Leutkirch: Erstwähler diskutieren Zukunftsthemen

350 junge Menschen tauschen sich mit Landtagskandidaten aus und entdecken Wahlprogramme sowie KI-Ausstellung

Leutkirch: Erstwähler diskutieren Zukunftsthemen
Bild zum Beitrag© Redaktion Leutkirch im Allgäu

In der Festhalle Leutkirch fand eine Podiumsdiskussion speziell für Erstwählerinnen und Erstwähler statt. Rund 350 junge Menschen, viele davon zum ersten Mal bei einer Wahl wahlberechtigt, nutzten die Gelegenheit, sich unmittelbar vor der Landtagswahl ein Bild von den Kandidierenden und deren Positionen zu machen. Die Einführung des neuen Mindestalters von 16 Jahren für die Wahlteilnahme sorgte dabei für eine zusätzliche Premiere.

Strukturierte Diskussion zu aktuellen Themen

Die Veranstaltung gliederte sich in drei inhaltliche Blöcke, die zentrale Zukunftsfragen adressierten:

  • Berufliche Perspektiven
  • Wirtschaft und Innere Sicherheit
  • Klima, Umwelt und Verkehr
  • Sechs Kandidatinnen und Kandidaten verschiedener Parteien präsentierten innerhalb einer zeitlich begrenzten Redezeit von fünf Minuten ihre Einschätzungen und Standpunkte:

    • Hans-Peter Baur (AfD)
    • Daniel Derscheid (FDP)
    • Raimund Haser (CDU)
    • Sophie Heiß (Die Linke)
    • Rosa Übner (SPD)
    • Petra Krebs (Bündnis 90/Die Grünen)
    • Die Moderation übernahmen Constantin Ünst und Anna-Maria Reutlinger. Ein eigens eingesetztes Fact-Checking-Team überprüfte parallel die Aussagen der Teilnehmenden und stellte bei einer Gelegenheit einen Fehler richtig – dieser basierte vermutlich auf einem Versprecher.

      Dialog und Interaktion mit dem Publikum

      Nach den Redebeiträgen folgte eine Ja-Nein-Fragerunde zu aktuellen politischen Streitfragen wie Windkraft, den Umgang mit der Software Palantir sowie das Handyverbot an Schulen.

      Politische Bildung mit neuen Formaten

      Im Foyer der Festhalle präsentierte die Volkshochschule Leutkirch eine Ausstellung mit dem Titel „Hey KI, wen sehe ich im Ländle?“. Die Ausstellung, bereitgestellt von der Landeszentrale für politische Bildung, übersetzt Wahlprogramme in visuelle Darstellungen und macht Unterschiede zwischen Parteien anhand von Stadtansichten sichtbar. Besonders für Schulklassen gab dies Einblicke in die Möglichkeiten und Grenzen von Künstlicher Intelligenz.

      Führungen durch die Ausstellung sind noch bis zum 5. März möglich.

      Engagement des Jugendgemeinderats

      Ein weiteres Highlight war die aktive Beteiligung des Jugendgemeinderats. In kurzen Interviews befragten Mitglieder die Kandidierenden zu den Programmen ihrer Parteien und ihren Visionen für junge Wählerinnen und Wähler. Die entstandenen Videos sind über den Instagram-Kanal jugendgemeinderat_leutkirch zugänglich.

      Außerdem wird in den kommenden Wochen ein Informationsbrief an alle Wahlberechtigten verschickt, der unter anderem QR-Codes enthält. Diese verweisen auf kurze Erklärvideos rund um das Wahlsystem und setzen dabei auf digitale Ansprache.

      Ausblick: Weitere Aktionen und nächste Sitzung

      Die Diskussion rund um die Landtagswahl endet nicht mit dieser Veranstaltung. Weitere Aktionen sind geplant, um insbesondere junge Menschen weiterhin über das Thema Wahlen zu informieren. Die nächste öffentliche Sitzung des Jugendgemeinderats findet am Dienstag, 10. Februar, um 18 Uhr im Sitzungssaal, Gänsbühl 2, statt.

      Abschließend appellierte Michl Mendler an die jungen Erstwählerinnen und Erstwähler, von ihrem neuen Wahlrecht Gebrauch zu machen: „Geht wählen – nutzt eure Stimme!“ Auch auf dem Heimweg wurde das Gesagte noch intensiv diskutiert, wie Beobachtungen zeigten.

      Mit der Podiumsdiskussion und den begleitenden Aktionen setzt die Stadt Leutkirch ein starkes Signal für politische Teilhabe und jugendgerechte Informationsangebote im Vorfeld der Landtagswahl.

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