Sprache wählen

Mehrwegpflicht gegen Müllberge

Neue Gesetze sollen Stadtverschmutzung und Kosten durch Einwegverpackungen senken, unterstützen aber nachhaltige Lösungen vor Ort

Mehrwegpflicht gegen Müllberge
Bild zum Beitrag© Redaktion Baden-Baden

Artikel anhören

Das Essen und Trinken unterwegs erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit – insbesondere flexible Lösungen wie Coffee-to-go und schnelle Mahlzeiten zum Mitnehmen bestimmen den Alltag in vielen Städten. Allerdings bringt dieser Trend auch wachsende Herausforderungen für Umwelt und Stadtbild mit sich: Immer häufiger sorgen achtlos entsorgte Einwegverpackungen für überfüllte Mülleimer und ausufernde Abfallberge in öffentlichen Bereichen.

Wachsende Müllberge: Eine Folge des To-go-Trends

Die Zunahme an Speisen und Getränken „to go“ zeigt sich nicht nur in den Straßen, sondern auch in der Abfallstatistik der Kommunen. Jede entsorgte Einwegverpackung summiert sich zu einem nicht zu unterschätzenden Problem, das sowohl für Umwelt als auch für die Stadtreinigung erheblichen Mehraufwand bedeutet. Die Städte müssen letztlich für die kostenintensive Beseitigung des „wilden Mülls“ aufkommen und diese Ausgaben mit Steuern sowie Abgaben finanzieren.

Ein weiteres Problem: Je mehr Müll achtlos weggeworfen wird, desto geringer wird die Bereitschaft anderer, ihren eigenen Abfall korrekt zu entsorgen. Dies führt zu einem Teufelskreis aus zunehmender Vermüllung und einem steigenden Risiko für Vandalismus im öffentlichen Raum.

Mehrwegpflicht für Gastronomiebetriebe – Ein Schritt in Richtung Nachhaltigkeit

Als Reaktion auf das Müllproblem gilt seit 2023 für Restaurants, Cafés, Imbisse und ähnliche Betriebe eine neue Verpflichtung: Neben Einwegverpackungen aus Kunststoff müssen sie nun auch Mehrwegalternativen anbieten. Besonders für kleinere Betriebe gibt es eine praktikable Lösung: Sie können Speisen und Getränke in von Kundinnen und Kunden mitgebrachte Behälter abfüllen.

  • Mehrwegbehältnisse dürfen dabei nicht teurer sein als die vergleichbaren Einwegverpackungen.
  • Das Angebot überregionaler Mehrwegpfandsysteme wächst stetig, speziell für Gastronomiebetriebe mit Take-away-Angebot.
  • Laut Einschätzung der Deutschen Umwelthilfe ist der tatsächliche Anteil von Mehrwegverpackungen jedoch weiterhin gering – ein Indiz dafür, dass noch Überzeugungsarbeit bei den Verbrauchern nötig ist.

    Vorteile für Umwelt und Stadt: Gemeinsam gegen den Müllberg

    Jeder einzelne Kunde leistet durch die Nutzung von Mehrwegverpackungen einen Beitrag zum Umweltschutz. Wird das Mehrweg-System stärker angenommen, können Abfallberge reduziert, Ressourcen geschont und die Lebensqualität im städtischen Raum verbessert werden. Die Erfahrung zeigt: Je sichtbarer umweltfreundliche Alternativen genutzt werden, desto größer ist der Nachahmungseffekt.

    Informations- und Beratungsangebote der Stadtwerke

    Für alle Fragen rund um Abfallvermeidung und umweltfreundliche Alternativen im Bereich Essen und Trinken sind die Expertinnen und Experten der Abfallberatung der Stadtwerke Baden die richtigen Ansprechpartner. Sie stehen interessierten Bürgerinnen und Bürgern telefonisch gern zur Verfügung und beantworten individuelle Anliegen.

    Eigene Anzeige

    Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen

    Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.

    Jetzt anfragen

    Hat dir der Artikel geholfen? Teile ihn gern: