Kehler Grundschulen stärken Gemeinschaft
Mit 93 Veranstaltungen lernen 1400 Kinder 2024, Konflikte und Cyber-Mobbing zu meistern – ein Modellprojekt für nachhaltige Gewaltprävention

Mit einem breit angelegten Präventionsprojekt setzt die Stadt Kehl ein deutliches Zeichen für die Förderung des sozialen Miteinanders an ihren Grundschulen. Ausgehend von der Erkenntnis, dass zwischenmenschliche Schwierigkeiten wie Streitigkeiten und Grenzverletzungen den Alltag an Schulen prägen, haben die Jugendsozialarbeiterinnen der Stadt in enger Kooperation mit externen Partnern ein mehrstufiges Angebot entwickelt. Bereits im ersten Jahr wurden rund 1400 Kinder mit insgesamt 93 Veranstaltungen erreicht.
Hintergrund und Ursprung des Präventionsprojekts
Die Idee zu diesem umfassenden Programm entstand im Juli 2024. Simone Baaß, Jugendsozialarbeiterin an der Josef-Guggenmos-Grundschule und Projektkoordinatorin, berichtet, dass an allen Grundschulen ähnliche Herausforderungen im Umgang mit Konflikten bestehen. Lehrkräfte stehen nach Vorfällen wie Streit oder sogar körperlichen Auseinandersetzungen oft vor der schwierigen Aufgabe, angemessen und nachhaltig zu reagieren. Fragen wie „Was hat gestört?“ oder „Wie habe ich mich gefühlt?“ sind nicht immer leicht zu beantworten, weder für Kinder noch für Erwachsene.
Verstärkt wird diese Problematik durch die frühe Nutzung sozialer Medien durch viele Grundschulkinder. Nicht altersgemäße Inhalte und das Phänomen des Cyber-Mobbings machen zusätzliche präventive Maßnahmen notwendig.
Vielschichtige Präventionsangebote – passgenau für jede Jahrgangsstufe
Das Projekt gliedert sich in verschiedene Module, die jeweils auf das Alter und die Entwicklungsstufe der Kinder zugeschnitten sind:
Nahezu alle Grundschulen in Kehl beteiligten sich, wobei das Projektteam 60 Veranstaltungen an externe Partner vergab und 33 Termine eigenständig durchführte. Die Organisation stellte das Team vor große Herausforderungen – sowohl bei der Einbindung von Dienstleistern als auch bei der Feinabstimmung der Angebote unter den Schulen.
Individuelle Schwerpunkte stärken das Konzept
Zehn beteiligte Grundschulen konnten aus einem „Baukasten“ an Angeboten auswählen und gemeinsam mit ihrer jeweiligen Sozialarbeiterin Schwerpunkte setzen. Das sogenannte „Komplettpaket“ fand dabei großen Anklang, sodass möglichst viele Kinder von den vielseitigen Inhalten profitierten.
Finanzierung und Zukunftsperspektive des Projekts
Im ersten Jahr beliefen sich die Kosten des Projekts auf insgesamt 8.500 Euro, wobei die Stadt Kehl und die beteiligten Schulen gemeinsam die Finanzierung stemmten. Zusätzliche Unterstützung kam 2024 vom Verein Courage und der Carl-Friedrich-Geiger-Stiftung mit jeweils 2.000 Euro.
Für das kommende Schuljahr 2025/2026 sind die Jugendsozialarbeiterinnen aktiv auf der Suche nach weiteren Fördermöglichkeiten. Explizit angesprochen sind Fördervereine, Firmen und Stiftungen, die das Engagement für ein besseres soziales Klima an Schulen unterstützen möchten.
Ausblick und Evaluation
Die langfristige Etablierung des Projekts steht im Fokus. Aktuell werden Rückmeldungen von Schulen ausgewertet, um zu entscheiden, wie das Angebot weiterentwickelt und welche zusätzlichen Themen zukünftig integriert werden können. Das positive Echo und der hohe Beteiligungsgrad sprechen bereits für die Nachhaltigkeit des Projekts.
Mitwirkende und Unterstützer im Überblick
Dass der Weg hin zu einem wertschätzenden, grenzachtenden Miteinander an Grundschulen kein leichter ist, beweist die Pionierarbeit der Kehler Jugendsozialarbeiterinnen. Doch das Engagement zeigt bereits nach kurzer Zeit Wirkung – und könnte zu einem Vorbild für andere Kommunen werden.
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