Baden und ADFC prüfen Radwege vor Ort

Gemeinsame Tour analysiert zentrale Strecken für mehr Sicherheit und bessere Mobilität

Baden und ADFC prüfen Radwege vor Ort
Bild zum Beitrag© Redaktion Baden-Baden

Die Stadt Baden intensiviert ihre Bemühungen, das Radfahren als nachhaltiges Verkehrsmittel zu fördern und die Bedingungen für Radfahrende stetig zu optimieren. In enger Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) entstand ein fachlicher Austausch, der direkt vor Ort stattfand. Ziel der Initiative ist es, die Fahrradinfrastruktur kritisch zu betrachten und gezielt weiterzuentwickeln.

Fachlicher Austausch auf zwei Rädern

Bürgermeister Dr. Tobias Krammerbauer und Ralph Neininger, Vorsitzender des ADFC Baden, führten gemeinsam mit weiteren ADFC-Vertretern und Fachleuten der Stadtverwaltung eine Radtour durch zentrale Bereiche der Stadt. Im Fokus standen aktuelle Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze für den Radverkehr.

Der Startpunkt der Tour lag an der Fahrradzählstation an der Grünen Einfahrt in Höhe der Eisenbahnstraße. Diese Station, mit einer signifikanten Förderung des Bundes finanziert, liefert wertvolle Daten über das aktuelle Nutzungsverhalten der Radfahrenden und trägt indirekt durch Sichtbarkeit und Motivation zur Attraktivierung des Radverkehrs bei.

Kritische Infrastrukturpunkte im Blick

Am Verfassungsplatz analysierte die Gruppe die Führung von Radfahrenden im Bereich der Waldseestraße und Tunneleinfahrt. Besonders wurde diskutiert, wie Verkehrsflüsse für Radfahrende und Fußgänger angenehmer und sicherer gestaltet werden können.

Ein weiterer Schwerpunkt betraf die temporären Umleitungsstrecken während der Umgestaltung des Hindenburgplatzes. Die aktuelle Führung des Radverkehrs ab dem Festspielhaus über die Albrecht-Dürer-Straße und Kapuzinerstraße wurde zuvor umfassend geprüft. Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden stand hierbei im Vordergrund.

Abwägung von Risiken und Sicherheit

Die Möglichkeit, Radfahrende entgegen der Einbahnrichtung über die Lange Straße direkt zur Baustelle Hindenburgplatz zu führen, wurde aus sicherheitstechnischen Gründen nicht weiterverfolgt. Die Einschätzung der Stadtverwaltung: Eine solche Streckenführung hätte zu unübersichtlichen und gefährlichen Situationen geführt, besonders an der Einmündung zur Albrecht-Dürer-Straße und aufgrund erhöhter Kreuzungspunkte mit dem Kfz-Verkehr.

Zudem wäre in engen Abschnitten am Hindenburgplatz das Absteigen der Radfahrer erforderlich. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass diese Pflicht häufig ignoriert wird, was zu Konflikten mit Fußgängern führen kann.

Maria-Viktoria-Straße: Neuregelung im Fokus

Die Situation in der Maria-Viktoria-Straße wurde ebenfalls in Augenschein genommen. Dort wurde im Mai 2024 die vorherige Fahrradstraße aufgehoben und eine Tempo-30-Zone eingerichtet. Diese Entscheidung resultierte aus einer Gesamtabwägung und umfassender Berücksichtigung von Rückmeldungen aus der Anwohnerschaft. Laut Stadtverwaltung war die Fahrradstraße nur wenig genutzt und wurde außerdem häufig von unberechtigten Fahrzeugen befahren.

Lichtentaler Allee und Ausblick

Zum Abschluss widmete sich die Gruppe der Lichtentaler Allee im Abschnitt Gunzenbachstraße/Hirtenhäuschen. Hier wurde festgestellt, dass es weiteren Optimierungsbedarf gibt, um die Vorfahrt und Sichtbarkeit des Radverkehrs zu verbessern.

Konstruktiver Austausch als Grundlage für Fortschritt

Die gemeinsame Radtour erwies sich als wichtiger Beitrag für einen praxisnahen Austausch zwischen Stadtverwaltung und Interessenvertretung der Radfahrenden. Bürgermeister Dr. Tobias Krammerbauer und ADFC-Vorsitzender Ralph Neininger betonten die Bedeutung des offenen Dialogs und erklärten, die gewonnenen Erkenntnisse in die weiteren Planungen zum Radverkehr einzubringen.

Die kontinuierliche Beobachtung und Bewertung der Radinfrastruktur in Baden zeigen, wie wichtig der laufende Dialog aller Beteiligten für eine moderne und sichere Mobilität ist.

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