Pforzheim legt zwei Reuchlin-Publikationen vor
Neuer Sammelband und Broschüre zum Reuchlinpreis 2025 erinnern an Reuchlins Humanität und Toleranz

Das Kulturamt Pforzheim hat gemeinsam mit dem Reuchlinbeauftragten der Stadt, Christoph Timm, zwei neue Publikationen zum Pforzheimer Humanisten Johannes Reuchlin vorgelegt. Im Mittelpunkt stehen ein wissenschaftlicher Sammelband sowie eine Broschüre zum Reuchlinpreis 2025. Beide Veröffentlichungen knüpfen an die erinnerungskulturelle Auseinandersetzung mit Reuchlin an und rücken sein Wirken erneut in den Fokus.
Zwei Publikationen mit Reuchlin-Bezug erschienen
Neu erschienen sind „Phönix 1522/2022. Narrative Bilder aus fünfhundert Jahren“, herausgegeben von Dr. Matthias Dall'Asta, sowie eine Broschüre zum „Reuchlinpreis 2025“. Nach Angaben aus der Mitteilung wurden beide Veröffentlichungen im Auftrag des Kulturamtes und in enger Kooperation mit dem Reuchlinbeauftragten erstellt.
Kulturbürgermeister Tobias Volle verweist auf die Bedeutung des Humanisten für die Stadt und betont, dass Johannes Reuchlin wie kaum ein anderer für Humanität und Toleranz stehe. Diese Werte durch die Publikationen sichtbar zu machen, sei von großer Bedeutung.
Der Band „Phönix 1522/2022“ als wissenschaftliche Dokumentation
Die Publikation „Phönix 1522/2022. Narrative und Bilder aus fünfhundert Jahren“ erscheint als Band 13 der „Pforzheimer Reuchlinschriften“. Sie dokumentiert auf 272 Seiten eine interdisziplinäre, wissenschaftliche Tagung über den in Pforzheim geborenen Johannes Reuchlin.
Die Tagung fand vom 29. Juni bis 1. Juli 2022 im sogenannten Reuchlinjahr der Stadt Pforzheim statt und stand im Zeichen des 500. Todestages des Humanisten. Damit verbindet der Band wissenschaftliche Perspektiven mit der städtischen Erinnerung an Reuchlin.
Vielschichtige Deutungen von Leben und Werk
Die Mitteilung hebt hervor, dass mit Reuchlins Namen verschiedene Narrative verbunden sind. Sein Leben und Werk als Philologe, Jurist, Kabbalist und öffentlicher Intellektueller der Renaissance würden unterschiedlich konturiert. Auch kontrastierende historische Deutungen werden angesprochen.
Genannt werden unter anderem das letzte Pamphlet seines Kontrahenten Johannes Pfefferkorn sowie Bilder aus der Zeit des Nationalsozialismus, die mitunter grotesk wirken. Zugleich arbeiten andere Autorinnen und Autoren heraus, dass Reuchlin schon zu Lebzeiten als Bannerträger des Humanismus und als „Anwalt der Freiheit“ galt.
Darüber hinaus sei er im Barock auf Bewunderer und Biografen gestoßen und werde seit der Weimarer Klassik bis heute als heller „Morgenstern“ und „Wunderzeichen“ beschrieben. Die Publikation bündelt damit unterschiedliche historische und literarische Zugänge zu seiner Person.
Verfügbarkeit und Preis des Buches
Das Buch ist ab Montag, 1. Juni, zum Preis von 35 Euro erhältlich. Verkauft wird es beim Kulturamt Pforzheim, in den Buchhandlungen Thalia und Mumm sowie in den Pforzheimer Museen.
Broschüre zum Reuchlinpreis 2025 erschienen
Parallel dazu ist eine Broschüre zum „Reuchlinpreis 2025“ veröffentlicht worden. Sie erscheint in einer Auflage von 250 Exemplaren und bietet eine dokumentarische Erinnerung in Bild- und Textform an den Festakt der Reuchlinpreisverleihung an Prof. Karl Schlögel.
Der Festakt fand am 22. November 2025 im Theater Pforzheim statt. Die Broschüre würdigt außerdem das Bestehen des Reuchlinpreises seit dem Jahr 1955.
Auch die Broschüre ist vor Ort erhältlich
Die Broschüre ist ab Montag, 1. Juni zum Preis von vier Euro beim Kulturamt Pforzheim, in den Buchhandlungen Thalia und Mumm sowie in den Pforzheimer Museen erhältlich.
Beteiligte Personen auf dem Bild
Die Mitteilung nennt zudem die auf dem Foto abgebildeten Personen: Christoph Timm, Reuchlinbeauftragter der Stadt Pforzheim, Tobias Volle, Kulturbürgermeister, Angelika Drescher, Kulturamtsleiterin, sowie Dr. Matthias Dall'Asta, Herausgeber des Werkes „Phönix Reuchlin 1522/2022“.
Mit den beiden Veröffentlichungen setzt Pforzheim die Beschäftigung mit Johannes Reuchlin sichtbar fort und verbindet historische Erinnerung, wissenschaftliche Einordnung und städtische Kulturarbeit.
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