Einfache Sprache
1.788 Einsätze in mehr als 50 Sprachen: Ehrenamtliche Dolmetscherpools im Ortenaukreis stark gefragt

Der Ortenaukreis setzt auf persönliche Sprachmittlung durch Ehrenamtliche.
Das Landratsamt berichtet von 1.788 Einsätzen von Januar bis September 2026.
Die Einsätze betrafen mehr als 50 Sprachen.
Aktuell engagieren sich dort rund 370 ehrenamtliche Sprachmittlerinnen und Sprachmittler.
Die Sprachmittler kommen bei Gesprächen mit Behörden zum Einsatz.
Sie unterstützen auch in Arztpraxen und im Krankenhaus.
Die Sprachmittler helfen außerdem in der Schule.
Die Ehrenamtlichen helfen Menschen, die noch nicht ausreichend Deutsch sprechen.
Sie unterstützen dabei, sich verständlich zu machen.
Sie helfen auch, das Gegenüber zu verstehen.
Nutzen geht über digitale Übersetzung hinaus
Die Beteiligten schätzen, dass Sprachmittlung mehr leistet als digitale Übersetzung.
Emilie Schleich spricht über digitale Hilfe im Alltag.
Digitale Übersetzung könne in vielen Alltagssituationen helfen.
Bei wichtigen Gesprächen komme es aber oft auf mehr an.
Emilie Schleich ist Integrationsbeauftragte des Ortenaukreises.
Ihre Aussage bezieht sich auf wichtige und sensible Gespräche.
Die ehrenamtlichen Sprachmittler schaffen nach ihrer Einschätzung Verständnis.
Sie können kulturelle Zusammenhänge einordnen.
Sie geben Menschen Sicherheit in schwierigen Situationen.
Diese Situationen verbinden viele Menschen häufig mit vielen Fragen.
Emilie Schleich sagt, dieses Engagement sei für das Miteinander wertvoll.
Kommunen sehen persönliche Begleitung als Baustein
Auch aus den Kommunen kommt die Einschätzung, dass Begleitung wichtig ist.
Raya Gustafson nennt die ehrenamtliche Sprachmittlung besonders.
Sie ist Integrationsbeauftragte der Stadt Kehl.
Sie koordiniert den Dolmetscherpool in Kehl.
Gustafson sagt, Menschen haben dann jemanden an ihrer Seite.
Dieser Mensch hilft beim Verständigen in einer fremden Umgebung.
Das gilt, obwohl die Umgebung für die begleiteten Menschen noch fremd ist.
Kulturelle Werte und Gesprächsführung
Christian Pfenning verweist auf kulturelle Zusammenhänge.
Er ist Integrationsbeauftragter der Stadt Achern.
Er sagt, Sprache sei mehr als einzelne Wörter.
Sprache transportiere kulturelle Werte.
Sprache transportiere auch gesellschaftliche Vorstellungen.
Sprache transportiere zudem soziale Erwartungen.
Nach seiner Darstellung können Sprachmittler nachfragen.
Sie können Missverständnisse erkennen.
Sie können Gespräche verlangsamen, wenn es nötig ist.
Auch für Engagierte kann das Angebot helfen
Nach Angaben des Landratsamts profitiert auch die ehrenamtliche Seite.
Viele Engagierte hätten eine eigene Migrationsgeschichte.
Über die Sprachmittlung finden sie Zugang zum Ehrenamt.
Für Svenja Gerbendorf gilt das als Einstieg ins Ehrenamt.
Sie ist Integrationsbeauftragte in Oberkirch.
Gerbendorf nennt Schulungen als wichtigen Faktor.
Sie sagt, Erfahrung mit den eigenen Sprachkenntnissen stärkt die Engagierten.
Die Engagierten können damit anderen Menschen helfen.
Gerbendorf sagt, die Tätigkeit im Dolmetscherpool sei ein erster Schritt.
Dieser Schritt führt für viele in weiteres ehrenamtliches Engagement.
Dolmetscherpool Ortenau mit sechs Standorten
Der Dolmetscherpool Ortenau ist ein Zusammenschluss mehrerer Pools.
Er besteht aus sechs Pools.
Die Pools liegen in Achern, Kehl und Lahr.
Weitere Standorte sind Oberkirch und Offenburg.
Der sechste Standort liegt im Kinzigtal.
Koordinatorinnen und Koordinatoren arbeiten nach Angaben eng zusammen.
Es gibt gemeinsame Grundschulungen für neue Ehrenamtliche.
Es gibt auch Fortbildungen zu besonderen Einsatzbereichen.
Dazu zählt nach Angaben auch das Gesundheitswesen.