Närrische Machtübernahme in Pforzheim

Karnevalsgesellschaften stürmen das Rathaus und regieren bis Aschermittwoch

Närrische Machtübernahme in Pforzheim
Bild zum Beitrag© Redaktion Pforzheim

Auch in diesem Jahr fand mit viel Engagement die traditionelle Erstürmung des Neuen Rathauses in Pforzheim statt. Zahlreiche Karnevalsgesellschaften, Narrengruppen und Hästräger kamen zusammen, um das Rathaus symbolisch in die Hände der Narren zu übergeben. Im Mittelpunkt des Geschehens stand "Uni-Absolvent" Peter Boch, der gemeinsam mit seinen drei Musketieren den symbolischen Versuch unternahm, die Residenz zu verteidigen.

Das närrische Spektakel in der Pforzheimer Innenstadt

Wie jedes Jahr strömten die Karnevalisten und Besucher durch die Fußgängerzone, um sich an der Rathausstürmung zu beteiligen. Die Verteidigung wurde dieses Mal nicht vom Oberbürgermeister selbst, sondern von Peter Boch übernommen, der den Studierenden mimte. Trotz seiner Unterstützung durch drei Musketiere gelang es den Hästrägern rasch, den goldenen Rathausschlüssel an sich zu bringen.

Der symbolische Machtwechsel

Nach einem kurzen Schlagabtausch war der "Student" Peter Boch im Eingangsbereich des Neuen Rathauses gezwungen, das Feld zu räumen. In seiner Ansprache an die Versammelten sagte Boch: „Ich wolle an Pforzes Uni studieren, am Ende vielleicht promovieren“, und rief außerdem zur Unterstützung einer zehnten Landesuniversität auf. Anschließend übergab er den Chefsessel an die neue Regentschaft und verabschiedete sich mit den Worten: „Das Rathaus, das ist bekannt, nehmt ihr mir heute aus der Hand. Helau! Ich lasse vor und danke euch für euer Ohr!“

Die Regentschaft der Karnevalisten bis Aschermittwoch

Bis zum Aschermittwoch übernimmt nun die Karnevals-Gesellschaft "Hochburg 1972" Pforzheim e. V. die symbolische Macht im Rathaus. Angeführt wird die Gesellschaft von Präsident Mario Romeiko und Vizepräsident Harald Götz, die gemeinsam mit ihren Narren die Geschicke der Stadt in närrische Hände legen.

Gemeinschaft und Ausklang im Neuen Rathaus

Nach dem erfolgreichen Machtwechsel lud der abgesetzte Rathauschef alle Beteiligten sowie die Besucher zu einem kleinen Umtrunk mit Imbiss ins Foyer ein. Der freundschaftliche Ausklang unterstreicht den gemeinschaftlichen Charakter der Veranstaltung und setzt einen heiteren Schlusspunkt unter das närrische Ereignis.

Die Rathausstürmung in Pforzheim verdeutlicht jährlich aufs Neue die Bedeutung von Brauchtum, Zusammenhalt und Humor im gesellschaftlichen Miteinander der Region.

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