Tag des offenen Denkmals im Heimatmuseum Langenau
Historische Führungen, Flachsverarbeitung und Musik am 14. September 2025

Am Sonntag, 14. September 2025, öffnet das Heimatmuseum Langenau im Rahmen des bundesweiten Tags des offenen Denkmals seine Türen. Das Motto „Wert-voll: unbezahlbar oder unersetzlich?“ zieht sich durch das gesamte Programm, das historische Einblicke, Mitmachaktionen und regionale Traditionen miteinander verbindet.
Historischer Ausblick: Das „Guckahürle“ auf dem Museum
Ein besonderes Highlight ist der Zugang zum sogenannten „Guckahürle“, einem quadratischen, gemauerten Dachreiter mit Schlitzfenstern und Satteldach auf dem First des Museums. Ursprünglich diente es als Beobachtungspunkt für den „Oberen Helfer“, der bei Feueralarm den Brandherd lokalisieren konnte. Diese Funktion war in Zeiten, in denen Brände ganze Gemeinden bedrohten, essenziell.
Sobald Feuer entdeckt wurde, läutete der Türmer, und sofort half die Dorfgemeinschaft mit Eimern, Kübeln und Leitern beim Löschen. Jeder Haushalt war laut einer Verordnung zur Brandbekämpfung verpflichtet, bestimmte Löschutensilien bereitzuhalten – ein lederner Feuereimer war bei Eheschließungen oder dem Erwerb des Bürgerrechts sogar Pflicht. Bereits ab 1817 organisierte Langenau als eine der ersten Gemeinden Württembergs das Feuerwehrwesen neu.
Einblick in die Geschichte der Brandbekämpfung
Die ehrenamtliche Museumsleiterin bietet von 14:00 bis 17:00 Uhr Führungen an, bei denen Besucher nicht nur die Ausstellung sehen, sondern ausnahmsweise selbst einen Blick aus dem „Guckahürle“ werfen können – ein exklusives Erlebnis, das nur am Tag des offenen Denkmals möglich ist.
Traditionelle Flachsverarbeitung zum Mitmachen
Neben den Führungen erwartet die Gäste eine anschauliche Präsentation der traditionellen Flachsverarbeitung, organisiert von den Langenauer Landfrauen. Vor dem Museum können Besucherinnen und Besucher beim Riffeln helfen – dem Abtrennen der Samenkapseln vom geernteten Flachs. Im Anschluss werden im Museum weitere Arbeitsschritte wie das Brechen, Hecheln und Spinnen der Fasern mit historischen Geräten demonstriert.
Das verwendete Material stammt von einem eigens angelegten Versuchsfeld der Landfrauen, das im Sommer viele begeisterte Besucher anlockte. So wird lebendig gezeigt, wie aus Flachs wertvoller Leinenstoff hergestellt wurde – eine Tradition, die in Langenau eine lange Geschichte hat.
Mitmachen und regionale Geschichte erleben
Die Veranstaltung knüpft an die historische Bedeutung des Flachsanbaus in Langenau an, die seit dem vergangenen Jahr durch das Engagement der Landfrauen wieder erfahrbar ist. Gäste jeden Alters sind eingeladen, aktiv mitzumachen und sich auf eine Zeitreise durch die lokale Handwerkskunst zu begeben.
Genuss und Musik im Museumsgarten
Für das leibliche Wohl sorgen die Landfrauen mit Kaffee und Kuchen im Museumsgarten. Für eine stimmungsvolle Atmosphäre sorgt der Landfrauenchor, der den Nachmittag musikalisch begleitet.
Der bietet damit nicht nur spannende Einblicke in Vergangenheit und Handwerk, sondern auch Gelegenheit zum Austausch und gemeinsamen Erleben. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.
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