„Bunt kickt gut“ beim Allgäu Cup: Fußball verbindet

Leutkircher Jugendteam zeigt, wie Fußball Integration, Empowerment und Gleichberechtigung fördert – öffentliches Turnier am 4. Oktober in Leutkirch

„Bunt kickt gut“ beim Allgäu Cup: Fußball verbindet
Bild zum Beitrag© Redaktion Leutkirch im Allgäu

Das Leutkircher Team „Olympic Poststraße“ sorgte beim diesjährigen Allgäu Cup in Wangen für Aufmerksamkeit. Mit acht Jugendlichen im Alter bis 17 Jahren nahmen sie an dem Turnier teil und zeigten, wie Fußball als Werkzeug für Integration, Empowerment und soziale Teilhabe genutzt werden kann. Organisiert wird die Gruppe vom Projekt „Bunt kickt gut“, das bewusst neue Wege in der Nachwuchsarbeit geht.

Fußball als Brücke: Das Projekt „Bunt kickt gut“

Im Unterschied zu klassischen Vereinsstrukturen steht beim Projekt „Bunt kickt gut“ nicht der reine Leistungssport im Fokus. Vielmehr dienen hier Training und Wettkampf als Mittel, um junge Menschen zu fördern – unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder sozialem Hintergrund. Die Jugendlichen entscheiden selbst über Regeln und Abläufe. Damit wird Verantwortung und Mitgestaltung großgeschrieben.

Ein 13-Jähriger bringt es auf den Punkt: „Es macht einfach Spaß!“ Und ein 15-jähriger Spieler erinnert sich besonders gerne an einen früheren Erfolg: „Toll war, den zweiten Platz in München zu holen. Ich möchte das gern nochmal schaffen, noch größer in der Stadt.“

Selbstbestimmung und Teilhabe stehen im Mittelpunkt

Die Teams werden eigenverantwortlich gestaltet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen, Konflikte zu lösen, sich gegenseitig zu unterstützen und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Integration findet hier tagtäglich statt – sei es durch gegenseitiges Übersetzen auf dem Spielfeld oder durch das gemeinsame Ziel, ein eigenes Trikot im Vorbild-Stil der Profis zu bekommen.

Frauenpower und Vielfalt: Die „Street Sisters“ setzen Zeichen

Ein weiteres Highlight des Turniers war die Teilnahme der „Street Sisters“, einer Mädchenfußballgruppe, die sich für mehr Sichtbarkeit von Mädchen im Fußball einsetzt. Ihr engagiertes Auftreten unterstrich die Bedeutung von Gleichberechtigung und Vielfalt im Sport.

Teamgeist, Gemeinschaft und neue Freundschaften

Zwar reichte es für das Team „Olympic Poststraße“ am Ende nicht zum Turniersieg, aber aus Sicht aller Beteiligten war die Teilnahme ein voller Erfolg. Es wurden neue Kontakte geknüpft, Freundschaften geschlossen und Teamgeist über Stadtgrenzen hinweg erlebt. Für viele Jugendliche wurde aus dem sportlichen Wettstreit ein Tag, an dem Gemeinschaft, Respekt und Diversität im Mittelpunkt standen.

Hintergrund: Die Organisation von „Bunt kickt gut“

„Bunt kickt gut“ ist als offene, interkulturelle Straßenfußball-Liga Teil der Kinder- und Jugendarbeit in Leutkirch. Die Initiative wurde von Wede Arazar und Felix Mader (Schulsozialarbeiter am Hans-Multscher-Gymnasium) gegründet. Heute betreut Anita Schmitt das Angebot als hauptamtliche Mitarbeiterin. Die regelmäßigen Treffen finden mittwochs in den Hallen des Hans-Multscher-Gymnasiums und der Gemeinschaftsschule statt, im Sommer auch auf öffentlichen Plätzen.

Einladung zum Mitmachen: Öffentliches Kickkäfig-Turnier

Wer das Projekt in Aktion erleben möchte, erhält dazu am 4. Oktober eine besondere Gelegenheit: Im Rahmen der Interkulturellen Woche findet in der Leutkircher Innenstadt ein öffentliches Kickkäfig-Turnier statt. Hier können Interessierte die Vielfalt und Dynamik von „Bunt kickt gut“ hautnah erfahren.

Mit ihrem Engagement setzen die Jugendlichen, ihre Betreuerinnen und Betreuer, aber auch Projekte wie die „Street Sisters“ ein deutliches Zeichen für Vielfalt, Respekt und Teilhabe im Sport. Der Allgäu Cup war für sie nicht nur ein sportliches, sondern vor allem ein soziales Erlebnis mit nachhaltiger Wirkung.

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