Internationale Fachkräfte im Fokus
WSP-Personaldialog in Pforzheim: Strategien gegen Arbeitskräftemangel in Wirtschaft und Handwerk

Der WSP-Personaldialog am 13. November 2025 im CongressCentrum Pforzheim (CCP) widmete sich intensiv der Frage, wie internationale Fachkräfte dem Arbeitskräftemangel in der Region begegnen können. Unter dem Veranstaltungstitel „Fachkräfte aus dem Ausland – Theorie, Erwartungen und Erfahrungen aus der Praxis“ kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung, Handwerk sowie Bildung zusammen, um verschiedene Zugänge und praktische Lösungen zu diskutieren.
Impulsgeber und Schwerpunkte der Veranstaltung
Markus Epple, Geschäftsbereichsleiter Wirtschaftsförderung beim WSP, eröffnete die Veranstaltung. Er hob hervor, dass es für die Region von zentraler Bedeutung sei, ihre Wirtschaft gezielt zu stärken und bei der internationalen Fachkräftegewinnung aktiv zu werden.
Fachkräftepotenzial internationaler Studierender
Meike Anisova Schwarz, Managerin International Programs, Incoming & Hochschule Pforzheim, betonte in ihrem Vortrag, dass internationale Studierende eine oft unterschätzte Ressource für den Arbeitsmarkt darstellen. Sie stellte unterschiedliche Zugangswege zu den Hochschulen vor, zeigte stark nachgefragte Studiengänge auf und gab Einblick in die beruflichen Ziele dieser Zielgruppe nach dem Abschluss. Praxisbeispiele machten deutlich, wie Unternehmen durch gezielte Kooperationen Studierende gewinnen und langfristig binden können.
Rechtliche Rahmenbedingungen und Beratungsbedarf
Neslihan Bahadir, stellvertretende Abteilungsleitung sowie Sachgebietsleiterin Ausländerwesen der Stadt Pforzheim, beleuchtete die „Fachkräftezuwanderung: Aufenthaltserlaubnis“. Besonders bei Fachkräften mit berufspraktischer Erfahrung besteht laut ihrem Beitrag großer Informationsbedarf, insbesondere auf Seiten der Arbeitgeber. Sie hob hervor, dass intensive Aufklärung und praxisnahe Beratung notwendig seien, um die rechtlichen Möglichkeiten optimal zu nutzen.
Erwartungen und Herausforderungen in der Praxis
Stephanie Christ, Inhaberin von gastro concierge und Beauftragte für Fachkräfte-Weiterbildung im Schwitzer's Hotel am Park Waldbronn, präsentierte am Beispiel der Hotel- und Gastronomiebranche, dass hinter dem Arbeits- oder Ausbildungsvisum viele weitere Herausforderungen stehen. Neben Kosten und Formalitäten müssen Unternehmen realistische Integrationsmaßnahmen einkalkulieren. Dennoch machen internationale Talente einen erheblichen Mehrwert für Betriebe und die gesamte Region aus.
Erfahrungen aus dem Handwerk: Lösungen aus der Praxis
Joachim Lederer, Landesinnungsmeister und Metzgermeister aus Weil am Rhein, gab einen praxisnahen Einblick in die internationale Fachkräftegewinnung im Handwerk. Seine Ausführungen zeigten, wie ein modernes Handwerksunternehmen durch gezielte Rekrutierung und Integration – etwa von Auszubildenden aus Indien – erfolgreich dem Arbeitskräftemangel begegnen kann. Der Weg von der Anwerbung bis zur vollständigen Integration wurde anhand konkreter Praxisfälle anschaulich gemacht.
Vernetzung und Austausch im Mittelpunkt
Die Veranstaltung bot den Teilnehmenden eine wertvolle Plattform, um sich über erfolgreiche Ansätze und Herausforderungen im Bereich internationale Fachkräfte auszutauschen. Praxisorientierte Impulse ermöglichten es den Anwesenden, neue Ideen und Kontakte für ihre eigenen Unternehmen und Organisationen mitzunehmen.
Mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern wie Joachim Lederer, Miriam Fieser (Projektmanagement WSP), Meike Schwarz, Stephanie Christ, Neslihan Bahadir und Markus Epple war die Veranstaltung prominent besetzt und ermöglichte vielfältige Einblicke in Theorie und Praxis der internationalen Fachkräftegewinnung.
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