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Naturschutz live erleben am Hohberg

35 Teilnehmende erkunden Schutzmaßnahmen, Amphibienlebensräume und klimaresistente Baumarten bei Umweltwanderung

Von Redaktion Pforzheim08.07.25, 13:36

In diesem Artikel

TV
Tobias Volle

Bei der diesjährigen Umweltwanderung versammelten sich 35 Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit Mitgliedern des Gemeinderats und Naturschutzbeauftragten, um Einblicke in lokale Naturschutzmaßnahmen und die heimische Flora und Fauna zu gewinnen. Die Veranstaltung wurde von Umweltbürgermeister Tobias Volle initiiert und fand bei angenehmem, trockenem Wetter statt.

Fokus auf Naturschutz und Umweltbildung

Die Wandergruppe erkundete unter Leitung des Amts für Umweltschutz einen rund drei Kilometer langen Rundweg durch einen naturnah bewirtschafteten Wald. Dabei rückten vor allem die vielfältigen Maßnahmen entlang der Deponie in den Mittelpunkt. Bereits im Rahmen der umweltrelevanten Aspekte des Deponiebetriebs wurden verschiedene Schutzmaßnahmen umgesetzt, deren Bedeutung für den nachhaltigen Umweltschutz hervorgehoben wurde.

Umweltbürgermeister Tobias Volle betonte: „Es ist etwas ganz anderes, Naturschutzmaßnahmen direkt vor Ort zu erleben, als immer nur auf Papier zu lesen.“

Geologische Besonderheiten und Lebensraumvielfalt

Der Hohberg, Standort der Wanderung, ist ein geologischer Übergangsbereich vom Muschelkalk zum Buntsandstein. Besonders auffällig sind hier Dolinen, natürliche Einbrüche im Kalkgestein. Sie prägen das Landschaftsbild und stellen wertvolle Sonderstandorte für seltene Tier- und Pflanzenarten dar.

Kurz erklärtDoline

Eine Doline ist eine trichterförmige Vertiefung, die durch Lösungsvorgänge im Kalkgestein entsteht. Solche Senken sind typisch für Karstlandschaften und bieten besonderen Lebensraum für spezialisierte Pflanzen und Tiere.

Vielfältige Schutzmaßnahmen und Beobachtungen

  • Vorstellung neu angelegter Amphibiengewässer, die spezifisch Lebensräume für Arten wie Springfrosch, Gelbbauchunke, Erdkröte, Bergmolch und Teichmolch schaffen.
  • Besichtigung ökologisch aufgewerteter Ausgleichsflächen zugunsten des Fitis, einer geschützten Vogelart.
  • Präsentation klimaangepasster Baumarten wie Elsbeere und Traubeneiche auf dem Rundweg.
  • Ein besonderes Highlight war außerdem die Sichtung einer sogenannten „Dachsburg“ – einer Dachshöhle – am Wegesrand.

    Kurz erklärtDachsburg

    Als Dachsburg wird eine von Dachsen angelegte, weit verzweigte und oft über Generationen genutzte Höhle bezeichnet.

    Gemeinsamer Abschluss und Ausblick

    Zum Abschluss der Veranstaltung kamen die Teilnehmenden bei einem gemeinsamen Umtrunk zusammen, um sich über ihre Eindrücke und Beobachtungen auszutauschen. Umweltbürgermeister Tobias Volle zeigte sich begeistert von der lebendigen Form der Umweltbildung und blickte bereits freudig auf kommende Wanderungen: „Ich freue mich jetzt schon auf die nächste gemeinsame Wanderung, denn sie zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, sich mit der heimischen Natur auseinanderzusetzen und wie lebendig Umweltbildung sein kann.“

    Die Umweltwanderung macht deutlich, wie durch gemeinsames Engagement und direkte Naturerfahrung der Wert regionaler Naturschutzmaßnahmen vermittelt werden kann. Auch im kommenden Jahr soll die Tradition fortgesetzt werden.

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