Inklusion zum Anfassen: Begegnungstag an der Grundschule Würm

Mit Mitmach-Stationen, Gespräch und Empathie wurden Vielfalt, Teilhabe und der Abbau von Berührungsängsten erlebbar gemacht.

Inklusion zum Anfassen: Begegnungstag an der Grundschule Würm
Bild zum Beitrag© Pressestelle

An der Grundschule Würm hat ein Inklusionstag ganz im Zeichen von Begegnung, Verständnis und gelebter Vielfalt gestanden. Nach Angaben der Beteiligten nahmen alle Klassenstufen mit großer Begeisterung an verschiedenen Mitmach-Stationen teil und setzten sich dabei mit dem Thema Behinderung und Teilhabe auseinander.

Ziel des Aktionstages war es, Berührungsängste abzubauen, Empathie zu fördern und den Kindern zu vermitteln, dass Vielfalt die Gesellschaft bereichert. Organisiert wurde der Inklusionstag gemeinsam von Schulleiterin Claudia Oppermann, Klassenlehrerin Martina Walterspacher, dem Inklusionsbeauftragten der Stadt Pforzheim, Mohamed Zakzak, sowie dem Badischen Blinden- und Sehbehindertenverein V.m.K. (BBSV).

Praktische Erfahrungen an mehreren Stationen

In Kooperation mit dem Badischen Blinden- und Sehbehindertenverein konnten die Schülerinnen und Schüler nach Angaben der Schule selbst erfahren, welchen Herausforderungen Menschen mit Behinderungen im Alltag begegnen. Beim Rollstuhl-Parcours wurde deutlich, wie anspruchsvoll bereits kurze Wege sein können. Beim Blindenstock-Training standen Orientierung, Vertrauen und gegenseitige Unterstützung im Mittelpunkt.

Die Kinder gingen laut den Verantwortlichen mit Offenheit, Neugier und großer Begeisterung an die einzelnen Stationen heran. Es sei gelacht, ausprobiert, nachgefragt und miteinander gesprochen worden. Gerade diese unmittelbaren Erfahrungen machten Inklusion greifbar und schafften ein Verständnis, das über den Aktionstag hinauswirken könne.

Brailleschrift als besonderer Höhepunkt

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Thema Blindheit. Brigitte Schick vom Badischen Blinden- und Sehbehindertenverein erklärte den Kindern die Brailleschrift und zeigte, wie blinde Menschen lesen und ihren Alltag gestalten. Besonders großen Anklang fand, dass jede Schülerin und jeder Schüler von der ersten bis zur vierten Klasse den eigenen Namen in Brailleschrift als Erinnerung mit nach Hause nehmen durfte.

Schick betonte, Kinder begegneten dem Thema Blindheit mit großer Offenheit und wollten verstehen, ausprobieren und lernen. Gerade diese Neugier mache solche Aktionstage wertvoll. Erlebnisse wie das Kennenlernen der Brailleschrift könnten dazu beitragen, dass Unsicherheiten abgebaut werden und Inklusion selbstverständlicher werde.

Verantwortliche sehen wichtigen Beitrag für frühe Inklusion

Mohamed Zakzak, Inklusionsbeauftragter der Stadt Pforzheim, hob hervor, dass Inklusion nicht erst im Erwachsenenalter beginne, sondern bereits in der Grundschule. Kinder begegneten anderen Menschen zunächst offen und neugierig. Deshalb sei es wichtig, ihnen frühzeitig Begegnungen mit Menschen mit Behinderungen zu ermöglichen. Wenn Kinder gemeinsam lernten, spielten und erlebten, werde Vielfalt selbstverständlich.

Zugleich machte Zakzak deutlich, dass Inklusion aus seiner Sicht keine Aufgabe für einzelne Aktionstage sei, sondern eine Haltung, die täglich gelebt werden müsse. Jeder Mensch solle dazugehören und die gleichen Chancen erhalten, unabhängig von einer Behinderung. Der Aktionstag habe gezeigt, wie schnell Verständnis entstehe, wenn Menschen miteinander statt übereinander sprächen.

Positives Fazit der Schule

Schulleiterin Claudia Oppermann zog ein positives Fazit. Als Schule wolle man den Schülerinnen und Schülern nicht nur Wissen, sondern auch Werte vermitteln. Respekt, gegenseitige Rücksichtnahme und die Wertschätzung von Vielfalt gehörten zum Bildungsauftrag. Der Inklusionstag habe aus ihrer Sicht eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig praktische Erfahrungen seien. Die Kinder hätten viele Fragen gestellt und seien mit einem neuen Blick auf das Thema Behinderung nach Hause gegangen.

Nach Einschätzung der Verantwortlichen hat der Inklusionstag an der Grundschule Würm verdeutlicht, dass Inklusion durch Begegnung wächst. Wenn Kinder früh lernten, Unterschiede als Bereicherung wahrzunehmen, entstünden Respekt, Verständnis und ein selbstverständliches Miteinander. Solche Projekte leisten aus ihrer Sicht einen wichtigen Beitrag zu einer offenen, vielfältigen und solidarischen Gesellschaft.

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