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Betreff: Pressemitteilung: "Gedenktag Gurs"
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
anbei eine Pressemitteilung.
86. Gedenktag an die Deportation der Pforzheimer Jüdinnen und Juden nach Gurs
(stp). Am Donnerstag, 22. Oktober, findet um 12.30 Uhr an der Gedenkstätte am ehemaligen Hauptgüterbahnhof die Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Deportation der jüdischen Bürgerinnen und Bürger Pforzheims nach Gurs statt. Kulturbürgermeister Tobias Volle hält in Vertretung des Oberbürgermeisters Peter Boch eine Gedenkansprache. Im Anschluss spricht Rami Suliman, Vorsteher der Jüdischen Gemeinde. Weiterhin beteiligt sich das Hilda-Gymnasium Pforzheim mit dem Schulprojekt "Spurensuche" zum Thema Jüdische Biografien. Rabbiner Moshe Yudelevitz spricht im Anschluss ein Totengebet. Die Gedenkfeier wird vom Chor der jüdischen Gemeinde Pforzheim musikalisch umrahmt.
Ergänzt wird das Gedenken durch einen Filmabend zum Thema am Sonntag, 25. Oktober um 17 Uhr. Gezeigt wird der Dokumentarfilm von Dietmar Schulz "Der Hölle entkommen - Kinder von Gurs überleben im Versteck", begleitet von einer Einführung des Stadtarchivs. Die AG "Geschichte aktiv" des Hilda-Gymnasiums stellt das Projekt "Hitler nennt mich Sara" vor, das die Lebenswege von vier ehemaligen jüdischen Schülerinnen des Hilda-Gymnasiums nachzeichnet. Die Veranstaltung ist eine Kooperation von Kommunalem Kino, Stadtarchiv, Hilda-Gymnasium und Löblicher Singergesellschaft.
Im Rahmen des Gedenkens gestalteten die Arbeitsgemeinschaft zur Unterhaltung und Pflege des Deportiertenfriedhofs Gurs (AG Gurs), der Oberrat der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden und die Sprecherstadt der AG Freiburg in diesem Jahr erstmals eine zentrale Gedenkfeier, an der auch eine Delegation aus Pforzheim teilnahm. Die zentrale Gedenkfeier der AG Gurs fand in diesem Jahr am Sonntag, 18. Oktober, in Freiburg statt. Der Delegation aus Pforzheim gehörten neben Kulturbürgermeister Tobias Volle und stellvertretender Kulturamtsleiterin Claudia Baumbusch auch zwei Pforzheimer Schülerinnen des Hebel-Gymnasiums an.
Vor 86 Jahren am 22. und 23. Oktober 1940 wurden über 6.500 Menschen jüdischen Glaubens aus den früheren NS-Gauen Baden und Saarpfalz von den Nationalsozialisten in das französische Internierungslager Gurs nach Südfrankreich verschleppt. 202 von ihnen kamen dabei aus Pforzheim.
Die meisten Deportierten wurden von Gurs aus in die Vernichtungslager im Osten transportiert und dort ermordet. Bereits zuvor waren viele Deportierte aufgrund der menschenunwürdigen Lebensbedingungen im französischen Internierungslager verstorben. Nur sehr wenige Deportierte überlebten und konnten sich von dort in die Emigration retten.
Die Deportation nach Gurs bildete den Auftakt der systematischen Vertreibung und Ermordung der jüdischen Deutschen, noch bevor diese Vernichtungspolitik gegenüber den europäischen Juden 1942 auf der Wannseekonferenz beschlossen wurde.
Mit dem im Vorjahr eingeweihten neuen Mahnmal am ehemaligen Hauptgüterbahnhof wird an alle aus Pforzheim deportierten Kinder, Frauen und Männer namentlich gedacht. Es steht für würdevolle Erinnerung und zugleich für eine zukunftsweisende Mahnung, das Geschehene nicht zu vergessen. Der Gedenktag wird jedes Jahr von der Jüdischen Gemeinde Pforzheim in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv und dem städtischen Kulturamt gestaltet.
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