Heckenpflege für mehr Artenvielfalt in Roßwörth
Auszubildende des FAZ Mattenhof pflegen seit 2017 Kopfweiden, um das Naturschutzgebiet vor Verwaldung zu schützen

Das Naturschutzgebiet Roßwörth bei Leutesheim steht auch in diesem Winter erneut im Mittelpunkt gezielter Biotoppflege. Auszubildende des forstlichen Ausbildungszentrums (FAZ Mattenhof) werden im Auftrag der Stadt Kehl im Dezember einen rund 500 Meter langen Heckenstreifen gezielt zurückschneiden. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Vielfalt an Tieren und Pflanzen im Gebiet nachhaltig zu sichern.
Erfolgreiche Biotoppflege seit 2017
Bereits im Jahr 2017 hatten die Auszubildenden des Mattenhofs im Roßwörth eine mehrtägige Pflegemaßnahme durchgeführt. Damals war das Gelände durch einen fast 20-jährigen Pflegeausfall stark zugewachsen. Besonders der Kopfweidenwuchs drohte, die offenen Flächen zu verschatten und seltene Pflanzen wie Schilfrohr zu verdrängen.
Diese Situation gefährdete nicht nur die Pflanzenvielfalt, sondern auch den Lebensraum zahlreicher Tierarten. Vor allem Vögel, darunter sogenannte Bodenbrüter, sowie verschiedene Insektenarten nutzen die Hecken als Brutstätte, Unterschlupf oder Wetterschutz.
Wechsel im Landschaftsbild und Akzeptanz in der Bevölkerung
Die Veränderungen durch die Pflegemaßnahmen waren für die Menschen im Ort deutlich sichtbar. Wie Ortsvorsteher Heinz Faulhaber berichtet, verfolgten viele Leutesheimerinnen und Leutesheimer die Arbeiten zunächst skeptisch. Fragen wie „Was machen die da?“ waren nicht selten. Inzwischen überzeugt das Resultat jedoch: Die Heckenlandschaft ist heute mosaikartig strukturiert und schafft ein vielfältiges Biotop.
Landschaftsarchitekt Jochen Bresch weist darauf hin, dass die Ausweisung zum Naturschutzgebiet wohl dazu geführt hat, dass weniger Freiwillige aktiv wurden. Früher schufen sie durch das Schlagen von Weidenholz als Brennholz wichtige Pflegereize für das Gebiet.
Regelmäßige Pflege ist unerlässlich
Die Aufwertung des Biotops gilt unter Fachleuten als Erfolg. Es bleibt jedoch eine fortlaufende Aufgabe, den Erhalt der Artenvielfalt zu sichern. Revierförster Markus Gutmann betont, dass Kopfweiden spätestens alle zehn Jahre zurückgeschnitten werden müssen. Andernfalls nehmen sie den Sträuchern das Licht, was dauerhaft zu einem Verlust der typischen Offenlandstrukturen führen würde. Ohne diese Eingriffe droht die komplette Verwaldung der Freiflächen.
Pflegemaßnahme im Dezember: Ausbildung trifft Naturschutz
Anfang Dezember steht erneut eine größere Pflegemaßnahme an. Wieder werden die Auszubildenden des FAZ Mattenhof aktiv. Für sie ist das Roßwörth nicht nur Naturschutzgebiet, sondern auch ein wertvolles Übungsfeld. Ihr Auftrag ist klar: Die Hecken werden so geschnitten, dass Pflanzen im unteren Bereich weiter gedeihen und vielfältige Strukturen erhalten bleiben.
Das Zusammenspiel von praxisnaher Ausbildung und Naturschutz macht das Projekt zu einer echten Erfolgsgeschichte in der Region.
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