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Betreff: Wie ein begehbarer Fachartikel: Ausstellung zur Münsterbauhütte und Kehl eröffnet
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12.10.2026
Pressemitteilung
Wie ein begehbarer Fachartikel: Ausstellung zur Münsterbauhütte und Kehl eröffnet
Kehl – Wer über den Marktplatz schlendert, findet dort seit Donnerstagmorgen (8. Oktober) nicht nur Gelegenheit zum Verweilen, sondern auch ein Stück Kehler Geschichte. Auf zwei beidseitig beschrifteten Tafeln wird über ein wenig bekanntes Kapitel informiert: die Beteiligung der Kehlerinnen und Kehler am Münsterbau in Straßburg. Die Geschichte setzt sich auf leuchtenden Kuben im City-Center sowie auf Leuchtstelen in Einzelhandelsgeschäften fort. Zusammen bilden sie das Herzstück der Ausstellung „800 Jahre: Die Münsterbauhütte und Kehl – eine rheinübergreifende Geschichte“, die am Donnerstagabend im Kultur-Café eröffnet wurde.
Oberbürgermeister Wolfram Britz verwies in seiner Begrüßung auf die historisch enge Verbindung zwischen Straßburg und Kehl. Ein Rückblick in die Geschichte offenbare immer wieder überraschende Berührungspunkte. So auch beim Blick in die rund 800-jährige Historie der Straßburger Münsterbauhütte. Ein genaues Gründungsdatum ist nämlich nicht bekannt, wie die Kunsthistorikerin der Münsterbauhütte (Fondation de l’Œuvre de Notre-Dame Strasbourg) Dr. Sabine Bengel im Anschluss ausführte. Die Jubiläumszahl stützt sich auf die erste handschriftliche Erwähnung der Münsterbauhütte zwischen 1224 und 1228. Mehr als 300 Jahre lang, das erfuhren die Zuhörerinnen und Zuhörer vom Historiker und Autor der Ausstellung Dr. Stefan Woltersdorff, verwaltete die Münsterbauhütte Kehl in der Rolle einer Art Obergeneraldirektor. Als solche konnte sie beispielsweise Steuern erheben, die anschließend zur Finanzierung des Aus- und Weiterbaus des Straßburger Münsters eingesetzt wurden. Auch hält der Historiker es für möglich, dass Handwerker und Fuhrunternehmen aus Kehl für den Münsterbau beauftragt wurden.
Informationen wie diese finden sich auf den insgesamt 32 Tafeln, verteilt auf acht Standorte in der Kehler Innenstadt. Dr. Stefan Woltersdorff sprach in diesem Zusammenhang scherzhaft von einem „begehbaren Fachartikel“. Zwar folgen die Ausstellungstafeln einer Chronologie, sie können jedoch auch „quergelesen werden“, wie der Autor betonte. Die Dezentralität ist dabei nur eines von drei Prinzipien, auf denen das Ausstellungskonzept fußt. Sie ist zudem rheinübergreifend und ergänzt die Jubiläumsausstellung „Bauen, bewahren, weitergeben – 800 Jahre Straßburger Münsterbauhütte“, die vom 16. Oktober bis 11. April 2027 im Museum Œuvre Notre-Dame in der französischen Nachbarstadt gezeigt wird. Die Texte auf den Ausstellungstafeln in der Kehler Innenstadt sind allesamt auf Deutsch und Französisch verfasst. Die Zweisprachigkeit ist ebenfalls Teil des Konzepts und reflektiert die rheinübergreifende Identität der beiden Nachbarstädte.
Die Ausstellungstafeln, -stelen und -kuben können bis zum 22. Januar 2027 in Augenschein genommen werden. „Ich wünsche interessante Erkenntnisse beim Begehen dieser Ausstellung“, sagte Oberbürgermeister Wolfram Britz und dankte den Beteiligten sowie den Sponsoren für deren Mitwirken.
Bildunterschrift1: Leuchtende Kuben und Stelen informieren bis zum 22. Januar über ein wenig bekanntes Kapitel der Kehler Geschichte: die Beteiligung am Münsterbau in Straßburg.
Bildunterschrift2: Oberbürgermeister Wolfram Britz (Zweiter von links) zusammen mit den Sponsoren und Beteiligten der Ausstellung, darunter die Kunsthistorikerin der Münsterbauhütte, Dr. Sabine Bengel (vorne, Vierte von links), Historiker und Autor Dr. Stefan Woltersdorff (rechts), Wirtschaftsförderer Christoph Hodapp (Dritter von links) und dem Stiftungsdirektor Éric Fischer (Fünfter von links).
Bildrechte: Stadt Kehl | Norman Mummert
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