Auszubildende gestalten Leutesheimer Wald aktiv mit
Praktische Pflegearbeiten fördern Artenvielfalt und Sicherheit – nachhaltiger Nutzen für Wald und Besucher

Der Leutesheimer Wald verwandelt sich aktuell in ein lebendiges grünes Klassenzimmer: Zwei Wochen lang absolvieren Auszubildende des Forstlichen Ausbildungszentrums (FAZ) Mattenhof aus Gengenbach dort praktische Übungen in Biotoppflege und Verkehrssicherung. Im Fokus stehen dabei das Zurückschneiden von Sträuchern, die Sicherung der Wege und das gezielte Fällen von Bäumen, um die Artenvielfalt zu erhalten und die Sicherheit für Besucher zu gewährleisten.
Praxisunterricht im Wald: Anschauliches Lernen für Forstschüler
Schon in den frühen Morgenstunden ist der Wald von ungewohnten Geräuschen erfüllt: Kettensägen knattern, eine Holzrückemaschine bewegt gefällte Stämme. Im Rahmen ihrer Ausbildung setzen die Schülerinnen und Schüler unter fachkundiger Anleitung von Revierförster Markus Gutmann sowie den Ausbildungsleitern gezielte Maßnahmen um. „Unsere Aufgabe hier ist Biotoppflege und Verkehrssicherung“, fasst Jonas Lieb aus Sigmaringen zusammen, der sich mit seinen Mitschülern intensiv mit der Pflege des Waldes beschäftigt.
Die Auszubildenden schneiden Sträucher zurück, die sich zu stark vermehren, markieren und fällen kranke oder gefährliche Bäume und sorgen so dafür, dass seltene Arten mehr Licht und Raum bekommen. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass keine Gefahr durch umstürzende Bäume für die Waldbesucher besteht.
Ein Beispiel aus der Praxis
Am Beispiel einer gekennzeichneten Esche wird die Arbeit der Forstschüler greifbar: Nach sorgfältiger Beurteilung und Auswahl der Fällrichtung setzen die Auszubildenden die notwendigen Schnitte, warnen ihre Umgebung und führen die Fällung kontrolliert durch. Jeder Handgriff ist Teil des Lernprozesses – Sicherheit und Präzision stehen dabei an oberster Stelle.
Warum Biotoppflege und Verkehrssicherung notwendig sind
Die gezielte Waldpflege ist unerlässlich, um die Artenvielfalt zu bewahren. Ohne regelmäßige Maßnahmen würde sich der Leutesheimer Wald verdunkeln, da konkurrenzstarke Sträucher wie Hasel und Rote Hartriegel lichtbedürftige Arten verdrängen. Auch der Lebensraum für Tiere wie Enten, Vögel und Insekten ginge immer weiter verloren, was langfristig zum Rückgang der Gesamtvielfalt führen würde.
Die Forstfachleute unterstreichen dabei, dass die aktuellen Arbeiten das Waldbild zwar sichtbar verändern, aber einen wichtigen Beitrag zum langfristigen Erhalt eines artenreichen und gesunden Waldrands leisten.
Maßnahme in großem Rahmen
Insgesamt sechs Klassen mit rund 140 Auszubildenden nehmen nacheinander an der Aktion teil. Pro Tag bewältigt eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern etwa 1000 Laufmeter Waldrandpflege, wobei sie im Wechsel Sträucher und Bäume bearbeiten und so zur Regeneration des Waldes beitragen.
Ausblick: Mehr Artenvielfalt und sichere Wege für Besucherinnen und Besucher
Das Resultat der Maßnahmen wird nicht sofort, aber nach ein oder zwei Vegetationsperioden sichtbar. Eine vielfältige Waldrandstruktur entsteht, die sowohl ökologisch wertvoll als auch verkehrssicher ist. Die nächste umfassende Pflegemaßnahme dieser Art ist laut Revierförster Markus Gutmann erst in etwa zehn Jahren geplant. Bis dahin bleibt der Abschnitt naturnah, sicher und artenreich.
Weitere Informationen zur Ausbildungsstätte
Mit diesem Projekt demonstrieren die Forstschüler vom Mattenhof, wie praxisorientierte Ausbildung und Naturschutz Hand in Hand gehen können. Nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch die Sicherheit und das Landschaftsbild profitieren von dieser Aktion im Leutesheimer Wald.
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