Fassade wird zur Leinwand: Marina Capdevila in Pforzheim

Lebhafte Street Art thematisiert das Alter und bereichert den Kulturentwicklungsplan 2030

Fassade wird zur Leinwand: Marina Capdevila in Pforzheim
Bild zum Beitrag© Redaktion Pforzheim

Die Stadt Pforzheim rückt erneut ins Rampenlicht der europäischen Street Art-Szene: Noch bis Donnerstag, 14. August, gestaltet die international renommierte Künstlerin Marina Capdevila die Seitenfassade eines fünfstöckigen Gebäudes in der Kaiser-Friedrich-Straße 20. Mit diesem Projekt setzt das Kulturamt ein deutliches Zeichen für die nachhaltige Etablierung von Street Art im städtischen Raum.

Strategie für mehr öffentliche Kunst

Die Initiative geht auf den "Kulturentwicklungsplan 2030" zurück, den der Gemeinderat verabschiedet hat. Ziel ist es, Pforzheim als modernen Standort für Street und Urban Art zu etablieren und die Innenstadt sichtbar durch Werke internationaler Künstlerinnen und Künstler zu beleben.

Mit dem aktuellen Werk von Marina Capdevila entsteht ein Impuls für Dialog und gesellschaftliche Vielfalt. Die Fassadengestaltung setzt ein künstlerisches Zeichen für den Umgang mit Alter, Vielfalt und urbaner Identität in der Stadt.

Künstlerin mit internationalem Renommee

Marina Capdevila, geboren 1985 in Falset und heute in Barcelona lebend, zählt zu den gefragtesten Muralistinnen weltweit. Ihre großflächigen Wandgemälde prägen die Stadtbilder in den USA, China, Mexiko, Brasilien und den Niederlanden.

Capdevila ist bekannt für ihre humorvolle Bildsprache, die gesellschaftlich relevante Themen, insbesondere das Alter, in den Mittelpunkt stellt. Ihre Werke zeigen verspielte Portraits älterer Menschen, oft inspiriert von ihrer eigenen Großmutter, und sorgen für eine kritische Auseinandersetzung mit Schönheitsidealen, Altersbildern und Geschlechterrollen.

Die charakteristischen Elemente von Capdevilas Kunst sind eine Mischung aus Karikatur, Comic-Ästhetik und kräftiger Farbgebung. Damit verleiht sie älteren Menschen Selbstbewusstsein und Präsenz im urbanen Raum. Ihr Werk lädt zur vielschichtigen Auseinandersetzung mit Lebensrealitäten und gesellschaftlicher Wahrnehmung ein.

Fassadenkunstwerk als Gemeinschaftsprojekt

Die Entstehung des neuen Kunstwerks in Pforzheim wird filmisch von Winfried Reinhard und Jens Alemann begleitet. Die künstlerische Leitung für das Kulturamt-Projekt „Pforzheimer Fassaden“ übernimmt Kuratorin Regina M. Fischer.

Ein Gruppenbild am Werk zeigt zentrale Projektbeteiligte: Hermann von der Firma Getränke Koch, Kuratorin Regina M. Fischer, Künstlerin Marina Capdevila, Eleni Engeser vom Kulturamt und Erster Bürgermeister Dirk Büscher.

Street Art entwickelt sich weiter

Das neue Werk ergänzt die bereits bestehenden drei Fassadenkunstwerke in Pforzheim:

  • 2021: Der Berliner Künstler KEF! alias Simon Röhlen realisierte ein monumentales Fassadenkunstwerk in der Weststadt.
  • 2022: Urban Artist 1010 gestaltete eine Hauswand in der Karlstraße.
  • 2023: Der international gefeierte Street Art-Künstler Guido van Helten schuf ein Kunstwerk an der Ecke Dietlinger Straße/Kelterstraße.
  • Mit der Arbeit von Marina Capdevila setzt Pforzheim erneut ein Ausrufezeichen: Kunst im öffentlichen Raum wird sichtbarer und prägt das Stadtbild nachhaltig.

    Kontakt und weitere Informationen

    Das Engagement der Stadt Pforzheim und des Kulturamts öffnet Türen für weitere internationale und lokale Künstlerinnen und Künstler. Über künftige Projekte und Entwicklungen wird die Öffentlichkeit auch in den kommenden Monaten umfassend informiert.

    Weitere Bilder

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