Pforzheim empfängt Nagelkreuz von Coventry
Symbol für Frieden und Versöhnung bis 23. Februar im Neuen Rathaus ausgestellt

Mit der Übergabe des Nagelkreuzes von Coventry an die Stadt Pforzheim setzt die Kommune ein deutliches Zeichen für Frieden und Versöhnung. Der feierliche Akt fand im Neuen Rathaus statt: Stephen Lakkis, Pfarrer der Christuskirche und Friedensbeauftragter der Evangelischen Landeskirche Baden, übergab das Kreuz an Oberbürgermeister Peter Boch. Das Nagelkreuz kann bis zum 23. Februar im Eingangsbereich des Neuen Rathauses von interessierten Bürgerinnen und Bürgern besichtigt werden.
Symbolkraft des Nagelkreuzes
Das Nagelkreuz von Coventry ist mehr als nur ein religiöses Artefakt; es steht für den Wunsch nach Versöhnung und den Auftrag, Verantwortung für den Frieden zu übernehmen. Oberbürgermeister Peter Boch erklärte dazu: "Frieden ist keine Selbstverständlichkeit – er muss immer wieder neu errungen, geschützt und mit Leben gefüllt werden. Das Wandernagelkreuz erinnert uns daran, dass jeder Einzelne Verantwortung trägt.” Für Boch ist die Übergabe auch eine Wertschätzung für das Engagement der lokalen Nagelkreuzzentren und aller, die sich für Erinnerungskultur und Versöhnung einsetzen.
Das Wandernagelkreuz: Jährlich an anderem Ort
Das sogenannte Wandernagelkreuz hat einen besonderen Auftrag: Es wechselt jährlich seinen Standort, um den Gedanken der Versöhnung an verschiedene Orte und Institutionen zu tragen. Traditionell wird das Kreuz rund zwei Wochen vor dem 23. Februar im Neuen Rathaus ausgestellt. Im kommenden Jahr wird es dann für ein weiteres Jahr in der Christuskirche in Brötzingen verweilen.
Historische Hintergründe
Die Entstehung des Symbols
Seine Wurzeln hat das Nagelkreuz in der englischen Stadt Coventry. Nach deren Zerstörung durch deutsche Bombenangriffe im Jahr 1940 ließ Richard Howard, damaliger Dompropst, die Worte „FATHER FORGIVE“ (Vater, vergib) in die Chorwand der Ruine meißeln. Aus drei großen Zimmermannsnägeln des einstigen Dachstuhls wurde ein Kreuz gestaltet, das heute auf dem Altar der neuen Kathedrale als Symbol der Vergebung und des Neuanfangs steht.
Das Netzwerk der Nagelkreuzzentren
Das historische Ereignis führte zur Entstehung eines weltweiten Netzwerks von Nagelkreuzzentren, die sich dem Einsatz für Frieden und Versöhnung verschrieben haben. Diese Zentren verleihen Nagelkreuze an Gemeinden und Institutionen, um die Erinnerungs- und Versöhnungsarbeit zu fördern.
Das Kreuz kommt nicht nur bei Gottesdiensten und im Religionsunterricht zum Einsatz, sondern ist auch Anlass für Gespräche und Diskussionen – etwa zu Fragen des friedlichen Miteinanders.
Die nächsten Schritte
Bis zum 23. Februar ist das Nagelkreuz für die Öffentlichkeit zugänglich. Danach wird das Wandernagelkreuz weiterwandern und neue Orte zur Auseinandersetzung mit dem Thema Frieden anregen. Für die Stadt Pforzheim ist die Aktion nicht nur Erinnerung, sondern auch Auftrag, aktiv für eine friedvolle Zukunft zu wirken.
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