bruttoleistung hinzugekommen. Das ist so viel wie in keinem Jahr zuvor.
Wärme: Größtes Handlungsfeld
Im Wärmesektor stieg der Fernwärmeverbrauch um 32 Prozent. Die Wärme aus
erneuerbaren Quellen nahm um 19 Prozent zu. Dieser Wert ist allerdings
noch vorläufig, da die Daten der Schornsteinfeger fehlen. Gleichzeitig
stieg der Erdgasverbrauch in privaten Haushalten und im Gewerbe um zwei
Prozent. Die Wärmewende bleibt damit der wichtigste Hebel für den
Klimaschutz im Landkreis.
Mobilität und Industrie
Die Emissionen im Mobilitätssektor sanken 2025 um ein Prozent. In der
Industrie war die Abfrage der prozessbedingten Emissionen in diesem Jahr
erschwert. Belastbare Daten liegen deshalb nur für die mineralische
Industrie vor. Dort gingen die prozessbedingten Emissionen um sechs
Prozent zurück.
Hintergrund
Ziel des Landkreises ist es, bis 2040 eine klimaneutrale Region zu werden
und die Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 zu
senken. Grundlage des jährlichen Klimaschutz-Reportings ist ein
Kreistagsbeschluss vom November 2022. Das Berichtsformat wurde gemeinsam
mit der Energieagentur Südwest und Greenventory entwickelt.
Das Klimaschutz-Reporting, das Klimaschutzkonzept und weitere
Informationen sind einsehbar unter www.loerrach-landkreis.de/klimaschutz .
Die im Text genannten Zahlen sind gerundet; die exakten Werte finden sich
im vollständigen Report.
Mit