Schwarzwald setzt auf insektenfreundliche Streifenmahd
Mit spezieller Mähmethode fördert das Projekt ‚Blühender Naturpark‘ Artenvielfalt und schützt Lebensräume

Die naturnahe und insektenschonende Pflege von Wildblumenwiesen steht im Mittelpunkt des Projektes „Blühender Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord“. Im Raum Baden werden dabei spezielle Mähmethoden angewandt, um die Artenvielfalt zu fördern und den Lebensraum für Insekten und Kleintiere zu sichern. Das Gartenamt der Stadt Baden setzt seit einigen Jahren gezielt auf diese sogenannte Streifenmahd, die sich deutlich von konventionellen Mähtechniken unterscheidet.
Insektenschonende Streifenmahd – das Konzept
Die Streifenmahd sieht vor, dass die Naturpark-Bienenweideflächen zweimal im Jahr mit einem Balkenmäher bearbeitet werden – einmal Mitte Frühjahr und ein weiteres Mal im Spätsommer bzw. Frühherbst. Der genaue Zeitpunkt richtet sich jeweils nach den aktuellen Witterungsbedingungen.
Nach dem Schnitt verbleibt das Mähgut für einige Tage auf den Flächen. Erst dann wird das abgetrocknete Pflanzenmaterial aufgenommen und fachgerecht entsorgt. Durch dieses Vorgehen wird der Dauer-Nährstoffgehalt des Bodens abgesenkt – ein wichtiger Schritt, damit heimische Wildpflanzen konkurrenzstarke, nährstoffliebende Gräser verdrängen können. Das Ergebnis ist eine artenreichere und ökologisch wertvollere Wiese.
Rückzugsräume für Tiere – Ökologie in der Praxis
Besonders bemerkenswert an der Streifenmahd ist, dass immer ein Drittel bis zur Hälfte der Wiese in blühenden Streifen als Langgras stehen bleibt. Diese ungemähten Bereiche bieten zahlreichen Insekten – darunter vor allem Heuschrecken – sowie anderen Kleintieren Nahrung und Schutz vor Fressfeinden. Altgrasbestände dienen zudem vielen Arten als Fortpflanzungsstätte und Winterquartier. So bleibt ganzjährig ein vielfältiger Lebensraum erhalten.
Einsatz auf vielfältigen Flächen
Die insektenschonende Streifenmahd wurde inzwischen auch auf weiteren städtischen Flächen eingeführt – beispielsweise auf den traditionell bewirtschafteten Streuobstwiesen im Obstgut Leisberg sowie auf einer kleinen Fläche der Engelswiese.
Beispiele aus der Praxis
Die Bilddokumentation des Projekts zeigt die Streifenmahd auf der Engelswiese und den Aufwuchs nach dem ersten Schnitt in der Grünanlage Draseiert. Diese Beispiele verdeutlichen, wie naturnahe Mähmethoden nicht nur zum Erhalt der Artenvielfalt, sondern auch zur nachhaltigen Pflege des Stadtgrüns beitragen.
Mehr Informationen und Ansprechpartner
Für weiterführende Fragen und Informationen zur naturnahen Wiesennutzung steht die städtische Pressestelle als Ansprechpartnerin zur Verfügung.
Das Projekt "Blühender Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord" und das Gartenamt der Stadt Baden leisten mit diesem Ansatz einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Biodiversität – ein Modell, von dem auch andere Kommunen profitieren könnten.
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